Die medizinische Komponente
10.08.2010 | 18:04 Uhr 2010-08-10T18:04:00+0200
Herne.Sie ist nur eine von fünf Fachabteilungen der Berufsfeuerwehr, aber die 33/5 hat es in sich: Sie umfasst mit dem Rettungsdienst das Herzstück der Feuerwehr und ist mit der eigenen Rettungsassistentenschule auch für die Ausbildung des Nachwuchses verantwortlich.
„Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Fachabteilungsleiter Wolfgang Hoppe und meint in erster Linie die Räume der beiden Feuerwachen in Herne und Wanne. Aber die Abteilung ist auch vollgestopft mit Zuständigkeiten, Mensch und Material: Von rund 160 Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr sind etwa 100 Kräfte in den Rettungsdienst involviert.
Sechs Rettungstransportwagen (RTW), fünf Krankentransportwagen (KTW), dazu zwei Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) sowie zwei Spezialfahrzeuge für Sondereinsätze gehören zum Fuhrpark: „Der Mehrzweckrettungswagen, M-RTW, ist unser Riesenbaby, der wird zum Beispiel beim Transport adipöser Patienten eingesetzt. Wir hatten auch schon mal einen Einsatz, wo ein schwerstverbranntes Kind bei einer bestimmten Temperatur zwischen zwei verschiedenen Krankenhäusern hin und her gefahren werden musste. So etwas machen wir mit dem M-RTW“, erklärt Hoppe. Das zweite Spezialfahrzeug, der I-KTW, wird zum Transport bei Infektionsgefahr, eingesetzt. Im vergangenen Jahr gab es rund 11000 Rettungstransporteinsätze, 7000 Kranken- und mehr als 600 Infektionstransporte im Stadtgebiet.
Dass sich hinter diesen Zahlen weit mehr verbirgt als der Krankenwagen, der im Notfall ausrückt, wird beim Blick in das Labyrinth der Feuerwache 1 an der Sodinger Straße schnell klar. Im „Hauptlager“ liegen Sauerstoffmasken, Behälter für medizinischen Abfall und Tuben für die Beatmung von Patienten. Im „Tageslager“ lagern medizinische Verbrauchsmittel wie Infusionen und Verbandsmittel, thematisch in sieben verschiedene kleine Boxen gruppiert, mit denen die Rettungswagen bestückt werden. Im „Austauschlager“ schlummert Boxennachschub. Es gibt ein „Medizingeräte-Ersatzteillager“ und einen speziellen „Desinfektionsraum“: In den Regalen stapeln sich Flaschen mit Desinfektionsmitteln, an der Wand hängen Rollen mit Folie und gegenüber wartet ein Fachmann gerade die „Spülmaschine“. Aber nicht Teller und Tassen werden hier gespült, sondern medizinisches Gerät gereinigt, etwa Beatmungsschläuche „thermisch desinfiziert“.
Nebenan steht eine „ganz normale“ Waschmaschine, aber sie wäscht nicht Hosen und Jacken, sondern etwa Manschetten und Gurte von Tragen. „In der „Pandemieplanung“ lagert außerdem alles, was nötig ist, um die Rettungskräfte bei einem Massenanfall von Erkrankungen in der Bevölkerung auszustatten“, erklärt Hauptbrandmeister Hubert Nöthe, er ist Herr über die Technik des Rettungsdienstes. In Pappkartons lagern an die 500 Einweg-Schutzoveralls und mehr als 3000 Atemmasken.
Ebenfalls eine Nummer größer fällt der „Abrollbehälter für Großschadenslagen“ aus, den die Herner Feuerwehr bereithält: eine Art Container, der im Notfall auf ein Trägerfahrzeug aufgesetzt und etwa bei einem Großbrand oder einem schweren Unfall auf der Autobahn eingesetzt. Ab acht Verletzten kann er, ab 15 Verletzten muss er sich auf jeden Fall in Bewegung setzen. Rettungsdienst-Chef Wolfgang Hoppe: „Für die Cranger Kirmes haben wir übrigens immer zwei Trägerfahrzeuge aufgesattelt.“
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