Erstaufnahme-Einrichtung für Herne?

Der Flüchtlingsrat Herne schlägt der Stadt vor, das ehemalige Siemens-Werk an der Südstraße nicht wie geplant als vierte Asylbewerber-Unterkunft zu nutzen. Stattdessen, sagte

Sprecherin Anja Stahl zur WAZ, solle die Stadt die seit 2012 geschlossene Betriebsstätte für Windkraftanlagen dem Land als Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge anbieten. Das Argument des Flüchtlingsrates: Werde auch das Siemens-Werk als Not-Unterkunft genutzt, würde auch in dieser Groß-Einrichtung die Integration erschwert. Bislang betreibt die Stadt Flüchtlingseinrichtungen am Zechenring sowie an der Buschkamp- und Dorstener Straße. Als Erstaufnahme-Einrichtung wäre das ehemalige Siemens-Werk aber durchaus nutzbar, mit einem entsprechenden Konzept sei dort „eine menschenwürdige Unterbringung möglich“. Vorteil für die Stadt: Das Land übernähme die Finanzierung, und Herne bekäme entsprechend weniger Flüchtlinge zugewiesen.

Laut Sozialdezernent Chudziak verzögert sich die Inbetriebnahme der neuen Unterkunft um einige Wochen. Die Stadt wolle dort nun zunächst 95 Menschen unterbringen. Platz für die zunächst geplanten 175 Asylbewerber zu schaffen, sei wohl zu kostenintensiv, begründet er.