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Drückerkolonnen ziehen durch Herne
09.03.2010 | 11:02 Uhr 2010-03-09T11:02:00+0100
Herne. Um ihre Strom- und Gasverträge an den Mann zu bringen, tuen sie scheinbar alles: Einige Kunden beschweren sich über die aufdringlichen Methoden von Vertretern, die Verbraucher an der Haustür belästigen. Dabei sollen sie die Kunden nicht nur durch Falschaussagen verunsichern.
Klingeling. Als Michael Schneider an die Türsprechanlage geht, hört er: „Hier ist Ihr Energieversorger.” Der 34-Jährige öffnet die Tür, denkt, es handelt sich um Mitarbeiter der Stadtwerke, die vielleicht den Zähler ablesen möchten. Aber in Wirklichkeit sind es Vertreter eines anderen Stromanbieters. Unterwegs, um Verträge abzuschließen. Dafür geben sie alles: sind aufdringlich und bleiben wohl nicht immer bei der Wahrheit.
„Die Stadtwerke dürfen keine Privatkunden mehr beliefern” oder „Die Stadtwerke dürfen Wanne-Eickel nicht mehr beliefern”, mit solchen falschen Behauptungen sollen sie die Kunden verunsichern. Das sagt zumindest Angelika Kurzawa, Sprecherin der Stadtwerke. In den vergangenen Monaten hätten sich die Beschwerden von Kunden gehäuft, die an der Haustür belästigt wurden. Rund 30 Kunden meldeten sich pro Monat bei der Service-Hotline der Stadtwerke. „Manche fühlen sich massiv bedrängt”, so Kurzawa. „Teilweise wird mit sehr aggressiven Mitteln vorgegangen.”
Falsche Angaben verunsichern
Auch Michael Schneider aus Constantin fühlte sich überrumpelt: „Die kamen schon zu zweit die Treppe hoch gestürmt”, sagt er noch immer verärgert. Er habe sich vor die Tür gestellt, ihnen in den Weg, aber sie hätten ihn bedrängt, wollten scheinbar in die Wohnung. „Sie sagten, sie wären faktisch meine Stromanbieter, weil die Stadtwerke bei ihnen den Strom beziehen”, erinnert er sich. „Wenn ich bei ihnen direkt Kunde wäre, sei es für mich günstiger.”
Von welchem Anbieter sie kommen, sagten sie zunächst nicht. Erst auf wiederholte Nachfrage hätten sie sich als Mitarbeiter von RWE ausgegeben, gibt Schneider an. „RWE war definitiv nicht in Herne tätig”, sagt hingegen Mario Leikop, Sprecher der RWE-Vertriebs-AG. Ihnen sei aber bekannt, dass es in Herne wiederholt Probleme mit einer Firma namens „RW” gab. „Wir recherchieren schon seit Monaten, um an die ranzukommen”, so Leikop. Bisher ohne Erfolg.
Beschwerden über Eprimo
Der Verbraucherzentrale Herne sind einige Rückmeldungen bekannt, bei denen Eprimo, die Discountertochter von RWE, an der Haustür Verträge abschließen wollte. Dass Vertriebspartner für Eprimo in Herne unterwegs waren, bestätigt Leikop. Er räumt ein: „Natürlich gibt es auch schwarze Schafe, weil das Geschäft auf Provisionsbasis läuft”, aber: „Wenn das so ist, werfen wir die sofort raus – und nicht nur den Mitarbeiter, sondern den gesamten Betriebspartner.” Deshalb sagt er: „Wir sind sicher, dass wir sauber arbeiten.”
Die Stadtwerke gehen gerichtlich gegen die Drückerkolonnen vor. Es gebe bereits einige einstweilige Verfügungen. Mario Leikop von RWE betont jedoch, dass der Widerspruch gegen die erste von drei einstweiligen Verfügungen gegen Eprimo erfolgreich war. „Es war nicht beweisbar, dass wir machen, was uns die Stadtwerke vorwerfen”, so der RWE-Sprecher. Die anderen Verfahren laufen noch.
Trotzdem fühlen sich offensichtlich einige Kunden bedrängt, wie Ingo Döring, Leiter der Verbraucherzentrale Herne, bestätigt. „Und weil sie die Leute loswerden wollen, unterschreiben sie den Vertrag”, sagt er. Wichtig sei jedoch, diesen in jedem Fall vorher zu lesen, sich gegebenenfalls Informationsmaterialien geben zu lassen.
Auch Michael Schneider bat um diese Informationsunterlagen. „Aber die hatten sie gar nicht dabei.” Stattdessen wollten die Vertreter ihn zu einem Vertragsabschluss bringen. Er unterschrieb nicht. Genau richtig, wie Döring findet. Zwar gebe es rückwirkend immer ein Widerrufsrecht, aber Döring rät: „Haben Sie den Mut, die Tür zuzumachen und seien sie ruhig mal unhöflich.”
14 Tage Widerrufsrecht
Selbst nach der Unterzeichnung eines Vertrages gibt es nach § 355 des Bürgerlichen Gesetzbuches ein Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen. Die Frist beträgt bei „Haustürgeschäften” 14 Tage, wie Verbraucherschützer Ingo Döring erklärt. Der Widerruf muss in schriftlicher Form eingelegt, aber nicht begründet werden. Bei telefonisch geschlossenen Verträgen liegt die Widerrufsfrist nach Eingang einer schriftlichen Bestätigung bei einem Monat.
Hilfe bieten sowohl die Verbraucherzentrale Herne, Freiligrathstraße 12, Teleofn: 02323 44 746 als auch die Stadtwerke Herne unter der kostenlosen Servicenummer 02323 592 226 an.
19:57
Hierzu muss ich sagen, dass die Stadtwerke sich der gleichen Werkzeuge bedienen um Kunden anderere Versorger zu verunsichern.
Da fallen dann Formulierungen wie, wir stellen Ihnen den Strom ab und es werden Preisvergleiche vorgelegt, deren Konditionen laengst veraltet sind um die Kunden zur Unterschrift zu bewegen. Selbst so erlebt und mittlerweile rundum zufriedener yello-Strom Kunde.
14:15
Ich frag als erstes immer gern nach dem nötigen Gewerbeschein, bzw der GS-Nummer.
Danach ist in 98% der Fälle direkt Ruhe im Haus.
13:34
Janz easy....Strom und Telefon vom städtischen Unternehmen, so hat man immer einen Ansprechpartner vor Ort und man muss keine teuren Hotlines anrufen.
Also meine Masche is ja kurz und schmerzlos...Kein Interesse...und die Tür wieder zu....kein Gelaber.
Klar, es gibt Nervensägen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, die klopfen oder klingeln nochmal....da gibt´s das dann schriftlich.
´n Klotzblock und ´n Stempel in greifbarer Nähe und die Bettler können kommen ;o)
12:32
Also mir gehen nicht nur die Stromstrukkis auf den Senkel, sondern auch die Staubsauger und die Ihr Dach könnte mal neu gedeckt werden und Ihre Fenster sind undicht Vertreter. Ich habe mir jetzt nen Aufkleber von www.keine-haustuergeschaefte.de an die Tür gehauen, mal sehen ob es hilft?!?!?
08:56
Die Großhandelspreise für Strom sind im letzten Jahr um 40% gesunken. Die Preise für die privaten Endkunden gleichzeitig gestiegen. Für mich ist das Gebaren der Stadtwerke das echte Problem.
08:56
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19:49
dafür braucht es keine Drückerkolonnen:
einfach und fix wechseln und hunderte EURO pro Jahr ohne Einbussen bei der Qualität einsparen!
Daswäre eine ganz miese Masche, die Kunden mit solchen Artikeln halten zu wollen.
19:00
..... wenn nichts hilft , alle unterlagen entgegennehmen und auf eine postzustellung verweisen . Ob die dann erfolgen wird bleibt jedem selbst überlassen.
Aber die hausierer sind nach 15 x Klingeln mit ihren Unterlagen am Ende !
18:54
Schild anbringen : Hausieren verboten ! Und es wird mehr Ruhe einkehren.
18:45
Von diesen Hausierern sollte man sich nicht beeindrucken lassen. Egal ob Strom, Telefon- oder Internetanbieter, ich habe Vertreter wenn sie meine Aussage Wenn ich was von ihnen will melde ICH mich nicht verstehen wollten schon übel beschimpft und anschließend die Haustür vor deren Nase zugeknallt.