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Nach der Wahl

"Eine Katastrophe"

28.09.2009 | 17:26 Uhr

Die Herner SPD leckt ihre Wunden. Jungsozialisten wünschen sich mutige personelle Schnitte und eine Annäherung an die Linke

Bevor die hiesigen Sozialdemokraten eine schlechte Nacht zu überstehen hatten, hatten sie sich Sonntagabend noch in den Herner Flottmann-Hallen versammelt. In trauter Runde blieb ihnen nichts anderes übrig, als die historische Wahl-Schlappe ansatzweise zu verdauen. „Die Stimmung”, so berichten Teilnehmer, „war wirklich nicht rosig.”

Mit einem derart massiven Einbruch im Besonderen bei den Zweitstimmen hatte die SPD in der Emscherstadt nicht gerechnet – vor allem nicht nach dem respektablen Ergebnis bei der Kommunalwahl vor vier Wochen. Der Bund ist nicht Herne und Herne nicht der Bund. Vor Sonntag war ein Zweitstimmen-Ergebnis von 40,6 % trotzdem undenkbar.

„Diese Dimension kam für uns überraschend”, sagt der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Frank Dudda. Am Tag eins nach dem Desaster richteten Dudda und die SPD den Blick nach vorn. „Die Partei muss sich neu aufstellen, personell wie inhaltlich”, fordert Dudda. Man werde mit Sicherheit nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, der am Montagabend zur Wiederwahl antrat, konnte sich am Montag Mittag nicht vorstellen, dass Partei-Chef Franz Müntefering beim nahenden Parteitag der SPD in Dresden noch einmal für den Vorsitz kandidieren werde. „Es muss darum gehen, bis Dresden einen geordneten Übergang zu organisieren”, sagte Dudda.

Die Sozialdemokratie hat es augenscheinlich nicht geschafft, die Menschen zu erreichen. „Vor allem im Bereich der jungen Generation haben wir kräftig Nachholbedarf”, glaubt Dudda. Dass Frank-Walter Steinmeier die Rolle des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag übernehmen wolle, das „kann ich mir gut vorstellen”. An der Parteispitze aber müsse der Wunsch nach mehr Herz irgendwie abgebildet werden.

Für die junge Generation der Herner SPD nahm der Juso-Vorsitzende Jan Majchrzak Stellung: „Das Ergebnis ist eine echte Katastrophe. Aber es beinhaltet auch die Chance, einen neuen Weg zu gehen.” Die strikte Abgrenzung der Bundes-SPD zu den Linken sei „nicht gut” gewesen – „ein strategischer Fehler”, sagt Majchrzak. Er wünsche sich angesichts vieler programmatischer Überschneidungen eine Annäherung. Die SPD müsse einen Neuanfang wagen und politische Mehrheiten links der Mitte organisieren. „Wir müssen da den Marsch vorgeben.”

Insgesamt sprach sich der Chef der Jusos für mutige personelle Schnitte aus. Majchrzak würde es begrüßen, die Parteispitze mit frischen Männern und Frauen auch aus der zweiten Reihe zu bestücken. Die SPD von heute habe ein Glaubwürdigkeitsproblem, idealistische, junge Leute müssten wieder Begeisterung wecken. Den Parteichef der Herner SPD, Gerd Bollmann, nahmen die Jusos aber aus der Schusslinie: „An ihm hat es nicht gelegen.”

Für einen ersten Beitrag zur personellen Veränderung vor Ort konnte die Herner SPD bereits am Montag Abend sorgen. Die Kandidatinnen und Kandidaten für das Direktmandat bei der Landtagswahl im Mai 2010 sollten ihren Hut in den Ring werfen. Bisher hat Frank Sichau das Mandat in Düsseldorf inne. Dem Vernehmen nach ist denkbar, dass Sichau zur Wahl im Mai nicht mehr antritt.

Kai Wiedermann

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Kommentare
05.10.2009
18:40
Eine Katastrophe
von Lady in black | #48

Stimmt, jedoch wer in Wanne / Herne hat die SPD gewählt ? ?? Das erbrachte Resultat läßt die Herren fünf weitere fünf Jahre regieren und weiteren Unsinn fabrizieren.

05.10.2009
17:44
Eine Katastrophe
von peddaaaaa | #47

Aber ändern tut sich leider nichts. Die werden uns weiter kaputtregieren, aber haputsache nett in die kamera lächeln und spd-würfel durch die gegend tragen

05.10.2009
15:59
Eine Katastrophe
von Lady in black | #46

# 46 Es ist anzunehmen, daß auch hiesige Bürger endlich erwachen werden !
Der rote Filz grassiert nun schon seit Jahrzehnten und ein Unsinn nach dem Anderen wird fabriziert.

05.10.2009
08:46
Eine Katastrophe
von Der Horsthauser | #45

Ob auf Bundesebene nun endlich Klarheit geschaffen wurde oder nicht, wird in Herne doch so schnell keiner merken.

Hier durfte die SDP seit Jahrzehnten wirken (das positive Ergebnis kann sich der Bürger ja entsprechend im Zeitraffer in Wanne und Herne ansehen) und die selbst geschaffenen Haushaltslöcher auch Informationspolitisch verdeckt an die Bürger mittels Einsparmaßnahmen vermitteln.

Die Abgaben dürften steigen, die Leistung noch weiter sinken und die farbenfrohe Ideologie mit neuen Ideen geht weiter.

04.10.2009
22:59
Eine Katastrophe
von Voltaire II | #44

Mitleid mit den Sozialdemokraten kann ich nicht haben nach dem Geschehenen !

Die Bürger haben der einst sozialen Partei einen nachhaltigen Denkzettel erteilt.

Ob diese, jetzige Koalition jedoch an das Wohl der Bürger denkt, ist fraglich !

03.10.2009
20:53
Eine Katastrophe
von Lady in black | #43

Schröder bekommt das Prädilat 5, für Merkel jedoch bleibt eine 6 !

03.10.2009
19:18
Eine Katastrophe
von Lanzelot | #42

....auch die AGENDA 2010 ist katastrophal und Wähler kann ich rational nicht verstehen, die eine etablierte Partei gewählt haben, denn was ist aus unserem Land geworden? Man bastelt in Berlin schon an einer zweiten, schärferen AGENDA !

01.10.2009
09:38
Eine Katastrophe
von sindaXYZ | #41

Ich glaube auch, dass jetzt alles ganz, ganz schlimm wird. Bestimmt haben wir bald alle nichts mehr zu essen, nichts mehr zum Anziehen und müssen alle im Freien schlafen und erfrieren deswegen. Und alles, ja alles nur wegen der SPD. Echt fies. Also Bollmann, Dudda und Majchrzak: Überlegt euch was!!!

01.10.2009
01:03
Eine Katastrophe
von Charme/2602 | #40

Reformen des ehrenwerten Schröder `und Co. werden noch jahrelang greifen und eine Stagnation macht sich ganz unten breit, so daß es nur noch zwei Schichten in diesem Land geben wird!

30.09.2009
23:22
Eine Katastrophe
von haendeueberderstadt | #39

Auf gute Zusammenarbeit!

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