Die starken Männer treten erstmals in Herne an

Strongman René Schulze demonstriert auf dem Cranger Kirmesplatz seine Stärke. Er war am Ende einer von zwei Siegern des Wettbewerbs.
Strongman René Schulze demonstriert auf dem Cranger Kirmesplatz seine Stärke. Er war am Ende einer von zwei Siegern des Wettbewerbs.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Premiere: Erstmals fand in Herne ein Strongmen-Wettbewerb statt. Auf dem Cranger Kirmesplatz kämpften sieben starke Männer in sieben Disziplinen.

Herne..  Die starken Männer kamen nach Herne. Ohne Wickie, aber mit Hanteln und Gewichten im Gepäck bauten die Männer auf dem Cranger Kirmesplatz ihre Zelte auf. Der Herner Reiner Katzula (62), deutscher Seniorenmeister im Kraftdreikampf, organisierte den Strongmen-Wettbewerb.

Strongmen - das sind die massiven Kerle, die nicht nur ins Fitnessstudio gehen, sondern ihre Kraft an handelsüblichen Gegenständen auslassen – wie LKW oder Bierfässer. Beim offenen Cup in Herne maßen sich sieben Strongmen in sieben Disziplinen. Drei Teilnehmer traten in der Klasse bis 105 Kilogramm Körpergewicht an, die anderen vier gehörten zur offenen Klasse, also über 105 Kilogramm.

Ärger über Absagen

Die Disziplinen waren in zwei Kategorien eingeteilt – entweder war das Ziel, ein bestimmtes Objekt möglichst oft zu stemmen oder einen Parcours in der schnellsten Zeit zu absolvieren. „Wir haben heute den Fokus auf Laufdisziplinen gelegt“, sagte Julian Groth (27), Moderator der Veranstaltung und einer der bekanntesten Strongmen in Deutschland. Eine Disziplin ist das Überkopfmedley: Unterschiedliche schwere Gegenstände wie zum Beispiel ein Bierfass oder eine Monster-Kurzhantel werden über den Kopf gestemmt. Während das Gewicht zu Beginn noch 60 Kilogramm betrug, steigerte sich das Medley am Ende auf 110 Kilogramm. Den Sieg trug der Strongmen davon, der den Parcours am schnellsten bewältigte.

Die meisten Wiederholungen standen beim Autoheben auf dem Programm. Die Vorderachse eines Autos musste in die Höhe gestemmt werden – mit Extragepäck an Bord. So kam das Vehikel auf über 300 Kilogramm. Das Feld der Teilnehmer war bis zum Schluss eng zusammen. Am Ende konnte es natürlich nur einen Sieger geben – oder doch nicht (unten)?

Organisator Reiner Katzula zeigte sich sehr zufrieden mit dem Wettbewerb: „Das war eine sehr gelungene Sache.“ Er lobte vor allem das Publikum, das „große Klasse“ gewesen sei. Rund 300 Leute fanden sich am Kirmesplatz ein. Wütend wurde er hingegen beim Thema „Absagen“. 15 Teilnehmer hatten sich angekündigt, viele sagten ab: „Bei Verletzungen ist das ja okay“, sagte Katzula, „aber nur weil sie keine Lust haben ... . Das ist mehr als unsportlich.“

Deswegen sei die Fortsetzung des Wettbewerbs im nächsten Jahr in der Schwebe. Die Anmelderegularien müssten geändert werden, um dem Veranstalter mehr finanzielle Sicherheit zu gewähren, so Katzula. Den Besucher würde eine Fortsetzung gefallen: „Sehr beeindruckend“, sagt Jeremy (26) zu den Leistungen der starken Männer.

Ein Wettbewerb, zwei Sieger

Zwar kein Novum, aber dennoch sehr, sehr selten: Es gab zwei Sieger beim offenen Cup in Herne. René Schulze und Christian Thiede holten zunächst beide die selbe Punktzahl.

Auch die Auswertung der Einzeldisziplinen brachte keinen Sieger hervor. Da Schulze und Thiede bei der Anzahl der ersten, zweiten und dritten Plätze ebenfalls gleichauf lagen, teilten sie sich am Ende den Sieg beim ersten Herner Strongmen.