Ein Forum für Jazz und improvisierte Musik

Die Reihe „Underground Jazz“ ist seit ihren Anfängen im Jahr 2008 schon ein paar Mal umgezogen. Vom Schollbrockhaus in die „Sonne“ und später in die „Zille“, bis Patric Siewert (37) und Carsten Stoll (40) vor zwei Jahren in den Flottmann-Hallen landeten. Dort wollen der Herner E-Bassist und sein Manager auch in Zukunft Konzerte mit Musikern aus Nordrhein-Westfalen und mit hochkarätigen Gästen aus der internationalen Jazz-Szene veranstalten. Für dieses Jahr stehen drei Termine fest.

Der erste ist schon am kommenden Freitag, wenn mit Albert Vila ein einer der profiliertesten spanischen Jazz-Gitarristen seiner Generation erwartet wird. In den Flottmann-Hallen ist er gemeinsam mit Patric Siewert, dem Baden-Badener Pianisten Richard Brenner und den über Barcelona nach Deutschland gelangten chilenischen Schlagzeuger Jaime Andrés Moraga zu hören. Albert Vila begann seine Ausbildung an der „Taller de Músics“ in Barcelona und studierte am „Konservatorium von Amsterdam“. Nach einem Stipendium an der „Manhattan School of Music“ in New York, wo er von Rodney Jones, Dave Liebman und Phil Markowitz unterrichtet wurde, kehrte er nach Barcelona zurück. 2007 gewann sein Quintet in San Sebastian den nationalen „Debajazz“ Wettbewerb.

Lob für Technik und Atmosphäre

„Wir stehen für zeitgenössischen Jazz und improvisierte Musik“, umreißt Patric Siewert das Profil der Reihe. Stoll selbst hat zwar mit vier Jahren angefangen Gitarre zu spielen, sich aber später entschieden, sein Instrument nur in der Freizeit zu spielen. Er managt die Jazz-Reihe, die er mit Patric Siewert initiiert hat. Der Herner E-Bassist hat in Enschede“ Jazz/Electric Bass studiert, er ist Musiker und unterrichtet. Bei den meisten Konzerten der Reihe spielt Siewert selbst mit.

„In den Flottmann-Hallen sind wir angekommen“, sagen beide. In Verwaltungsleiter Thomas Witt, der auch für die Musiksparte verantwortlich ist, haben sie einen engagierten Mitstreiter gefunden. „Wir möchten Nachwuchskünstlern eine Plattform anbieten“, sagt Witt. Dabei solle nicht nur der Mainstream berücksichtigt werden. „Underground Jazz“ sieht Witt als Ergänzung zu den „Ambitionierten Konzerten“, der etablierten Reihe von Aufruhr Records und Kulturbüro, die sich in ähnlichen musikalischen Gefilden bewegt.

„Die Technik ist vom Allerfeinsten“, lobt Patric Siewert die Ausstattung der Hallen. Auch von der Location und der Atmosphäre her könne sich Flottmann mit namhaften Jazzclubs in Großstädten messen. Im nächsten Jahr wollen Siewert und Stoll schwerpunktmäßig Jazz aus NRW ein Forum bieten: „Es gibt schon viele Anfragen.“