Ehemaliger Bergmann legt spannende Zechen-Historie vor

Weit mehr als 1000 Bilder auf 544 Seiten, dazu jede Menge Zahlen, Zeitungsartikel aus Bergbaufachzeitschriften, großformatige Abbildungen und alte Skizzen: Der Autor Norbert Meier hat viel Zeit und Herzblut in sein neuestes Werk „Die Zechen Recklinghausen, Julia und von der Heydt“ gesteckt.

Doch wie kam er dazu? „Nach meinem Ausscheiden aus dem aktiven Bergmannsleben begann ich mit dem Sammeln von historischen Zechenbildern“, erklärt der 63-jährige. Der ehemalige Kumpel war im ganzen Ruhrgebiet von Dortmund bis Kamp-Lintfort in verschiedenen Zechen tätig. Nachdem er in Rente ging, kam die Idee, sich literarisch dem Bergbau zu widmen. Dabei habe er schnell bemerkt, wie umfangreich und überaus interessant die historischen Hintergründe eigentlich seien, ergänzt er. „Die große Anzahl der einstigen Schachtanlagen an Ruhr und Rhein hat mich überrascht. Die meisten waren mir trotz meiner jahrelangen Tätigkeit im Bergbau noch nicht einmal dem Namen nach bekannt“, sagt Norbert Meier. Dabei recherchierte der Recklinghäuser besonders akribisch in öffentlichen Archiven und privaten Sammlungen. Neben den Bildern kamen alte Bergbaubücher, Fachliteratur, historische Daten und Textmaterial hinzu. So kam dem ehemaligen Aufsichthauer die Idee, ausgewählte Zechen, über die bislang noch nichts erschienen war, in den Fokus zu stellen. Die Schwarz-Weiß-Bilder mit Szenen aus dem beruflichen und persönlichen Alltag hat Norbert Meier am Rechner nachbearbeitet. Zehn Monate habe er an seinem neusten Buch geschrieben, sagt Meier. Dabei schildert er die über 100-jährige Geschichte der Zechen vom Abteufen der ersten Schächte im Jahr 1869 bis hin zur endgültigen letzten Schicht im Jahr 1988.

Am 22. Oktober, um 14 Uhr, stellt der Autor sein Werk in der Fördermaschinenhalle der Zeche Recklinghausen II, Karlstraße 75, in Recklinghausen vor. Herausgeber des Buches im DIN-A 4 Format ist der Förderverein Bergbaushistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. Es kostet 26,95 Euro und ist nach der Präsentation im Buchhandel und in den LWL-Industriemuseen der Zechen Zollern, Nachtigall und Zollverein erhältlich.