Dreck in Herner Schulen - Ruf nach Etat-Erhöhung wird laut

Nach einem Ortstermin in der Grundschule Forellstraße hatten SPD und CDU im März Alarm geschlagen: Sie meldeten dringenden Handlungsbedarf bei der Schulreinigung an.
Nach einem Ortstermin in der Grundschule Forellstraße hatten SPD und CDU im März Alarm geschlagen: Sie meldeten dringenden Handlungsbedarf bei der Schulreinigung an.
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Was wir bereits wissen
Die Diskussion über Mängel bei der Reinigung Herner Schulen nimmt an Fahrt auf: In der SPD wird die Forderung nach Erhöhung der Haushaltsmittel laut.

Herne..  Die SPD und die CDU haben im März erhebliche Mängel bei der Reinigung der Grundschule Forellstraße beklagt und Klärungsbedarf angemeldet – für alle Schulen. Das zuständige städtische Gebäudemanagement (GMH) hat nun im GMH-Betriebsausschuss auf Antrag der Grünen umfassend über die Situation berichtet. In der SPD wird derweil die Forderung nach Aufstockung des Etats für die Schulreinigung laut.

„Wir werden uns mit der Situation nicht abfinden“, sagt Thomas Spengler, schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, auf Anfrage der WAZ. Im Haushaltsicherungskonzept seien die Mittel für die Reinigung von der Politik im Jahr 2010 um eine Million Euro gekürzt worden. „Das war wohl ein Fehler“, sagt Spengler. Diese Entscheidung dürfe nicht in Stein gemeißelt sein: „Wir müssen nach Wegen suchen, das zu revidieren.“

Vor allem bei der Nassreinigung von Klassen- und Fachräumen sieht Spengler Defizite. Positiv bewertet er, dass das GMH ein Beschwerdemanagement einrichten will, mit dem Beschwerden aus Schulen dokumentiert werden sollen. Einen solchen Schritt kündigte GMH-Chef Thomas Bruns im Betriebsausschuss an.

Im Jahr 2014 seien keine Klagen aus Herner Schulen aktenkundig, so Bruns. „In der Regel erfolgen Beschwerden telefonisch.“ Bemängelt worden seien unter anderem nicht gereinigte Klassenräume und verunreinigte Toiletten. Konkrete Mängel seien noch am Tag der Beschwerde oder am darauffolgenden Tag abgestellt worden, erklärte der GMH-Betriebsleiter. Je nach Ursache sei eine zusätzliche Reinigung und der Hinweis an die Schulleitung erfolgt, durch geeignete Maßnahmen auf das Verhalten der Schüler einzuwirken.

Bruns sprach im Ausschuss ein weiteres Problem an: den zuletzt sehr hohen Krankenstand bei städtischen Reinigungskräften. „Dieser liegt bei über 25 Prozent.“ Das belaste auch den Etat. In der gesamten Verwaltung betrug der Krankenstand 2014 im Durchschnitt 8,18 Prozent.

Die hohe Krankenquote sei vor allem auf die besonderen Belastungen der Reinigungskräfte und die jüngste Grippewelle zurückzuführen, so der städtische Personalrats-Chef Werner Fiedler. Auch die Zahl der Langzeiterkrankungen sei recht hoch. Das liege auch daran, so Fiedler, dass ältere Mitarbeiter bei der Stadt nicht einfach „rausgeschmissen“ würden.

Zweimal Wischen pro Woche in den Klassenräumen

2010 hat das städtische Gebäudemanagement (GMH) eine neue Dienstvereinbarung Gebäudereinigung erstellt. Darin seien die Leistungsstandards aufgrund der Sparziele auf ein Maß begrenzt worden , „die den gesetzlichen Anforderungen genügen“, so das GMH. Das städtische Reinigungspersonal sei auf Ratsbeschluss schrittweise abgebaut worden. Das angestrebte Verhältnis von 70 Prozent Eigenleistung zu 30 Prozent Fremdreinigung sei inzwischen fast erreicht, so GMH-Chef Bruns.

Für die Reinigung der Schulen gelten nach Angaben von GMH unter anderem folgende Regeln:
– Klassen- und Fachräume: Nassreinigung zweimal wöchentlich, an den anderen Tagen nur Trockenpflege (fegen).
– Betreuungsräume offener Ganztag: Nassreinigung viermal wöchentlich.
– WC-Anlagen, Waschräume: Tägliche Nassreinigung.
– Flure Erdgeschoss/Eingangsbereich: tägliche Nassreinigung.
Flure ab 1. Etage: Nassreinigung jeden zweiten Tag.
Turn- und Sporthallen: tägliche Nassreinigung.