Einzug der Kultur in die Overwegschule verzögert sich

Die leere Grundschule Overwegstraße wartet auf kulturelle Nutzung.
Die leere Grundschule Overwegstraße wartet auf kulturelle Nutzung.
Foto: Eickenbusch
Was wir bereits wissen
Die Kulturschaffenden stehen seit Monaten in den Startlöchern, doch es sind noch baubehördliche Hürden zu überwinden. Nun ist ein Einzug für Sommer angekündigt.

Herne..  Schon seit Monaten versperrt ein Gitter den Zugang zur früheren Grundschule an der Overwegstraße im Herner Süden. Die letzten Schüler sind vor den Sommerferien die Treppenstufen heruntergelaufen, jetzt ist es still in dem Gebäude, nur ein paar Handwerker sind im Haus. Dass die alte Schule vorwiegend kulturell genutzt werden soll, steht seit September fest. Doch die baurechtlichen Hürden sind hoch. Nun wird der kommende Sommer als Zeitraum für einen Einzug der Kulturschaffenden genannt, die langsam die Geduld verlieren.

Antrag muss ergänzt werden

Die Verzögerungen begründet Kathrin Schween vom Gebäudemanagement Herne (GMH) mit einer geänderten Belegung der Räume. „Wir haben im letzten Herbst einen Nutzungsänderungsantrag eingereicht, der nach einer Konzeptänderung überarbeitet werden muss“, erklärt die Immobilienmanagerin von GMH. Das geschehe jetzt im Laufe des Aprils. Neben dem Theater Kohlenpott wollen die Diakonie, die Musikschule, das Eine-Welt-Zentrum und die Gesellschaft zur Förderung der Integrationsarbeit (gfi), der Jugendkultur-Veranstalter Roomservice und die Kultur-Agentur Goldener Raum in die alte Schule an der Overweg­straße einziehen.

Sobald die Genehmigungen der Bauverwaltung vorlägen, was weitere sechs Wochen dauern könne, werde mit den Brandschutzmaßnahmen begonnen. Dabei geht es unter anderem um die Schaffung so genannter „zweiter Rettungswege“ im ersten Stock, unter anderem durch einen Durchbruch in die Aula der Musikschule nebenan.

Ein weiteres Thema ist die Barrierefreiheit, die in öffentlichen Gebäuden gegeben sein muss. Aber was heißt „öffentlich“? Eine Definitionsfrage, die es zwischen Gebäudemanagement, Bauordnung und Fachbereich Kultur abzustimmen galt. Mit dem Ergebnis, dass das zweite Obergeschoss als „nicht öffentlich“ zunächst einmal nicht barrierefrei zu erreichen sein wird. Dort werden sich der Roomservice und der Goldene Raum mit Büroräumen ansiedeln, die Jugendkunstschule verlegt ihr Malatelier aus der Musikschule hierher, und eventuell will die Volkshochschule noch einen Raum nutzen.

Barrierefrei erreichbar ist dagegen künftig der erste Stock, und zwar über den Fahrstuhl der Musikschule, an die die Grundschule über die Aula angebunden sein wird. Diese Etage wird vom Theater Kohlenpott für Workshops, Proben und Büro genutzt werden.

Auch das Erdgeschoss soll behindertengerecht zugänglich gemacht werden, und zwar durch einen Treppenlift. Dort will die Musikschule zwei Räume belegen. Das Eine-Welt-Zentrum hat vor, sein Schulprogramm hier stattfinden zu lassen. Für das - noch nicht barrierefrei erreichbare - Souterrain hat das Diakonische Werk Pläne, die in Richtung quartiersnahe Beratung und Stadtteilarbeit gehen. Geklärt werden muss auch noch die Anzahl der Parkplätze. Neue Toiletten werden im nächsten Jahr eingebaut.

Renovieren schon möglich

„Die neuen Nutzer können jetzt schon renovieren“, sagt Kathrin Schween, mit Ausnahme der Gruppen, die direkt von den noch anstehenden Arbeiten wie dem Durchbruch betroffen seien. Mit ihr ist Klaus-Dieter Gülck vom Fachbereich Kultur überzeugt, dass man inzwischen auf einem guten Weg sei. Auch er rechnet mit einer Fertigstellung im Sommer.