E-Trike erleichtert Postboten die Arbeit

Postzusteller Frank Nehring auf seinem E-Trike.
Postzusteller Frank Nehring auf seinem E-Trike.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Frank Nehring ist seit einem Jahr mit einem Elektro-Dreirad unterwegs. Der 47-Jährigezählt die Zeit auf dem Sattel inzwischen zur „Entspannungsphase“.

Herne..  Frank Nehring steckt sich eine Selbstgedrehte an und genießt seine Pause. Der Postbote wirkt topfit und muss es auch sein bei seinem Beruf. Er ist vier bis fünf Stunden für die Zustellung unterwegs und muss so manches Treppenhaus bewältigen. „Postzustellung, das ist bei uns der härteste Job, den wir zu vergeben haben“, berichtet Rainer Ernzer, Pressesprecher bei der Post DHL. Seit einem Jahr ist Frank Nehring mit einem Elektrofahrrad unterwegs, mit einem E-Trike. „Eine enorme Erleichterung“, freut er sich.

E-Bikes oder Pedelecs sind beim Normalverbraucher aktuell Trend, die Verkaufszahlen boomen. Die Post habe an der Entwicklung einen erheblichen Anteil, verdeutlicht Ernzer. „Wir rüsten unsere Mitarbeiter schon seit 15 Jahren mit E-Bikes aus und berichten den Herstellern regelmäßig über unsere Erfahrungen und technische Mängel, zum Beispiel am Rahmen, bei den Akkus oder den Bremsen.“

Ein E-Trike, also ein Fahrrad mit drei Rädern, ist natürlich etwas ganz Besonderes und muss dementsprechend erst einmal in den Griff zu bekommen sein. „Wenn ich zu schnell in die Kurve fahre, kann es umkippen“, erzählt Nehring. Insgesamt - mit Post – fährt er 200 Kilo durch die Gegend, zwei riesige Akkus lagen auf der Unterseite seines gelbes Gefährtes. „Die halten den ganzen Tag“, sagt der 47-Jährige. Das sei längst nicht immer so gewesen.

Bessere Akkus

Am Anfang der Entwicklung hätten die Batterien nach gewisser Zeit schlapp gemacht, wenn man sie zu sehr beanspruchte – d.h. nicht genügend selber strampelte.

Die Post wird in Deutschland mittlerweile vorwiegend per Fahrrad zugestellt, 20 000 Räder sind in der Republik unterwegs, davon 6000 E-Bikes. Nur in ganz ländlichen Bezirken kommen die Briefe per Auto und in Innenstädten mit Einkaufszonen, dort gehen die Zusteller noch zu Fuß. Auch Frank Nehring war früher mit dem Handkarren unterwegs. später stieg er auf ein ganz normales Rad um. Das E-Trike habe den Vorteil, dass er mehr Briefe befördern könne und deshalb nicht mehr so oft zum Nachladen zurück müsse. Außerdem sei es im Winter bei Schnee und Eis auf drei Rädern sicherer als auf zwei.

Sein Arbeitgeber zieht trotz höherer Anschaffungskosten für ein Elektrofahrrad ebenfalls einen Nutzen aus dem technischen Fortschritt: „Unsere Postboten können ergonomischer unterwegs sein und bleiben damit auch länger leistungsfähig“, sagt Rainer Ernzer. Frank Nehring ist jetzt nicht mehr so platt, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt und kann sich intensiver seinen Hobbys widmen, beispielsweise seiner Bass-Gitarre.

Das anstrengendste an seiner Arbeit sei jetzt, Pakete ins zehnte Stockwerk zu befördern, wenn der Aufzug kaputt ist. Auf dem Fahrradsattel sitzen, „das ist dann meine Entspannungsphase“.