Ein hypnotisierend schönes Konzert

Das Duo Casals spielte in Herne. Felicitas Stephan (Cello) und Wolfgang Lehmann (Gitarre) präsentierten spanische und südamerikanische Musik.
Das Duo Casals spielte in Herne. Felicitas Stephan (Cello) und Wolfgang Lehmann (Gitarre) präsentierten spanische und südamerikanische Musik.
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Was wir bereits wissen
Das Duo Casals bescherte dem Publikum in der Alten Druckereiein kammermusikalisches Lauschen am Feierabend.

Herne..  Ein Duo aus Cello und Gitarre bescherte in der Alten Druckerei ein Konzert, das im besten Sinne hellhörig machte. Freilich muss es sich bei dem Duo um selbstbewusste Musiker handeln, wenn sie sich nach Pablo Casals - einem der größten Cellisten aller Zeiten - benennen.

Indes steht „Duo Casals“ auch für die Herkunft des Namensgebers: Spanien und dessen kulturelles Erbe. Mit Werken spanischer und lateinamerikanischer Komponisten bescherte das Duo dem Publikum ein kammermusikalisches Lauschen am Feierabend.

Durchzogen mit kunstvoll verarbeiteter Folklore, waren die Werke von Komponisten wie Manuel de Falla, Heitor Villa-Lobos und Astor Piazolla. Sie hatten diese im 20. Jahrhundert in die Konzerthäuser gebracht und so in Spanien, Brasilien und Argentinien zu einer kulturellen Identität beigetragen. Temperamentvolle Rhythmen schlug Lehmann auf seiner Gitarre (etwa in de Fallas „La vida breve“), Stephans singendes Cello klang warmherzig (in Vadim Neselowskys „Momenatre“), innig (Villa-Lobos) und leidenschaftlich (Jaime M. Zenamons „Reflexoes Nr. 6). Der anspruchsvollere Cello-Part mit seinem großen Ausdrucksspektrum war fast hypnotisierend schön. Ein sehr feinsinnig abgestimmtes und zum Teil für die Instrumente adaptiertes Programm. Und ein Geschenk für die Ohren!