Emschergenossenschaft inspiziert Kanal in Herner Unterwelt

Bei diesem Anblick kommt dem Betrachter fast automatisch der Filmklassiker „Der dritte Mann“ in den Sinn: Mitarbeiter der Emschergenossenschaft inspizierten einen über 100 Jahre alten Kanal.
Bei diesem Anblick kommt dem Betrachter fast automatisch der Filmklassiker „Der dritte Mann“ in den Sinn: Mitarbeiter der Emschergenossenschaft inspizierten einen über 100 Jahre alten Kanal.
Foto: Rupert Oberhäuser
Was wir bereits wissen
Mitarbeiter der Emschergenossenschaft inspizierten einen Durchlass unter dem Hauptbahnhof Wanne-Eickel. Ein Abstieg in eine historische Unterwelt.

Herne.. Die Szenerie erinnert ein wenig an den Filmklassiker „Der dritte Mann“ – nur, dass in diesem Fall nicht wie in dem Film von 1949 Orson Welles durch die Wiener Kanalisation hetzt, sondern Mitarbeiter der Emschergenossenschaft den alten Durchlass des Dorneburger Mühlenbachs unterhalb des Wanne-Eickeler Hauptbahnhofs inspiziert haben.

Der über 100 Jahre alte Durchlass ist ein Beispiel für den „Kanalbau der alten Schule“: Damals wurden Abwasserkanäle nicht mit Hilfe ganzer Rohrelemente gebaut, sondern schlicht aus einzelnen Steinen gemauert. Doch diese Bauweise hat ihre Tücken – die alten Kanäle sind mittlerweile meist porös und undicht. So auch der Durchlass des Dorneburger Mühlenbachs.

Gemäuer muss saniert werden

Um zu verhindern, dass der rund 1,25 Kilometer lange Schmutzwasserkanal unnötig sauberes Grundwasser aufnimmt, das aus dem Erdreich durch die undichten Stellen eindringt, muss die Emschergenossenschaft den Kanal demnächst sanieren. Im Vorfeld dieser Arbeiten, die noch konzipiert werden müssen, haben die beteiligten Mitarbeiter der Emschergenossenschaft in dieser Woche erst einmal eine Begehung des Sammlers vorgenommen.

Das saubere Bachwasser aus dem Dorneburger Mühlenbach fließt bereits seit zwei Jahren in einem parallel angelegten Reinwasserkanal, den die Emschergenossenschaft im Rahmen des Großprojekts „Emscher-Umbau“ unterhalb des Wanne-Eickeler Hauptbahnhofs verlegt – nicht gemauert (!) – hat. Bei dieser Maßnahme wurden vorausschauend auch Grundwasserdrainagen verbaut, die dafür sorgen, dass es nach einer Sanierung und Verdichtung des alten Kanals nicht zu ungewollten Grundwasseranstiegen kommt.