„Die Tageszeitung gehört dazu“

Susanne Batzer ist Lehrerin und Überzeugungstäterin: „Das ist ein ganz toller Beruf, den ich jederzeit wieder ergreifen würde“, sagt die Abteilungsleiterin für die Stufen 7 und 8 der Frida-Levy-Gesamtschule in Essen. Seit 2006 lebt die verheiratete Mutter von zwei Kindern (5 und 7) in Holsterhausen. Die Batzers sind in diversen Sportvereinen aktiv und nutzen auch gerne die kulturellen Angebote Hernes. Neben Beruf, Familie und Hobby fand und findet die 37-Jährige Zeit für weitere Aktivitäten: So war sie u.a. Mitgründerin des Fördervereins des Kindergartens Heilige Familie. Aktuell gehört sie der Schulpflegschaft der Sonnenschule an. Und nun also auch noch der Leserbeirat: „Die Tageszeitung gehört für mich dazu, seit ich denken kann.“ Die WAZ lese sie jeden Morgen mit Begeisterung. Als Leserbeirätin will sie eigene Ideen einbringen.
Strukturwandel ist für Hartmut Häußer nicht nur ein Wort: Im Bergbau begann der heute 63-Jährige seine berufliche Laufbahn und hat anschließend alle Veränderungen bei der Ruhrkohle AG mitgemacht. Zuletzt arbeitet der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Söhnen (33 und 35) in der Revision des aus der Ruhrkohle AG hervorgegangenen Chemie-Konzerns Evonik in Essen. „Als Ruheständler nehme ich Herne noch intensiver wahr als bisher“, sagt Hartmut Häußer, der seit 1980 in Elpeshof lebt. So besucht er bisweilen Sitzungen von Bezirksvertretungen, „wenn für meinen Geschmack spannende Themen anstehen“. Auch über den Tellerrand schaut Hartmut Häußer immer wieder mal, sprich: in benachbarte Städte. In der WAZ sollten positive Veränderungen in Herne und Wanne-Eickel stärker Beachtung finden, sagt er.
Zu behaupten, Wilfried Tofaute sei vielseitig, wäre eine glatte Untertreibung: Nach 40 Jahren als Finanzbeamter - unter anderem in Herne - sagte er sich vor drei Jahren „Es reicht!“ und wurde Pensionär. Alles andere als ein Ruhestand, denn: Der 63-Jährige ist nicht nur Beratungsstellenleiter eines Herner Lohnsteuerhilfevereins, sondern hat 2013 von seinen Schwiegereltern auch noch die Traditionsgaststätte Union-Eck an der Flottmannstraße übernommen. Und auch auf eine 15-jährige Tätigkeit als Presbyter in der Luthergemeinde (heute: Petrus-Gemeinde) blickt der Ehemann und Vater von drei erwachsenen Töchtern (25 bis 35) zurück. Als Leserbeirat habe er sich auch deswegen beworben, weil er kommunalpolitisch interessiert sei. Er hoffe, so Wilfried Tofaute, dass er in der Berichterstattung etwas verändern könne.
Seit 25 Jahren ist Frank Lutomski in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert und hat u.a. Projekte über Ausbildungspatenschaften mit ins Leben gerufen. „Ich hoffe, dass ich diese Themen auch im WAZ-Leserbeirat etwas ,forcieren’ kann“, sagt der ledige 44-Jährige. Auch politisch ist Lutomski sehr interessiert. Aktuell beschäftigt den Mitarbeiter des Herner Möbelhauses Zurbrüggen besonders der anstehende Wechsel im Rathaus und die damit einhergehenden Veränderungen für die Stadt: „Ich finde es spannend, die Oberbürgermeister-Wahl im Leserbeirat zu begleiten.“ Mit dem Vorschlag, die Herner OB-Kandidaten im Vorfeld der Wahl zu einer Diskussion in den Leserbeirat einzuladen, läuft die Redaktion bei ihm offene Türen ein. Übrigens: Frank Lutomski ist als Leserbeirat ein alter Hase - gehörte er dem Gremium schon von 2010 bis 2012 an.

Als „bekennende Hernerin“ bezeichnet sich Iris Anders (59), die trotz jahrelanger Beschäftigung als Marketing-Managerin im In- und Ausland immer ihren Wohnsitz in Herne behalten hat. Sie lebt mit ihrem Partner in Horsthausen, ihr Sohn ist erwachsen. Zur Zeit bereitet sich die Betriebswirtin auf eine selbstständige Tätigkeit als Unternehmensberaterin vor. Die WAZ gehört für sie zum Frühstück dazu: „Kaffee - Kippe - Zeitung“ habe es bei ihr lange Zeit geheißen, sagt sie lachend, inzwischen hat sie die Zigaretten verbannt. Wirtschaft und Politik gilt Iris Anders’ Hauptinteresse beim Zeitunglesen, sie ist aber auch kulturell viel unterwegs („Ich liebe den Mondpalast“). Was sie öfter lesen möchte: Dass sich auch andere positiv über Herne äußern.

„Ich bin fest in Herne verwurzelt“, sagt Andreas Pospiech (45). Als Schüler am Pestalozzi-Gymnasium hat er den heutigen Oberbürgermeister Horst Schiereck noch als Klassenlehrer erlebt (und geschätzt). Pospiech ist seit 26 Jahren Betriebswirt bei der Commerzbank, mittlerweise in Essen, wo er mittelständische Unternehmen betreut. Als ehemals aktiver Fußballer bei Westfalia Herne ist der Vater zweier Söhne (13 und 15) heute noch dem Vereinsleben verbunden. In der WAZ interessieren ihn neben dem Lokalsport Politik, Wirtschaft und Kultur. „Schon bei meinen Eltern und bei uns ist die WAZ seit Ewigkeiten dabei“, sagt Pospiech, der die Zeitung aufmerksam liest und das auch von seinen Kindern erwartet: „Das ist wichtig, dass sie was mitkriegen.“

Inge Reinholdt ist 77 Jahre alt und hat „immer gearbeitet, aber nicht im Beruf“, wie sie sich augenzwinkernd vorstellt. Seit 60 Jahren ist sie für die Familie da, zu der neben dem inzwischen pflegebedürftigen Mann zwei Töchter und fünf Enkel gehören. Was Inge Reinholdt ein wichtiges Anliegen ist: Sie selbst ist seit vielen Jahren beim Ambulanten Hospiz- und Palliativdienst (AHPD) ehrenamtlich engagiert und steht Schwerkranken als Sterbebegleiterin zur Seite. „Sterben und Demenz sind Tabuthemen“, hat sie immer wieder festgestellt, und es sei ihr ein „Herzensbedürfnis“ diese Wahrnehmung zu ändern. Über diese soziale Tätigkeit hinaus ist Inge Reinholdt Bezirksfrau in der evangelischen Kreuzkirchengemeinde in Herne -Mitte, wo sie auch wohnt.

Als Manager eines international tätigen mittelständischen Bergbauzulieferers in Gelsenkirchen hat Herbert Gräf (64) bisher keine Langeweile. Das könnte sich ändern, wenn der studierte Physiker in diesem Jahr in den Ruhestand tritt. Ein Engagement im WAZ-Leserbeirat reizt den gebürtigen Pfälzer, der heute mit seiner Lebensgefährtin in Eickel lebt, aus mehreren Gründen: „Ich lese gern und interessiere mich für Nachrichten, Sport und Politik“, sagt er. Wichtig für ihn: „Ich lese die Zeitung, die ich auf- und zuschlagen kann“. Gräf spielt in seiner Freizeit Tennis und ist Schöffe am Bochumer Landgericht. Für den Ruhestand hat er noch einen besonderen Plan: „Ich werde in Bochum Kriminologie und Polizeiwissenschaft studieren.“