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Digitale Spaziergänge

20.08.2008 | 18:36 Uhr

Google fotografiert in Herne für seinen neuen Dienst "Street View". Der ermöglicht es, in 360-Grad-Ansichten ganze Städte im Internet zu erkunden. Datenschützer warnen vor Missbrauch

Sieht harmlos aus, macht aber mitunter Fotos, die die Fotografierten in Schwierigkeiten bringen: Der Opel, mit dem Google Herne und das Ruhrgebiet fotografiert. Foto: Stefan Kuhn, press image

Eigentlich ist der schwarze Opel, der momentan durch Herne fährt, eher unscheinbar. Hätte er nicht ein gut ein Meter hohes Stativ samt elf-linsiger Kamera auf dem Dach und ein "Google"-Schild an seiner Seite. Die elf Kameras machen alle zwei Sekunden ein Bild und irgendwann, wenn die wichtigsten Straßen in Herne (und im ganzen Ruhrgebiet) fotografiert sind, werden die Fotos zu 360-Grad-Panoramen zusammengefügt und im Internet im "Street View", einem neuen Spielzeug von "Google Maps", zu sehen sein.

Ein paar Monate wird Google noch brauchen, bis die Bilder aus Herne im Internet sind. Es sei viel Arbeit, die Einzelbilder zu Rundum-Ansichten zusammenzufügen, erklärt Google-Sprecher Stefan Keuchel. Dann aber kann jeder von seinem Computer aus gemächlich am Gysenberg entlangspazieren und sogar in den Himmel schauen.

Das Projekt "Street View" ist indes nicht unumstritten. In den USA, wo der Dienst 2007 gestartet ist, sorgten die Bilder für einigen Wirbel, da sie immer wieder auch ahnungslose Fußgänger in prekären Situationen zeigten.

An den Aufnahmen selbst ist auch in Deutschland wohl nichts illegal. Bei Straßenszenen handelt es sich um allgemein zugängliche Daten und zusätzlich verfremdet Google alle Gesichter und Autokennzeichen. Allerdings bemängeln Datenschützer, die Bilder könnten leicht missbraucht werden. Diebe zum Beispiel könnten mögliche Einbruchziele auskundschaften, Versicherungen die Wohngegend und vor allem die Häuser ihrer potenziellen Kunden bewerten. Einige Datenschützer fürchten sogar eine Schwemme von Werbepost, zum Beispiel von Firmen zur Fassadenreinigung.

Um den neuen Google-Dienst stoppen zu können, müssten nach Meinung der meisten Experten die Datenschutzgesetze geändert werden. Eine solche Forderung gibt es in Teilen der Bevölkerung seit Jahren. juse

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Kommentare
27.08.2008
10:21
Blockierter Kommentar.
von Thomas.Lau | #8

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.08.2008
10:20
Digitale Spaziergänge
von lilaluna | #7

Nicht nur die Städter sind betroffen, die sind hier im Dorf Dorsten-Rhade auch schon rumgetuckert.

21.08.2008
13:54
Digitale Spaziergänge
von Metfan#1 | #6

Welcher Datenschutz?
Das sind doch Worte aus einer längst vergangenen Zeit.

21.08.2008
09:54
Digitale Spaziergänge
von der-lars | #5

@Melanie: Dann schick mir doch bitte deine Kontoauszüge zu. Ein Paar Urlaubsfotos hätte ich auch gerne. Du hast ja sicher ein nichts verbrochen und ein reines Gewissen.

21.08.2008
06:11
Digitale Spaziergänge
von nochn Radfahrer | #4

Noch was: Wer nicht möchte, dass sein Haus/Privatleben von Google fotografiert wird, sollte dagegen vorgehen! Google ist angeblich cooperativ.

21.08.2008
06:10
Digitale Spaziergänge
von nochn Radfahrer | #3

www.openstreetmap.org
Hier kann jeder Kartenmaterial kostenlos nutzen, runterladen, bearbeiten, verarbeiten, Fehler beseitigen, Fehlendes ergänzen. Wer bei Google und Co nicht nur kurz reinsehen und mal eben eine Route berechnen möchte darf tüchtig zahlen. Openstreetmap ist kostenlos.

20.08.2008
22:30
Digitale Spaziergänge
von Melainie | #2

Ja ja, immer wieder diese Datenschützer...es war so, es ist so, und es wird auch immer so sein: Wer nichts verbrochen und ein reines Gewissen hat, der hat auch nichts zu verheimlichen!

20.08.2008
22:08
Digitale Spaziergänge
von lordxxl | #1

Ich sah den heute auf der Holsterhauser Straße, allerdings wol schon nach Feierabend. Über die Optik war eine Schutzhülle gezogen, es sah aus als wenn da jemand einen gut verpackten Rundgrill auf dem Dach transportiert.
Ist das... nein, kann nicht sein! dachte ich mir warum sollten die grade in Herne Fotos machen?
Tja, falsch gedacht...

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