Ein Aufrechter ist gegangen
08.12.2010 | 18:29 Uhr 2010-12-08T18:29:00+0100
Herne.Er war ein aufrechter Mann Gottes, ein streitbarer auch, einer, der nah dran war an den Menschen, der sich für sie einsetzte, wenn sie in Not waren. Mittwoch ist er gestorben – Heribert Zerkowski, bis April Dechant des Dekanates Emschertal, erlag seinem schweren Krebsleiden.
Ziemlich genau vor einem Jahr erst hatte er von seiner Erkrankung erfahren, bei der anfangs noch nicht abzusehen war, wie schwerwiegend sie sein würde. „Sein Zustand hat sich rapide verschlechtert“, sagt sein Nachfolger im Amt des Dechanten, Christian Gröne, mit dem er bis zuletzt in engem Kontakt stand. Obwohl Zerkowskis schlechter Gesundheitszustand bekannt war, herrsche doch tiefe Betroffenheit wegen seines Todes, so Christian Gröne. Er schätzte seinen Vorgänger als gradlinig, zielstrebig und in einem festen, tiefen Glauben verankert, als tiefsinnigen Prediger, der die Botschaft Gottes ehrlich, aufrecht und – wo es nötig war – unverblümt den Menschen nahe brachte.
Heribert Zerkowski war keiner, der sich auf sein Amt als Pfarrer von St. Peter und Paul oder auf das des Stadtdechanten zurückzog. Er mischte sich ein, persönlich, selbstverständlich und undogmatisch. Er war zur Stelle, als die beiden Herner Arbeitslosenzentren aus finanziellen Gründen geschlossen werden sollten; er setzte sich mit Nachdruck dafür ein, die Flüchtlinge, die in Containern an der Forellstraße einquartiert waren, in normalen Wohnungen unterzubringen. Oft zog er dabei mit dem Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises an einem Strang. „Wir haben sehr deutlich mit einer Stimme gesprochen, wenn es um Benachteiligte ging“, sagt Reiner Rimkus. „Es war mit ihm möglich, unverkrampft und pragmatisch Dinge anzugehen, die getan werden mussten und dann auch zügig umzusetzen. Wir konnten“, setzt Rimkus hinzu, „unkompliziert miteinander unterwegs sein.“
Die Ökumene gehörte auch zu den Themen, die Zerkowski sehr am Herzen lagen, ebenso wie der christlich-islamische Dialog. Er setzte sich für die Gründung des Lukas-Hospizes ein, unterstützte die Herner Tafel, sprach jedes Jahr zu den Ostermarschierern, gehörte sowohl zum Caritas-Vorstand als auch zum Herner Sozialforum, öffnete seine Kirche in Börnig für Künstler ebenso wie für Krabbelkinder -- das alles aus einer tiefen Verbundenheit zu den Menschen, die aus seinem Glauben erwuchs.
Eine seiner schwierigsten Aufgaben war die Planung und Umsetzung der neuen Kirchenstruktur. Aus drei selbstständigen Dekanaten wurde ein einziges, ehemals selbstständige Pfarreien schlossen sich zu Pastoralverbänden zusammen; demnächst soll es für Herne und Wanne-Eickel nur noch je eine Großpfarrei geben, der die einzelnen Gemeinden zugeordnet sind. Ein für die katholische Kirche gewaltiger Veränderungsprozess, der nicht immer konfliktfrei ablief. Es ist Heribert Zerkowski zu danken, dass er ihn so basisdemokratisch gestaltete wie möglich. Gerne hätte er den „Umbau“ zu Ende gebracht – seine plötzliche Erkrankung verhinderte dies.
Herne verliert mit Heribert Zerkowski einen engagierten Verfechter für mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit, einen, der lebte, was andere manchmal nur predigen.
Am Montag, 13. Dezember, wird er beigesetzt, auf dem Friedhof seiner Gemeinde St. Peter und Paul in Börnig. Die Eucharistiefeier beginnt in der Kirche um 14 Uhr.
08:33
Mein Beileid, aber wieso bei solchen Artikeln die Kommentarfunktion nicht gesperrt wird, wird mir immer ein Rätsel bleiben.
06:16
Ein guter Mensch ist gegangen. Warum sich aber der Vorsitzende des evangelischen Vereins mit Hr. Z. auf eine Stufe stellen möchte ist unfassbar.
00:58
Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen ; von dem Verstorbenen habe ich nur Positives gehört.
23:23
@2: Ja, für die und andere. Und ebenfalls richtig, war nicht sein Geld.
@3: Ach, auch so ein Pr o-Asy l inker?
22:46
@2 Sie sind ein Stück Sch....
Herr Zerkowsli möge mir verzeihen, so einen Kommentar hier abzugeben.
Ich lkannte Herrn Zerkowski persönlich, der Überschrift des Artikels ist nichts hinzu zu fügen.
21:47
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19:26
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