Drei Kleingärten als grüne Lunge für die Dannekamp-Siedlung

In der Kleingarten-Idylle (von links): Horst Merz, Ronald Schönig und Dieter Claar.
In der Kleingarten-Idylle (von links): Horst Merz, Ronald Schönig und Dieter Claar.
Foto: Fabian Nitschmann
Was wir bereits wissen
Gleich drei Kleingärten bilden für die Siedlung Dannekamp die grüne Lunge. Die zwischen Emscher und Kanal gelegenen Anlagen sind durch Wege verbunden.

Herne..  Die Sonne scheint, die Blumen blühen und in der Kleingartenanlage Wanne-Nord herrscht eine angenehme Ruhe. Die Tore stehen offen, Besucher sind jederzeit zum Spaziergang zwischen den Gärten willkommen. „Die Hecken sind hier mit Absicht niedrig gehalten und sollen an japanische Gärten erinnern“, sagt Roland Schönig, der sich bestens mit der Historie der Kleingärten und auch der Dannekamp-Siedlung im Allgemeinen auskennt. „Wir wollen den Besuchern einen Einblick in diese grüne Lunge ermöglichen.“

Mit Im Dannekamp, Wanne-Nord und Emscherland finden sich gleich drei Kleingartenvereine zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal. Wanne-Nord ist der älteste der drei Vereine, bis zum Jahr 1933 befand sich hier ein Sportplatz. Nach dem Umbau zur Gartenfläche nutzten die Pächter die Fläche vornehmlich zum Anbau von Obst und Gemüse. Blumen und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung erhielten erst später Einzug in die Anlage.

Durch Schotterwege verbunden

Heute erzeugen die drei Kleingartenvereine in der Siedlung einen Grüngürtel, der sich von der Künstlerzeche bis zur Recklinghauser Straße erstreckt. Die drei Gartenanlagen sind durch Schotterwege miteinander verbunden. Auf dem Weg von der Künstlerzeche über die Anlage Wanne-Nord in der Fleithestraße bis zu Im Dannekamp müssen Spaziergänger lediglich eine Straße überqueren.

Dieter Claar, Vorsitzender des Stadtverbands der Gartenfreunde Herne-Wanne, nennt die Kleingärten ein „multifunktionales Grün“. „Grüne Flächen haben in einer Stadt immer eine große Konkurrenz. Hier ist nun eine grüne Pufferzone zwischen der Industrie und den Wohnhäusern entstanden.“ Dass die Gärtner im Dannekamp gute Arbeit leisten, zeigen zahlreiche Erfolge, von denen Horst Merz zu erzählen weiß. Höhepunkt war dabei der Gewinn der Goldmedaille auf Landes- sowie Bundesebene im Jahr 1987 durch die Anlage Wanne-Nord. Merz war damals Vereinsvorsitzender. „Inzwischen habe ich nicht mehr so viel Überblick über die Situation in der Anlage, viele Pächter haben gewechselt“, sagt er. Früher sei die Gemeinschaft in der Anlage aber sehr gut gewesen. Die Erfolge bestätigen dies: „Den Anlagenwettbewerb in Herne haben wir gleich mehrmals gewonnen.“

Die tiefgreifenden Veränderungen in den Gartenvereinen, nicht nur auf dem Dannekamp, sind immer wieder Thema. Der Besitz einer Parzelle bedeutet für viele Pächter nicht mehr gleichzeitig auch ein Engagement im zugehörigen Verein. „Vor allem die jüngeren Leute legen immer mehr Wert auf eine schöne Freizeit in ihrem Garten statt Pflege und Vereinsleben“, sagt Schönig.

Maßnahmen gegen Einbrecher

In seiner historischen Analyse schreibt Schönig den Kleingärten eine große Bedeutung für die Entwicklung der Gegend zu. „Der Dannekamp war Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre auf dem besten Weg, ein sozialer Brennpunkt zu werden“, sagt Schönig. Die drei Kleingartenanlagen waren damals und sind auch heute, glaubt man Schönig, Motor für eine positive Entwicklung. „Die Gärten sind große Begegnungsstätten und das waren sie auch, als es dem Viertel schlecht ging.“ Schönig sieht in der Siedlung bereits ein bevorzugtes Wohngebiet der kommenden Jahrzehnte. „Vor wenigen Tagen haben mich noch junge Leute gefragt, wie das Leben hier ist. Es ist schön. Und es ist grün.

Es gibt aber auch negative Entwicklungen. Beim Rundgang durch die Anlagen sind an den Lauben verschiedene Sicherheitsmaßnahmen zu erkennen. Mit Kameras und Scheinwerfern möchten die Pächter Einbrechern entgegen wirken. Trotzdem machen diese sich immer wieder an den Lauben zu schaffen. Auch wenige Tage vor dem Ortstermin waren offenbar Täter in der Anlage Wanne-Nord unterwegs, wie an frischen Einbruchsspuren zu erkennen ist.