Ehemaliges Finanzamt Herne West weicht einem Discounter

Das ehemalige Finanzamt West in Röhlinghausen soll abgerissen werden. Ein Discounter und vier Doppelhäuser sollen hier entstehen.
Das ehemalige Finanzamt West in Röhlinghausen soll abgerissen werden. Ein Discounter und vier Doppelhäuser sollen hier entstehen.
Foto: Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Das Ex-Finanzamt auf der Edmund-Weber-Straße soll abgerissen werden und dem Neubau eines Discounters weichen. Die Stadt stellte die Pläne vor.

Die Nachricht ist nicht neu: Das ehemalige Finanzamt West auf der Edmund-Weber-Straße soll dem Neubau des Discounters Netto weichen, so ließ Hans-Joachim Scherpel, Chef der Bäckereikette Malzer, im November 2013 verkünden (die WAZ berichtete). Die Verwaltung hat nun in der Bezirksvertretung Eickel anlässlich der Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans der Öffentlichkeit erste Pläne vorgestellt.

Im vorderen Bereich des Röhlinghauser Areals soll nach dem Abriss des Finanzamts eine rund 800 Quadratmeter große Netto-Filiale mit rund 80 Parkplätzen entstehen, berichtete Stadtplaner Daniel Wirbals in der Sitzung des Bezirks. Ursprünglich sollten die Büros des ehemaligen Finanzamtes an Firmen vermietet werden. Weil sich die Nachfrage jedoch in Grenzen hielt, kamen die neuen Plänen zum Tragen. Im hinteren Bereich sind vier Doppelhäuser mit jeweils 300 Quadratmeter großen Grundstücken geplant.

Baubeginn noch nicht absehbar

Das Finanzamtgebäude wird zurzeit noch von einer Firma genutzt. Der Baubeginn sei noch nicht absehbar, sagte der Stadtmitarbeiter den Bezirksverordneten und Bürgern in der Sitzung. Für Netto wird es allerdings keine Neueröffnung, sondern eher eine Art Umzug sein: Eine nicht mehr zeitgemäße Filiale des Discounters befindet sich zurzeit praktisch auf der anderen Seite der Edmund-Weber-Straße. Der SPD-Bezirksverordnete Willibald Wiesinger äußerte Zweifel an der (hohen) Zahl der geplanten Parkplätze am neuen Standort des Lebensmittelmarktes.

Von den „riesigen Problemen“ bei der Bekämpfung von Schrottimmobilien in Herne berichtete Ralf Lieder vom Fachbereich Stadtplanung und Bauordnung in der Bezirksvertretung Eickel auf Anfrage von CDU-Fraktions-Chef Andreas Barzik. Trotz einer Gesetzesänderung sei die Stadt „immer noch zu schwach“, um tatkräftig zuschlagen zu können. Die Verwaltung wende deshalb in dezernatsübergreifender Zusammenarbeit die „Methode der 1000 Nadelstiche“ an, um es den Besitzern von Schrottimmobilien möglichst schwer zu machen und die Gebäude beziehungsweise die Grundstücke einer vernünftigen Nutzung zuzuführen.

Die Stadt werde in einem ersten Schritt ein formales Verfahren für die Schrottimmobilien Dürerstraße 7-9 in Eickel sowie Eschstraße 44 in Baukau einleiten, „um zu üben“, so Ralf Lieder. Eine federführende Arbeitsgruppe sei in der Stadtverwaltung bereits eingerichtet worden.