Dutzende Familien ohne Wasser – Vermieter auf Tauchstation

Verzweifelte Bewohner des Eickeler Bruchs: Seit beinahe zwei Wochen können sie sich nicht mal richtig waschen.
Verzweifelte Bewohner des Eickeler Bruchs: Seit beinahe zwei Wochen können sie sich nicht mal richtig waschen.
Foto: MARTIN KERSTAN FOTOGRAFIE / FUNK
Was wir bereits wissen
Die Eigentümer, wegen deren Schulden die Stadtwerke den Mietern den Hahn zugedreht haben, sind nicht greifbar. Haben sie sich übernommen?

Die Verzweiflung wächst: Gestern hatte die WAZ über die Not mehrerer Dutzend Wanne-Eickeler Familien berichtet, denen die Stadtwerke vor fast zwei Wochen das Wasser abgedreht haben. Die Eigentümer der betroffenen Häuser gingen dennoch am Dienstag weiter auf Tauchstation. Der Mann und die Frau – die Namen sind der WAZ bekannt – sind nicht greifbar, auch der von ihnen mit der Verwaltung beauftragte Gelsenkirchener Immobilienservice PST hat auf Anfragen bis Redaktionsschluss nicht reagiert.

Derweil mehren sich Hinweise, dass sich die Vermieter mit dem Kauf der Häuser am Eickeler Bruch und an der Röhlinghauser Straße finanziell schlicht übernommen haben. 700 000 Euro hätten die beiden vor einem Jahr für die Wohnhäuser gegenüber des alten „Haus Grünhoff“ bezahlt, sagt ein langjähriger Mieter, der im Viertel gut vernetzt ist. So viel Geld seien die abgewohnten Gebäude keinesfalls wert: „Ich war früher Handwerker – die Rohre sind schlecht verlegt, da ist noch nie was renoviert worden.“

Hilfe zeichnet sich für die unverschuldet Betroffenen nicht ab. Die Stadt betont, die Mieter sollten das Problem „privatrechtlich“ lösen. Doch die Bewohner sind überfordert, einige sprechen kein oder kaum Deutsch, wissen keinen Ausweg. Werner Klönne, Leiter der Rechtsabteilung beim Mieterschutzbund: „Der Fall ist extrem. Es scheint nicht zu erwarten, dass der Vermieter seine Schulden begleicht.“