Die Lust an der Serie
22.01.2010 | 19:48 Uhr 2010-01-22T19:48:00+0100
Wanne-Eickel. Eine Ausstellung in der Gea-Rotunde zeigt Werke von Ike Vogt, Harald Hilscher und Edgar A. Eubel.
Dass die Ausstellung, die am Sonntag (24.) um 12 Uhr in der Gea-Rotunde eröffnet wird, keinen Titel trägt, hat einen guten Grund. Denn die drei Künstler, deren Werke gezeigt werden, betreiben ihre Kunst in einem solch' hohen Maße individuell, dass sich schwer ein Oberbegriff finden ließe, der dem Schaffen von Ike Vogt, Edgar. A. Eubel und Harald Hilscher gleichsam gerecht würde.
Nichtsdestotrotz gibt es immer wieder Anknüpfungspunkte zwischen den Exponaten. Das gilt vor allem für den seriellen Charakter, der sowohl in den Arbeiten von Harald Hilscher als auch in denen von Ike Vogt ein tragendes Element ist.
Ike Vogt zeigt in der Rotunde Werke, in denen sie Zeichnungen und Drucktechniken zusammenführt. Sie benutzt gern Dinge des Alltags und veredelt diese, indem sie in Serie gefertigten Trägermaterialien individualisiert. Das können überzählige Einladungskarten zu Ausstellungseröffnungen sein, auf denen die Künstlerin flüchtige Linien zeichnet, bevor sie die Karten in größeren Gruppen als Ensemble präsentiert. Ebenfalls als serielles Ensemble erwarten den Betrachter ihre Kyogi-Arbeiten. Unter Kyogi versteht man hauchdünn gehobelte Kiefernspäne, die in Japan traditionell dazu benutzt werden, um Speisen darin einzuwickeln. Ike Vogt legt die Kyogi-Späne anstelle von Papier in den PC-Drucker und druckt darauf informelle Grafiken, die sie mittels Computer-Maus und Zeichenprogramm erstellt hat. „Jedes Blatt ist ein Unikat”, sagt die Künstlerin.
Wie Ike Vogt ist auch Harald Hilschers Exponaten jene ganz besondere Ästhetik des Seriellen eigen. Für seine Collagen und Objekte, die er häufig multimedial mit Audio- und Videokomponenten bestückt, arbeitet Hilscher mit dem Fotokopierer. Oft sind es Motive aus der Mikrobiologie, die er vervielfältigt, ausschneidet und mit gutem Gespür für eine ornamentale Rhythmisierung von Flächen und Körpern zu grandiosen Collagen zusammenfügt. Diese stehen entweder für sich oder aber dienen als Basis von Multimedia-Objekten wie sein „Pfiff”. Hierbei spielt Hilscher mit dem lautmalerischen Comic-Vokabular, dass es nur so dongt, bängt und krawummt.
Um eine solche Lust an der Kunst und am Künstlerdasein in den gemalten und gezeichneten Bildern von Edgar A. Eubel zu entdecken, bedarf es schon einer sehr optimistischen Perspektive. Vor seinen Arbeiten hat man eher den Eindruck, dass er sie sich in einem schweren Kampf mit dem unbeugsamen Willen zur künstlerischen Fortentwicklung abgerungen hat. 2005 stellte Edgar A. Eubel übrigens in der Künstlerzeche Unser Fritz aus. Titel damals: Verumwegungen – oder das nervöse Drommeln des Waldläufers.
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