Eine Schule blüht auf
29.04.2009 | 17:48 Uhr 2009-04-29T17:48:00+0200
Landesverband Gartenbau und Robert-Brauner-Schule setzen auf gedeihliche Zusammenarbeit.
Satte 800 bis 900 Quadratmeter misst der Schulgarten der Robert-Brauner-Schule an der Bergstraße im Herner Süden. Für die Schüler und Lehrer ist dort immer viel zu tun, aber gestern Morgen ab 9 Uhr gab es auf den Wegen zwischen den Beeten kaum ein Durchkommen: Mitglieder des Landesverbandes Gartenbau Westfalen-Lippe mit Thorsten König, Vorsitzender der Fachgruppe Einzelhandelsgärtner, in vorderster Reihe, waren angerückt, um mit tatkräftiger Hilfe der Schüler Garten und Schulgebäude aufblühen zu lassen. Als zwei Stunden später die zur Feier der Aktion eingeladenen Gäste eintrafen - darunter Hernes Bürgermeister Ingo Bontempi, die CDU-Bundestagsabgeordnete Ingrid Fischbach und der Stadtgrün-Chef Heinz-Jürgen Kuhl - konnten die fleißigen Gärtner schon einiges vorweisen, unter anderem 24 Balkonkästen von einem Meter Länge, bepflanzt mit Blumen in den aktuellen Trendfarben: rosafarbene Verbenen, lila Heliotrop (Vanilleblume), weißgrüner Weihrauch, rosa Millionbells und Süßkartoffeln - mit ihrem dunkelroten Laub ein echter Hingucker.
Während diese neuen Blumenkästen nun die zu den Fronten liegenden Fenster der im Atrium-Stil gebauten Schule schmücken, sind die Blumenkästen im Innenhof mit Eigengewächsen bestückt. Die roten Geranien haben im Gewächshaus der Schule schon den Winter überdauert. „Es wäre zu schade, solche alten Pflanzen wegzuwerfen”, sagt Thorsten König, der viele der Pflanzen angeliefert hat.
Ihm liegt daran, schon bei Kindern und Jugendlichen das Bewusstsein für den Wert von Pflanzen und Grün zu wecken und zu fördern und traf mit diesem Anliegen in der Robert-Brauner-Schule auf weit geöffnete Türen: „Garten und Hauswirtschaft sind Schwerpunkte unserer Arbeit hier”, sagt Konrektorin Elke Tönnis, deren Kluft und Händen anzusehen ist, dass sie an diesem Morgen kräftig mitangepackt hat.
Ihr liegt vor allem die Pflege des Gartens am Herzen, wo Zierpflanzen ebenso wachsen wie Nutzpflanzen: „Wir haben heute morgen ein Kartoffelbeet angelegt und hier, gegenüber, haben wir Weizen gesät, schon im Hinblick auf das Erntedankfest”, erklärt Elke Tönnis. Im Hintergrund sind kleinere Beete, die von einzelnen Klassen betreut werden, während die beiden Abschlussklassen sich um die großen Beete kümmern, wie zum Beispiel auch um die Staudenrabatten, in denen es jetzt schon üppig grünt.
Der Einsatz von Kunstdünger ist in der Robert-Brauner-Schule tabu: „Darauf legen wird großen Wert”, sagt Elke Tönnis. Und was tun bei einer Schneckenplage? „Absammeln”, sagt die Lehrerin trocken und fügt schmunzelnd hinzu: „Die Schüler müssen lernen, auch mal eine Schnecke anzufassen oder einen Regenwurm” - ohne gleich „iiiih” zu schreien.
Die Produkte aus dem Garten wie der Rhabarber, der jetzt Saison hat, werden an Interessierte, vor allem an das Kollegium verkauft, die Erlöse wiederum zum Kauf von Jungpflanzen oder Samen verwendet. Oder sie werden in der Schulküche weiterverarbeitet, was übrigens auch für die eher weniger beliebten Un-, Wild- oder Beikräuter gilt: „Vom Löwenzahn haben wir in der vergangenen Woche die Köpfe geerntet und daraus Sirup gemacht”, erzählt Schulleiter Gisbert Knierim. „So lernen die Schüler, dass sich selbst solche Pflanzen sinnvoll nutzen lassen.” Die Schule hofft nun, in Herne Gartenprofis dafür zu gewinnen, die sie weiter beim Gedeihen des Gartens unterstützen.
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