Diese Herner Männer kennen gutes Bier

Jens Willemsen genießt an warmen Frühlingstagen gerne ein süffiges Weizenbier. Beim Rockkonzert darf es für den Wirt des „Nils“ aber auch Flaschenbier sein.
Jens Willemsen genießt an warmen Frühlingstagen gerne ein süffiges Weizenbier. Beim Rockkonzert darf es für den Wirt des „Nils“ aber auch Flaschenbier sein.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Zum Tag des Bieres plaudern Herner Gastronomen, Feinschmecker und ein Friseur aus dem Nähkästchen. Was ist ein gutes Bier? Welche regionalen Sorten gibt es? Und wer braut sein Bier selber?

Herne..  Heute ist Tag des Bieres. Stellt sich die Frage: Woran erkennt man gutes Bier? Gastronom Jens Willemsen ist sich sicher: „Das kommt doch ganz auf den Anlass an.“ Während er bei einem Rockkonzert in den Flottmann-Hallen zu Flaschenbier tendiert, gibt es für ihn an einem warmen Frühlingstag vor dem „Nils“ kaum etwas Besseres als ein süffiges Weizenbier. „Weizen und Biergartenatmosphäre, das passt eben hervorragend zusammen.“ Die beste Biersorte? „Das ist eine regionale Angelegenheit.“ Ein Bochumer würde stets ein Fiege Pils favorisieren, der Essener greife zur Marke Stauder. In Herne verhalte sich dieses Phänomen anders. „Wir haben ja keine greifbare Marke mehr.“

Viele regionale Biersorten

Das war nicht immer so. Schließlich lud die Brauerei Hülsmann nicht allein zu kulturellen Ereignissen ein. Im Haus in Eickel wurde der Gerstensaft auch gebraut. Zwar hat sich der Produktionsstandort in den vergangenen Jahren verlagert, aber wohin weiß offensichtlich niemand so recht. Ein Fachmann ist Peter Meinken von der Brennerei Eicker und Gallen.

Er kümmert sich um die Vermarktung regionaler wie seltener Biersorten aus der Umgebung. Da gehört für den Bierkenner das Hülsmann-Bier ebenso dazu wie Sorten mit Namen wie Eisenbahner-Pils aus Castrop-Rauxel oder das Bergmann-Bier aus Dortmund. „Hauptsache regional und keine Massenware“, so die Devise an der Alten Drogerie an der Hauptstraße in Crange und am Heitkampsfeld.

Frisuer trinkt keine Massenware

Über Massenware macht sich Friseurmeister Rolf Buchwald nur wenig Gedanken. Was der Figaro nun zum Tag des Biers beitragen soll? Ganz einfach. Nur allzu oft hat er es daheim gebraut. „Dazu benutze ich eine 200 Liter Wanne aus Kupfer.“ Das erste Bier in Eigenregie, Feldkampsud, das entstand an der Feldkampstraße im Herner Süden. Ein echtes Craft-Bier, handwerklich produziert in kleinen Mengen - und somit voll im Trend.

Seit knapp 500 Jahren

Exklusives Craft-Bier darf es auch bei Jens Rohlfing sein – wenn auch nicht aus eigener Hand gebraut. „Mittlerweile schmecken ja fast alle Premium-Biere ähnlich“, so der Weinhändler. Mehr als 20 Craft-Sorten verkauft er an der Hauptstraße in Wanne-Eickel. Zwischen 2,49 Euro und 30 Euro muss der Kunde für eine Flasche berappen. „Auch junge Menschen sind neugierig und probieren gerne.“

Ob Jung oder Alt. Getränkehändler Otto Schön beobachtet immer wieder ein Phänomen. Er ist sich sicher: „In Deutschland haben wir kein schlechtes Bier, alle Sorten sind nach deutschem Reinheitsgebot gebraut. Der Rest ist schlicht und ergreifend Geschmackssache.“