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Kommunale Steuern

Ein Hund ist teurer als ein Mini

01.10.2012 | 18:52 Uhr
Ein Hund ist teurer als ein Mini
Pfote darauf, Paul: Das ist bestimmt nicht die letzte Erhöhung der hundesteuer in Herne. Foto: Ute Gabriel

Herne.   Über die Höhe der Hundesteuer in Herne ärgert sich Leserin Marianne Peciak. Die Stadt kassiere für einen Hund mehr Steuern als der Bund für einen Kleinwagen. Aber ab 2013 sollen die Abgaben für den Herner Vierbeiner noch weiter steigen.

„Macht wenig Dreck und staubt nicht viel“, schreibt WAZ-Leserin Marianne Peciak (64), „aber: wesentlich teurer an Steuern im Vergleich zum kleinsten Auto.“ Die Rede ist vom Hund. Die Steuer für den „besten Freund des Menschen“ liegt in Herne noch bei 120 Euro für ein Tier, bei zwei Tieren jeweils 150 Euro und ab drei Tieren 168 Euro je Hund. Für einen Kleinwagen liegt die Steuer wesentlich niedriger. Nehmen wir zum Beispiel einen Mini Cooper S: Laut der unverbindlichen Steuererrechnung auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums muss man für einen Mini – der zwischen dem 1. September 2009 und dem 31. Dezember 2011 zugelassen wurde – jährlich nur 46 Euro an KFZ-Steuern zahlen.

Begünstigen und Bestrafen

Dabei würde ein Kleinhund wesentlich weniger Dreck hinterlassen als ein Kleinwagen, schreibt Peciak. Den Dreck, den der Hund macht, müssen die Bürger – oft auch unter Androhung von Bußgeldern, selber entsorgen. So bliebe doch überhaupt kein durch Hunde entstandener Kostenaufwand für die Stadt übrig. Warum also die hohen Steuern?

„Die Steuer wurde vor langer Zeit eingeführt und dient zum Begünstigen und Bestrafen von bestimmten Verhaltensweisen“, heißt es von Seiten der Stadt.

7500 Hunde gemeldet

So wolle man verhindern, dass in einer so dicht besiedelten Stadt wie Herne, jemand auf den Gedanken kommt, sich 20 Hunde zu halten. Mit der Höhe der Steuer liegt Herne unter Einbeziehung aller kreisfreien Städte NRWs im Mittelfeld. In der Nachbarstadt Bochum zum Beispiel zahlt man für den Einzelhund 144 Euro, für zwei Hunde jeweils 168 und ab drei Hunden 192 Euro. In Hamm zahlt man am wenigsten für das liebe Tier: 90 Euro für den Einzelhund, bei zwei Hunden 124 Euro und ab drei Hunden 168 Euro.

Allerdings erhebt Hamm (wie 11 weitere der 23 kreisfreien Städte) die so genannte „Kampfhundesteuer“. Für Tiere, die auf der Rasseliste der „gefährlichen Hunde“ stehen, muss man in Hamm für den Einzelhund 696 Euro, ab zwei Hunden 864 Euro zahlen. Spitzenreiter ist hier Mönchengladbach mit 1152 Euro je Tier ab drei „Kampfhunden“.

Herne erhebt keine extra Steuer für „Kampfhunde“. Beim städtischen Fachbereich Finanzen sind derzeit 7500 Herner Hunde gemeldet. Das bedeutet für die Stadt Steuereinnahmen von 900 000 Euro in 2012.

Zum 1. Januar 2013 soll es für Hundehalter in Herner noch teuer werden. Der Haupt- und Finanzausschuss hat einer mindestens zehn-prozentigen Erhöhung der Steuern schon zugestimmt. Hundehalter zahlen danach ab 2013 pro Jahr für einen Hund 132 Euro (bisher: 120 Euro, plus 10 %), bei zwei Hunden 168 Euro pro Tier (bisher 150 Euro, plus 11,2 %) und bei drei Hunden und mehr pro Tier 186 Euro (bisher 168 Euro, plus 11,07 %)

Henrike Pinkal

Kommentare
02.10.2012
09:52
Ein Hund ist teurer als ein Mini
von B0D0SFAN | #10

Liebe Tante Olli,
das haben unsere lieben Hunde nun doch nicht verdient.Sie mit dem Kosewort für unsere südlichen Nachbarn zu betiteln halte ich für...
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2012-10-01 18:52
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