Ein Großer auf der Bühne und der Leinwand

Sein Vater war Schneidermeister an der Eickeler Straße. Der Sohn wurde ein Großer des Theaters und des Kinos, spielte gar an der Seite von Hollywood-Größen wie Ingrid Bergman und Anthony Quinn: Die Rede ist vom Schauspieler und Regisseur Ernst Schröder (1915-1994).

Dabei hatte sich der Eickeler Junge zunächst der Architektur und Malerei gewidmet. Unter Saladin Schmitt arbeitete er von 1934 bis ‘36 als Bühnenbildner und Regieassistent am Bochumer Schauspielhaus, ehe er über die Stationen Bielefeld und Kiel am Berliner Schillertheater landete. Unter Heinrich George – mit dem er später oft verglichen werden sollte – debütierte er 1938 in Schillers „Kabale und Liebe“.

Schröder war ein Charakterdarsteller, kein Mann der leisen Töne, sondern kernig und raumgreifend. Auch seine markante Stimme war ein Markenzeichen, er wurde Synchronsprecher von Spencer Tracey, Rex Harrison und Peter Ustinov. Auf der Bühne war er Heinrich III., Mephisto und der Marquis de Sade. Auf der Leinwand spielte er in so unterschiedlichen Streifen wie dem „Besuch der alten Dame“ (Regie: Bernhard Wicki), „Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse“ oder „Heidi“. Und im TV war er in den Serien „Derrick“ oder „Der Alte“ zu sehen, ehe er sich 1975 auf sein Weingut in der Toscana zurückzog.

Seine späten Jahre indes waren von Schicksalsschlägen geprägt. 1980 nahm sich seine Tochter Christiane, selbst Schauspielerin, durch einen Sprung von der Golden Gate Bridge das Leben. Anfang der 90er-Jahre erkrankte Schröder an Prostatakrebs. Als die Lage hoffnungslos wurde, wählte er wie seine Tochter den Freitod.