Computer-Sicherheit
Ex-Hacker warnt Bürger und Unternehmen
15.05.2009 | 19:19 Uhr 2009-05-15T19:19:00+0200
Gunnar Porada zu Gast bei der Herner IT-Messe – er sagt: Reisepässe und Online-Banking sind total unsicher.
Gunnar Porada war ein richtiger Hacker. Ein Technikverliebter, der sich unbemerkt in die Computer wildfremder Menschen einschlich. Mit 18 oder 19, sagt Porada, habe er sich entscheiden müssen: Mache ich mit meinem Wissen einen Haufen Geld auf illegale Art und Weise, oder wechsle ich lieber die Seiten?
Porada wählte den Wechsel. Jetzt hat er einen hoch anständigen Job und eine „echte Lebensaufgabe”. Der 35-Jährige ist Berater in Sachen IT-Sicherheit und immer auf der Suche nach Schlupflöchern für Manipulationen. Er klärt Firmen auf und gerne auch die Öffentlichkeit. Er ist so etwas wie ein Star, ein Wachrüttler, wortgewaltig und frech. „Das ist mein Stil, ich watsche ab, weil ich es leid bin.” Porada hat es so schon oft ins Fernsehen gebracht.
Diesmal ist der Computer-Experte zu Gast auf dem „Marktplatz der Informationstechnologie”, bei der IT-Messe am Westring. Zwei Mal wird er vor die Besucher treten und Schockierendes berichten. Porada trägt Anzug und Hemd und hält einen der neuen Reisepässe in der Hand. „Die Pässe sind nicht so sicher wie es behauptet wird, trotz Fingerabdruck.” Porada holt jenes Lesegerät hervor, das in den meisten deutschen Meldestellen verwendet wird. Er demonstriert: Mit Leichtigkeit kann er die Fingerabdrücke nicht nur manipulieren, sondern auch mitlesen. Ruck zuck landen sie auf seinem tragbaren Computer.
Dem Staat hat Porada von seinem Wissen schon mehrfach erzählt, erfolglos. In fünf, sechs Jahren, so habe ihm das Innenministerium erklärt, will man die Sache im Griff haben.
Für Gunnar Porada sind die Computersysteme in deutschen Behörden eine echte Gefahr. „Sie sind wahrscheinlich wesentlich offener als ein Scheunentor”. Dass der Staat dem Volk Sicherheit vorgaukle, sei reine Taktik, damit die Menschen weiter funktionierten. Padora hat Deutschland nicht zuletzt deswegen verlassen. Er lebt jetzt in der Schweiz. Es sei nicht die panische Datensammelwut, die ihm Angst mache, es sei die Unsicherheit der Systeme – „Systeme, in die eine riesige Portion Verantwortung gesteckt wird”, die angreifbar seien von vielerlei Seiten. „Bei einem Einbruch in ein Haus gibt es meist Spuren, wer in einen Computer einsteigt, muss keine hinterlassen.”
Für Porada ein Horror: die Vorstellung, Opfer einer Manipulation zu werden, ohne seine Unschuld beweisen zu können. „Das macht mir wirklich Angst.” Deshalb ist er strikt dafür, mehr für Sicherheit zu tun, sie verständlicher für Anwender zu machen.
Jetzt ist der Wahlschweizer am Ende des ersten Vortrags angekommen. Später geht es um das brisante Thema Online-Banking – „damit war ich sogar schon in der Tagesschau”. Porada will zeigen, wie unsicher die Systeme sind, was die Banken nicht störte. Er will in Echtzeit ein Konto plündern und sagt: „Das sollten sie nicht verpassen.”
21:27
Ich habe noch nie Online-Banking gemacht und werde es auch in Zukunft nicht tun.
15:57
Warum sollte ich nicht in Herne auftreten?
Ich kenne die ISAP gut und persönlich und mag die Jungs. Starallüren, die mich daran hindern würden, habe ich noch keine.
Natürlich lassen sich die Online-Konten so leicht plündern. Es ist jedoch illegal und ich bevorzuge Nachts ruhig schlafen zu können bzw. mir im Spiegel in die Augen zu schauen. Oder raubst Du alte Omas aus, nur weil Du es kannst?
Was ich gezeigt habe ist ein proof of concept. Nächsten Monat gerne wieder für den IDG-Verlag auf der Roadshow bei der jeder gerne eingeladen ist...
09:57
Gunnar Porada war ein richtiger Hacker.
Bislang finde ich als Quelle die dies bestätigt nur Gunnar Porada, der sich selbst unablässig so bezeichnet. Selbst zu deutschen Hackern aus der Vor-Internetzeit finden sich mehr Belege als zur angeblichen Hackerkomptenz Gunnar Poradas.
Wenn Gunnar Porada in Echtzeit Konten plündern könnte, müsste er wohl nicht in Herne auftreten.
22:36
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22:08
Buah..hahaha.......nicht nur diese Kleinstkrückenveranstaltung......nein, auch Provinzveranstaltung mit Aha-Effekt........
na, heute schon Computerbild oder PCWelt gelesen?