„Die Kommunikation verläuft ruhiger“

Um Polizisten vor Angriffen zu schützen, diskutiert die Polizeigewerkschaft (GdP) die Einführung von Schulterkameras, so genannten Bodycams. Datenschützer kritisieren den Vorschlag. Der Herner Arnold Plickert ist stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP. Er hat die Kameras bereits während eines Pilotprojektes im Frankfurter Kneipenviertel getestet.

1 Was halten sie von den Schulterkameras bei Polizisten?

Ich befürworte die Einführung von den Bodycams ausdrücklich. Die Kommunikation verläuft mit Kamera auf den Schulter schon deutlich ruhiger. Der präventive Effekt ist extrem hoch. In Frankfurt hat sich die Zahl der verletzten Kollegen durch das Projekt von neun auf einen dezimiert. Das ist echt beachtlich.

2 Was sagen Sie zu Kritik von Datenschützern?

Die Bedenken halte ich für nicht gerechtfertigt. Diese Diskussion geht an der Realität vorbei. Schließlich werden die Aufnahmen sofort wieder gelöscht. Und auch die Bürgernähe ist durch die Kameras nicht eingeschränkt. Wichtig ist nur, dass wir dem Bürger genau erklären, was wir machen.

3 Ist der Einsatz von Bodycams auch in Wanne-Eickel und Herne denkbar?

Nein, das bietet sich wohl eher nicht an. Die Nutzung der Kameras soll ganz klar zeitlich und örtlich begrenzt sein. Beim Pilotprojekt haben wir die Bodycams auch nur am Wochenende im Kneipenviertel genutzt. In Wanne-Eickel oder Herne gibt es solche Viertel mit dem Gefahrenpotenzial nicht.