„Es müssten 10 000 sein“
26.04.2010 | 19:17 Uhr 2010-04-26T19:17:00+0200
Herne.Früher gingen Tausende am Tag der Arbeit auf die Straße. Heute, so die Gewerkschaften, seien die Beschäftigten vorsichtiger geworden. Und dafür gebe es gleich mehrere Gründe.
Früher war der Rathausvorplatz schwarz von Menschen. Tausende Besucher zeigten beim „Kampftag“ der Arbeiterbewegung Flagge. So am 1. Mai 1948, von dieser Demo ist ein beeindruckendes Bild im Stadtarchiv überliefert. Die Zeiten sind vorbei, seit den 60er Jahren geht das Interesse zurück. Zwar haben die Gewerkschaften in Herne und Wanne-Eickel noch immer etwa 20 000 Mitglieder, nur gehen längst nicht alle auf die Straße. Im vergangenen Jahr kamen 1000 bis 1200.
„Sicher, unter den Gewerkschaftsmitgliedern sind viele Arbeitslose und Rentner. Trotzdem, es müssten eigentlich 10 000 Menschen an der Mai-Demonstration teilnehmen“, sagt Norbert Arndt von Verdi. Dass die Bereitschaft zum kämpferischen Auftritt abgenommen habe, habe mehr als einen Grund. „Das politische Bewusstsein ist ein Stück weit abhanden gekommen“, sagt Arndt. Hinzu käme eine „Rebrutalisierung der Arbeitswelt“ und eine große Anzahl prekärer Arbeitsverhältnisse. „Die Beschäftigten sind vorsichtiger geworden, sich für ihre Interessen einzusetzen.“ Angriffe auf Betriebsräte hätten zugenommen, und manch Anwaltskanzlei habe sich sogar darauf spezialisiert, Betriebe im Sinne der Arbeitgeber „sauber“ zu halten. „Da werden ganze Strategien angeboten“, weiß Eva-Maria Kerkemeier von der IG Metall.
Die Herner Gewerkschaften wollen sich von all dem nicht schrecken lassen. Für sie ist der diesjährige Tag der Arbeit aus zweierlei Gründen ein besonderer. Erstens: Er findet acht Tage vor der richtungsweisenden Landtagswahl in NRW statt. Und zweitens: Dieter Fregin, Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, ist als Personalrat von Entsorgung Herne in die Schusslinie einer hausinternen Opposition geraten. „Wir werden ihm am 1. Mai unsere einmütige Solidarität aussprechen. Die Herner Gewerkschaften stehen diesen Konflikt gemeinsam durch“, so Norbert Arndt.
Die Arbeitnehmer-Organisationen wollen am Samstag dazu aufrufen, unbedingt zur Landtagswahl zu gehen. Die Menschen sollten sich die Programme ganz genau ansehen und dann ihr Kreuz machen. Ohne für die Wahl einer bestimmten Partei zu werben, wollten die Gewerkschaften „die Sauereien“ der letzten Monate und Jahre ansprechen, schließlich bestehe die Gefahr, dass die Umverteilungspolitik fortgesetzt werde.
„Wir gehen vor, gute Arbeit, gerechte Löhne, starker Sozialstaat“ – so heißt das Motto der diesjährigen Kundgebung. Man werde zu reden haben über die üble Kampagne von FDP-Chef Guido Westerwelle, die Erhöhung von Hartz IV und die Einführung von Mindestlöhnen fordern und das Problem der Leiharbeit beleuchten. „Wir fordern eine deutliche Veränderung der Politik“, sagt Kerkemeier, stärkere Mitbestimmung durch die Arbeitnehmer, Begrenzung von Kapitalmarkt und Bankwirtschaft. „Die Banken bekommen gerade billiges Geld und verkaufen es teuer weiter an die Betriebe. Der Bürger zahlt so doppelt und dreifach für die Krise, das kann nicht sein.“ Gleichwohl: Die Gewerkschaften wollen auch in diesem Jahr nicht nur reden und demonstrieren. „Wir runden den Tag mit einem Familienfest ab“, sagt Dieter Fregin.
17:49
@25
Das wird nichts bringen.
Frau Kerkemeier ist auf Linie und hat keine eigene Meinung.
Ihre Vorzimmerdamen fühlen sich ebenso als Experten und sie alle zusammen sind dem Glauben verfallen:
Wir in diesem Raum sind die Gewerkschaft !
Schade, das es so ist!
14:05
Den Brief kann man auch an die gewählte DGB- Kreisvorstandsstellvertreterin Kerkemeier IGMetall Herne ( WAZ vom 15.11.2009- DGB bestätigt Führungsteam-). schicken.
07:49
Setzt doch den offenen Brief am DGB Kreisvorstand Dieter Fregin im Forum als Diskussionsbeitrag zum 1. Mai und wie sich Gewerkschaftsführer gegenüber kritischen Mitglieder verhalten.
21:29
Ja, ja, zwischendurch hatte ich auch etwas gepostet wegen dem Verbot des MLPD Standes durch den DGB Kreisvorstand. schon wieder weg... Vielleicht nimmt man das kurze posting ja nicht raus, wir werden sehen..
17:19
Dann kann man eine Demo beim DGB Kreisvorstand Herne Büro Entsorgung Herne, Südstraße durchführen. Wir gehen vor? Gute Arbeit. Was soll das sein?
16:17
@20
Ja!
Und morgen gibt es am IG Metall-Stand wieder kostenlose Bier- und Würstchenmarken- verteilt an die Garde der IG Metall Rentner, die immer so schön, nachdem sie nicht mehr in den Betrieben arbeiten, jetzt die interessensvertreter spielen.
Jetzt werden aus einigen Duckmäusern Arbeiterkämpfer!
Also, hinein in den Tag der Arbeit oder Tag der Mehrarbeit oder Tag des Arbeitslosen oder gar..
Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse?
Von der Klasse an sich zur Klasse für sich?
07:51
Hat der DGB Kreisvorstand Herne noch immer seine postalische Adresse/ e-mail Adresse bei Entsorgung Herne.?
20:02
Ach ja, 10 000 de müßten es sein, meint Herr Arndt.
10 000, die auch seinem Ruf folgen sollen.
Aber vorsicht!
Darunter könnten ja -sogenannte Linksextreme, Verfassungsfeinde oder gar MLPD ler sein!
Und die sind nicht einzuschätzen!
Bauen Informationsstände auf, verteilen gar Flugblätter deren Inhalte mit den örtlichen Gewerkschaftsspitzen nicht abgestimmt sind.
Treten gegen Leiharbeit, Hartz Gesetze und Lohnraub an, die doch von einer Partei, die dem DGB nahesteht, erst so richtig mit Leben erfüllt wurde: Herr Schröder, Herr Müntefering, Herr Clements, und..und ..und..!
Ja, das kann man doch als staatstragender Achtstunden-Revoluzzer nicht akzeptieren. Die Partei und die Lampen sind in Gefahr.
Aber da gibt es ja noch eine Möglichkeit: Sie werden vom Lokal DGB gar nicht erst zugelassen. Frei nach dem Motto: Bei uns kann jeder offen über Alles schweigen und sagen, was wir vorgeben. Und im Härtefall: Wir sind gewappnet mit der Verbindung zu Entsorgung Herne! Also werden sie politisch entsorgt!
Verdammt noch einmal: Was ist aus der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung geworden- nicht nur in Herne! Weiss man nicht mehr wo seine waren Gegner sitzen? Ist man von ihrer Nähe schon so geblendet? Dann Kurt Tucholsky lesen und verstehen: Die Verräter!
17:09
Aus dem Kampftag der Arbeiterbewegung, wird der 1. Mai zum Familienfest umgetauft. Die Gewerkschaften die wir Arbeiter zum Kämpfen für uns aufgebaut haben, werden ein soziales Unternehmen für Arbeitgeber. Man kann die Gewerkschschaftsführer nur noch auslachen und zu rufen:Tretet zurück, damit wir wieder kämpferische Gewerkschaftssekretäre bekommen. Lasst alle Mitglieder die örtlichen Vorsitzenden und Sekretäre der Gewerkschaft wählen. Der 1 Mai ist für uns alle gestrichen. Familienfest am 1. Mai. Fürchterlich.
01:16
Die Idee des 1. Mai ist gut und wichtig, aber selbstherrliche, besserwissende und arrogante Gewerkschaftsfunktionäre sorgen für mangelndes Interesse und ohne die Freibiermarken von Verdi würden noch weniger kommen. Für Herrn Bollman gilt wieterhin Ich habe ein Amt, da kann man nicht noch eine Meinung haben.