"Es hat etwas mit Ängsten zu tun"
05.03.2009 | 19:15 Uhr 2009-03-05T19:15:26+0100Die wenigen Anmeldungen an den Hauptschulen überraschen Schuldezernentin Gudrun Thierhoff nicht.Die Qualitätsoffensive des Landes laufe ins Leere. Trend zu höheren Bildungsabschlüssen
Schuldezernentin Gudrun Thierhoff können die wenigen Anmeldungen an den Hauptschulen in Herne und Wanne-Eickel nicht mehr überraschen. Wie berichtet, hatten sich bis zum Ende der Fristen nur 106 Eltern für die sechs Schulen entschieden.
Obwohl Thierhoff noch mit 40 bis 50 Nachmeldungen rechnet, sei es für sie an der Zeit, mit Nachdruck in die Strukturdebatte einzusteigen. "Die Qualitätsoffensive des Landes für die Hauptschulen läuft ins Leere. Obwohl jede einzelne Schule in unserer Stadt eine hervorragende Arbeit macht, wird das System nicht mehr angenommen", sagte die Dezernentin zur WAZ. Angesichts der Anmeldezahlen müsse man an allen weiterführenden Schulen feststellen, dass der Trend zu höheren Bildungsabschlüssen ungebrochen sei. Dies gelte für Real-, Gesamtschulen und Gymnasien gleichermaßen. Dabei überhole die Realität sogar die von der Stadt erstellten Prognosen.
Das Wahlverhalten der Eltern sei angesichts einer immer heftiger tobenden Bildungsdiskussion verständlich. "Das hat auch etwas mit Ängsten zu tun. Mütter und Väter befürchten einfach, dass ihre Kinder mit einem Hauptschulabschluss abgehängt werden", sagt Thierhoff.
Überrascht zeigte sich die Dezernentin über den von Schulamtsdirektorin Christel Dahmen gemachten Vorschlag, Fünft- und Sechst-klässler, Siebt- und Acht- beziehungsweise Neunt- und Zehntklässler in Lerngruppen zu unterrichten, um die Hauptschulen zu stützen. Das Gesetz nämlich sagt, dass eine Eingangsklasse eigentlich erst bei einer Mindestzahl von 18 Schülern gebildet werden kann. "Für den Übergang kann das eine Lösung sein, langfristig aber sollten wir so etwas sorgfältig abwägen", sagt die Dezernentin.
Die Stadt als Trägerin der weiterführenden Schulen will sich kurzfristig mit der Schulaufsicht aus Arnsberg zusammensetzen und die Situation analysieren. "Wir werden das in aller Ruhe tun. Es wird keine Schnellschüsse und keine kurzfristigen Schulschließungen geben", so Thierhoff. Ende des Jahres aber, glaubt die Dezernentin, könnten wichtige Entscheidungen zur Zukunft der sechs Hauptschulen auf der Tagesordnung stehen.
Eine Entscheidung in Sachen Gymnasien ist bereits gefallen. Das Otto-Hahn-Gymnasium am Hölkeskampring muss Schülerinnen und Schüler abweisen. Es bleibt auch im kommenden Schuljahr vierzügig. Während die Schule gern fünf Eingangsklassen gebildet hätte, sieht die Stadt dafür keine Notwendigkeit.
20:55
Irgendwo kann ich es verstehen!Ich möchte meine Kinder auch nicht auf eine Hauptschule schicken.Erst vorgestern wurde mein 7 Jähriger Sohn von einem Hauptschüler verprügelt obwohl ich dabei war.Als ich dazwischen ging wurde man noch blöd angemacht.Die Hauptschule am Hölkeskampring würde ich aufjedenfall meiden, nicht nur wegen der Schüler auch wegen der Lehrer!