Emschertalmuseum Herne zeigt Werke von Cornelia Funke

Werfen schon einmal einen Blick in die Vitrinen: Die Dozenten und Mitarbeiter des Emschertalmuseums Ulrike Most, Andrea Prislan, Anja Borkenstein, Thorsten Wandt und Torsten Kropp (v.l.).
Werfen schon einmal einen Blick in die Vitrinen: Die Dozenten und Mitarbeiter des Emschertalmuseums Ulrike Most, Andrea Prislan, Anja Borkenstein, Thorsten Wandt und Torsten Kropp (v.l.).
Foto: Thomas Goedde
Über 400 Originalzeichnungen der bekannten Autorin und Illustratorin Cornelia Funke sind seit dem 1. März im Emschertalmuseum in Herne zu sehen.

Herne.. Tief in die fantastische Tinten- und Spiegelwelt der Cornelia Funke können die Besucher von Schloss Strünkede und der Städtischen Galerie seit Sonntag, 1. März, eintauchen: Unter dem Titel „Tintenherz, Wilde Hühner und Gespensterjäger“ zeigt das Emschertalmuseum in seinen beiden Häusern eine große Retrospektive mit Arbeiten der gebürtigen Dorstenerin.

Denn Cornelia Funke, ihre Fans wissen es längst, ist nicht nur eine ungemein kreative und produktive Geschichtenerzählerin mit Worten, sondern auch mit Bildern.

Von frühen Auftragsarbeiten bis zu „Reckless“

Mehr als 400 ihrer originalen Zeichnungen sind im Emschertalmuseum zu sehen - von Cornelia Funkes frühen Illustrationen im Auftrag von Verlagen oder auch Zeitschriften wie „Brigitte“ über ihre ersten eigenen Bücher („Die große Drachensuche“) bis zu ihren Hauptwerken, der „Tintenwelt“-Trilogie, den „Wilden Hühnern“ und der „Reckless“-Reihe, zu der gerade der dritte Band „Das goldene Garn“ erschienen ist. „Die Reckless-Reihe ist nicht ohne, eher für Erwachsene als für Kinder“, sagt Kirsten Katharina Büttner, Kuratorin der Ausstellung und stellvertretende Leiterin des Emschertalmuseums.

Als Mutter einer schwer vom Funke-Fieber infizierten Tochter ist sie obendrein zur Fachfrau für das Thema geworden und kann selbst aus dem Stand die Geschichten wiedergeben. Für alle anderen gibt es in der Ausstellung hilfreiche Banner mit Zusammenfassungen der jeweiligen Bücher, die auch zum Schmökern ausliegen.

Besucher sollten viel Zeit mitbringen

Ob Funke-Kenner oder nicht - Besucher der Ausstellung, die 2013 schon in der Oberhausener Ludwiggalerie zu sehen war, sollten nicht nur die Bereitschaft mitbringen, in Märchenwelten abzutauchen, sondern vor allem auch viel Zeit. Jedes einzelne Bild erzählt mit großem Einfallsreichtum und einer guten Portion Witz eine kleine Geschichte für sich: Da klammern sich Hühnchen an beschuhte und bestrumpfte Tischbeine, während darüber fröhlich Mäuse im Lampenschirm herumturnen, auf Wolken treiben Frösche dahin und auf Friedhöfen stieben winzig kleine Betttuch-Gespenster davon. Manche Bilder strahlen vor Farbe, andere sind schon fast etwas deprimierend düster.

Nicht nur die letztlich veröffentlichten Arbeiten sind zu sehen, sondern auch viele akribisch angefertigte Entwürfe. Es lässt sich nur erahnen, wie viel Arbeit darin steckt. Das wird vor allem bei den Covern für die „Tintenwelt“-Trilogie deutlich, für die Cornelia Funke diverse komplett unterschiedliche Entwürfe entwickelte, bis die Entscheidung auf den bekannten Umschlag fiel mit den an die mittelalterliche Buchkunst angelehnten, detailreich gearbeiteten Initialen.

Musik, Walk-Act und Workshops zur Eröffnung

Die Ausstellung wird am Sonntag, 1. März, 15 Uhr, in der Städtischen Galerie und in Schloß Strünkede mit einem bunten Begleitprogramm eröffnet. Nach einer Einführung durch Christine Vogt, Direktorin der Ludwiggalerie Schloß Oberhausen, ist die Gruppe Skjella zu hören und das upArt Theater Siegburg zu sehen. Im Schloss findet ein offener Workshop „Funkelnde Leporellos“ statt, in der Galerie können unter Anleitung des Herner Künstlers Torsten Kropp Drachen, Hexen und Gespenster gezeichnet werden.

Die Ausstellung ist bis zum 25. Mai zu sehen. Führungen für Gruppen, Schulklassen oder Offene Ganztage können unter HER 16 2611 vereinbart werden. Schon im Vorfeld habe es dazu Anfragen gegeben, so Kuratorin Bittner. Weitere Führungen finden am 8. März, 5., 12., 25. April, am 10., 17. und 25. Mai, jeweils um 15 Uhr statt.

Der Eintritt in die Ausstellung kostet für Erwachsene drei Euro, für Kinder/Jugendliche bis 17 Jahre 50 Cent. Der Katalog kostet knapp 30 Euro.