Die Nokia-Millionen
23.01.2009 | 15:39 Uhr 2009-01-23T15:39:00+0100Herne. Eine Analyse des Landes sagt, dass Herne nach Bochum vom Wegzug des Handyherstellers am meisten getroffen worden ist. Geld aus einem Fonds soll helfen, den Verlust von Arbeitsplätzen abzufedern.
Als der finnische Handyhersteller Nokia im Januar letzten Jahres ankündigte, seinen Standort in Bochum-Riemke trotz guter Geschäftszahlen zu schließen, brach ein Sturm der Entrüstung los. Genutzt hat es wenig, über 2.300 Menschen - davon etwa 500 aus Herne und Wanne-Eickel - verloren ihren Job: Ein herber Schlag für den Arbeitsmarkt, der dort noch gar nicht richtig angekommen ist, weil viele Ex-Nokianer noch immer in einer Tansfergesellschaft untergebracht sind.
Herne will vom Fonds profitieren
Dem Schock der schlechten Nachricht folgten zahlreiche Verhandlungen zwischen Unternehmen und Landesregierung. Es ging um die Rückzahlung von Subventionen, die nach Auffassung der Politik zu Unrecht geflossen seien. Am Ende einigte man sich auf einen Kompromiss: die Einrichtung eines Fonds, angefüllt mit 40 Millionen Euro. Mit dem Geld sollen Technologie- und Infrastrukturprojekte in Bochum und Umgebung gefördert werden, um den Verlust der Nokia-Arbeitsplätze ein wenig abzufedern.
Nicht nur die Stadt Herne und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), sondern auch die Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet (IHK) hat sich in den letzten Wochen dafür stark gemacht, dass Herne von dem Fonds mit dem irreführenden Namen "Wachstum für Bochum" profitieren kann. Wie IHK-Hauptgeschäftsführer Tillmann Neinhaus gegenüber der WAZ betont, wird eine Arbeitsgruppe im NRW-Wirtschaftsministerium über die Ausschüttung des Geldes entscheiden. "Mit einem Ergebnis ist im Frühjahr zu rechnen", sagt Neinhaus. Projekte aus Bochum, Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herten und Herne seien in der engeren Auswahl.
Herne bewirbt sich mit mehreren Projekten
Dass sich die Emscherstadt durchaus Chancen ausrechnen darf, ein Stück vom Nokia-Fonds abzubekommen, glaubt Dr. Joachim Grollmann, Geschäftsführer der WFG. Nach Bochum sei die Emscherstadt am härtesten von dem "Nokia-Drama" betroffen. Zu diesem Ergebnis sei eine Analyse des Landes gekommen. "Und eigentlich reicht ein Blick auf den Stadtplan, um das nachvollziehen zu können", so Grollmann.
Ins Rennen geht Herne mit mehreren Projekten: Zum einen bemüht sich die WFG darum, die noch in der Luft hängende äußere Erschließung des neuen Logistikparks Schloss Grimberg in Unser Fritz zu regeln. Dort fehlt bisher die direkte Anbindung an die A 42. Ob es gelingt, Gelder aus dem Fonds dafür einzusetzen, ist bisher offen. Darüber hinaus bemüht sich die Stadt um eine Förderung eines weiteren Gewerbeparkes, der unweit von Schloss Strünkede in Baukau entstehen soll.
Grollmann: "Ich bin nicht sicher, ob das was wird. Die Fläche ist sehr klein und nicht dramatisch mit Altlasten kontaminiert. Vielleicht denkt das Land, dass wir das am ehesten selbst stemmen können." Am meisten Chancen rechnet sich der WFG-Chef für ein Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Bochum aus. Der bisherige Nokia-Standort samt Umfeld könnte bis zum neuen Hibernia-Gewerbepark in Holsterhausen neu strukturiert und besser erschlossen werden. Dafür brauche es eine Planung - und die koste nicht wenig Geld.
10:49
Nokia war in Bochum und hat dort Steuern bezahlt.Was hat Herne damit zutun.Die Herne können ja gerne wieder in Bochum arbeiten.Aber das Geld muß in Bochum investiert werden.Aber schnell sonst kommt der Hartzman schneller als man denkt.
17:20
Das Fell des Bären kommt zur weiteren Aufteilung! Sozialplan und Beschäftigungsgesellschaft für die Belegschaft sowie den Tritt in den verlängerten Rücken für die Leiharbeiter sind dankend als Konsumförderungspaket von den Betroffenen angenommen worden. Jetzt müssen aber wichtige Strukturmassnahmen erfolgen. Dafür ist Geld bereitgestellt worden
Dass sich viele daran bedienen wollen um ihre Begehrlichkeiten zu erfüllen, ist klar. Auch die Stadt Herne ist daran zu recht interessiert. Leben, wohnen und arbeitslosen hier doch noch viele Nokianer ( toller Familiensinn- auch noch nach dem Arschtritt für die gläubige Belegschaft). Herne braucht weitere industrielle Ansiedlungen sonst wird es zur Rentner- und Hartz Stadt. Dass sich jetzt die Stadt Herne und die WfG um den Griff in den Topf bemühen ist genau richtig.
16:48
In unserem mit Vorschriften zugepflasterten Bürokratenlang braucht jedes Vorhaben endlos. Kein Wunder, dass kreative und tatkräftige Leute lieber auswandern, als hier noch ein Geschäft aufmachen zu wollen.
15:48
Schließe mich meinem Vorschreiber an.
Wäre mal interessant zu wissen, ob ein EX-Nokianer stellvertretend für alle EX-N. bei der Vergabe ein Wörtchen mitsprechen kann?!
Ansonsten besteht die Gefahr, dass Politiker die Millionen zweckfremd ein(ver)setzen.
15:13
Diese ganzen Projekte dauern viel zu lange! Die ehemaligen Nokia-Beschäftigten brauchen j e t z t Arbeitsplätze (keine Leiharbeitsstellen!), nicht erst in Monaten oder Jahren!