Ehemaliger Opelaner machte sich mit Lottoladen selbstständig

Eugen Garus war früher Opelaner, vor zehn Jahren machte er sich mit dem Lottoladen in der Bahnhofstraße selbstständig.
Eugen Garus war früher Opelaner, vor zehn Jahren machte er sich mit dem Lottoladen in der Bahnhofstraße selbstständig.
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Was wir bereits wissen
Früher war Eugen Garus Opelaner. Vor zehn Jahren machte er sich mit einem Lotto-Laden selbstständig. In der Behrensstraße schätzt er das Miteinander.

Herne..  Noch zweieinhalb Jahre, dann möchte Eugen Garus in den Ruhestand gehen und sein kleines Lotto- und Zeitungsgeschäft aufgeben. „Die Selbstständigkeit ist eine große Verantwortung und mit viel Risiko verbunden. Trotzdem habe ich mich vor zehn Jahren bewusst dafür entschieden“, erklärt er.

Der staatlich geprüfte Techniker ist in Königshütte in Oberschlesien geboren und kam 1981 mit seiner Schwester ins Ruhrgebiet. Er heuerte bei Opel an und arbeitete dort viele Jahre, bis die erste Krise den Autobauer traf. Garus stieg per Aufhebungsvertrag
aus und nutzte die Abfindung für seinen kleinen Lottoladen.

„Tolles Miteinander in der Straße“

„Als ich hier anfing, war noch Bedarf für kleine Fachgeschäfte. Heutzutage gibt es Zeitungen und Zeitschriften ja sogar schon beim Discounter, und so habe ich seit Jahren kontinuierlich weniger Umsatz gemacht“, erklärt der 63-jährige. Die Tendenz sei halt so und er könne es auch nachvollziehen. Manch einer seiner Stammkunden sieht dies ganz anders und hält ihm treu die Stange.

So auch Franz-Josef Kamp, der täglich mit einer Plastiktüte vorbeikommt und sich die Bild-Zeitung kauft. „Am Wochenende kommt noch die WAZ dazu. Früher habe ich auch meine Zigaretten eingekauft, habe aber vor zehn Jahren mit dem Rauchen aufgehört“, erklärt der Rentner. Heute hat er sich extra beeilt und kommt kurz vor Ladenschluss vorbei. Schon seit vielen Jahren kauft er seine Tageszeitung dort ein und kannte auch die Vorbesitzer. „Jetzt können Sie sich ausrechnen, wie alt ich bereits bin“, sagt er mit einem breiten Grinsen.

Das 50 Quadratmeter große Geschäft existiert schon seit 60 Jahren, der Hausbesitzer ist in der zweiten Generation. Garus wird das Geschäft wohl nicht an seine Kinder abgeben. Die beiden Töchter sind von Beruf Steuerberaterinnen und haben kein Interesse an einer Weiterführung des Lädchens. „Ich würde es ihnen auch nicht unbedingt empfehlen. Andererseits ist die Lage in dieser schönen Straße schon klasse“, so Garus.

Er hebt die Qualität der unterschiedlichen Händlergruppen auf der Behrensstraße hervor und lobt das interessante Warenangebot und ergänzt: „Das tolle Miteinander werde ich vermissen, trotzdem freue ich mich auf den Ruhestand.“ Doch bis dahin wird der Geschäftsmann noch mindestens zwei Straßenfeste mitmachen. Das sei Ehrensache, mache immer viel Spaß und stärke den Zusammenhalt.