Ein Trauertag

40 Jahre Städteehe. Dieser Zusammenschluss hat sich immer mehr als das entpuppt, was er von Anfang an war: als Eingemeindung Wanne-Eickels und damit als ein Akt politischer Vergewaltigung des einen Partners durch den anderen.

Das begann mit der Namensgebung, wobei selbst auf den Ortseingangsschildern der Name Wanne-Eickel schnellstens gestrichen wurde. Zudem hat Wanne-Eickel einen Großteil seiner Rechte, einschließlich Ämter und Behörden, kontinuierlich an den anderen Ehepartner verloren. Renommierobjekte des Landes wurden ausschließlich in Herne angesiedelt. Dass wenigstens das Amtsgericht in Wanne-Eickel selbstständig blieb, ist bekanntlich nicht der Nächstenliebe von Herne zu verdanken. Mangelnde Sensibilität und Empathie zeigen sich auch darin, dass die Wiedereinführung des WAN-Kennzeichens von den Herner Etablierten in Politik und Verwaltung zunächst vehement abgelehnt wurde. Vor diesem Hintergrund immer noch von einer „Städte-Ehe auf Augenhöhe“ zu sprechen, ist der reinste Hohn. Der 1. Januar 1975? Ein Freudentag für Herne, ein Trauertag für Wanne-Eickel.