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Die Katzenmama von Bickern

20.05.2009 | 18:18 Uhr

Für die einen ist der Mai der Wonnemonat, für die anderen der Beginn der Stresszeit. Denn im Mai, manchmal auch schon im April, kommen die ersten kleinen Kätzchen des Jahres zur Welt - nicht jede Geburt wird bejubelt.

Barbara Keuper kümmert sich liebevoll um Findeltiere. Zurzeit päppelt sie fünf Kätzchen auf. Foto: Ruth Albus

„Im vergangenen Jahr hat man uns ein Paket vom Sperrmüll gebracht, fest verklebt und verschnürt, mit fünf winzigen Kätzchen darin”, erzählt Barbara Keuper. „Und vor zwei Wochen wurden in einem Papiercontainer an der Rottstraße drei wenige Stunden alte Kätzchen gefunden.”

Die 42-Jährige aus Bickern gehört zu denen, die sich dann um solche von verantwortungslosen Menschen wie Müll weggeworfene Lebewesen kümmert, sie mühsam aufpäppelt, alle paar Stunden Katzenbabymilch füttert, die Kleinen sauber hält und für Wärme sorgt. Fünf Jahre lang hat sie sich als Ehrenamtliche für das Tierheim Herne-Wanne eingesetzt, jetzt unterstützt sie das Tierheim Marl, wo ihre Tochter Nadine eine Ausbildung zur Tierpflegerin macht. „Wenn nachmittags das Telefon klingelt, dann weiß ich schon: Das ist Nadine, die fragt, ob sie noch ein paar Kätzchen zum Aufpäppeln mitbringen kann”, sagt Barbara Keuper.

Gerade jetzt hütet sie fünf Katzenbabys: drei drei Wochen alte schwarzweiße und zwei winzig kleine, noch keine sieben Tage alte getigerte Kätzchen, die recht unkoordiniert und laut piepsend in einer gepolsterten Holzkiste herumrobben. Die Tigerchen haben Glück im Unglück, denn Ronja, die Mama der Schwarzweißen, nimmt sich ihrer liebevoll an als wären es ihre eigenen. „Ronja sollte mit ihrem Bruder eigentlich nur bis zur Vermittlung hierbleiben”, sagt Barbara Keuper. „Aber dann wurde sie dicker und dicker – sie war trächtig.” Bis die Kleinen buchstäblich auf eigenen Beinen stehen können, bleibt die Familie zusammen, aber dann sollen Ronja, ihr Bruder und die Babys ein anderes Zuhause bekommen.

In gute Hände abzugeben

In dem kleinen Siedlungshaus der Keupers wimmelt es ohnehin schon vor Vierbeinern: 15 Katzen einschließlich der Babys dürften es sein, schätzt Barbara Keuper: „Sie sind aber selten alle zugleich da, sie können auch hier draußen herumlaufen, es ist Platz genug.” Gerne würde sie trotzdem noch wenigstens zwei halbwilde Katzen in gute Hände abgeben. Denn neben den Katzen gehören auch noch zwei Hunde zum Haushalt, zurzeit sogar noch ein dritter, der auf ein neues Zuhause wartet; im ehemaligen Taubenhaus leben elf Kaninchen und sechs Meerschweinchen – „alles Tiere, die keiner mehr haben wollte.” Ach ja, fünf Fische im Aquarium gibt es auch noch und – drei Kinder im Alter von 20, 16 und 3,5 Jahren.

Doch das Haus wird eindeutig von den Tieren dominiert. Gleich neben der Haustür hängt ein ganzes Arsenal an Hundeleinen, kein Raum, in dem nicht mindestens ein Katzenklo steht, eine Futterschüssel oder Spielzeug herumliegt. Nur das Schlafzimmer ist für die Vierbeiner tabu.

Manchmal gibt es Futterspenden aus dem Marler Tierheim, aber vieles wird doch aus der eigenen Tasche bezahlt. Die Tiere werden außerdem alle geimpft, kastriert, gechippt und bei der Tierorganistaion „Tasso” angemeldet. „Wenn mein Mann da nicht mitziehen würde, ginge das gar nicht”, sagt die 42-Jährige.

Tierlieb schon von klein auf

Warum nimmt sie das alles auf sich? „Ich bin so”, sagt Barbara Keuper. „Ich bin mit Tieren aufgewachsen und habe schon mit drei Jahren bei meinen Großeltern Kaninchen in der Schubkarre herumgefahren.” Kann sie überhaupt einmal Urlaub machen? „Brauche ich nicht”, sagt Barbara Keuper. „Wir haben einen Garten.”

Gabriele Heimeier



Kommentare
25.05.2009
22:22
Die Katzenmama von Bickern
von Muellmarie | #8

Tja bei mir steht er im Namen, bei anderen in den Kommentaren die sie von sich geben.

25.05.2009
20:15
Die Katzenmama von Bickern
von lieberzweimaldenker | #7

Und da soll noch mal einer sagen ich würde vorschnell Urteilen , die Müllmarie kann das viel besser. Und den Alk. liebe Müllmarie trinke ich ihnen bestimmt nicht weg, denn diese Sünde ist in meiner Religion verboten!
Apropo, der Müll in ihrem Namen sagt ja wohl alles aus, was man von ihnen zu halten hat.

24.05.2009
21:17
Die Katzenmama von Bickern
von Muellmarie | #6

@lieberzweimaldenker

Wer Mutter Beimer nicht richtig schreiben kann und nicht weiß wie unsere Familienministerin heißt, der kann es mit der Allgemeinbildung nicht so haben. Daher wird wohl auch kaum einer Ihre Kommentare weiter ernst nehmen.
Immer schön weiter Alk konsumieren und vor dem Computer hocken, dann muss sich auch niemand in der realen Welt sich mit jemandem wie Ihnen rumschlagen.

24.05.2009
18:13
Die Katzenmama von Bickern
von lieberzweimaldenker | #5

Alles bloß ein Heileweltgequatsche.
Gibt es denn hier nur Mütter Beimars oder wie heißt unsere Familienministerin?

23.05.2009
10:42
Die Katzenmama von Bickern
von Aquila | #4

Ich finde es toll, dass es noch solche Menschen wie Frau Keuper gibt.
Sie leistet eine sehr wertvolle Arbeit.

22.05.2009
23:32
Die Katzenmama von Bickern
von Muellmarie | #3

Tja, zweimal denken hätte sicher nicht geschadet. Freiwillige Arbeit kann ich leisten wann und wo ich will. Mal abgesehen macht sie es nicht grundlos. Wenn man den Artikel liest, dann erfährt man dass ihre Tochter eine Ausbildung im TH Marl macht.
Warum man sich zeitgleich nicht um Kinder und Tiere kümmern kann, geht mir gerade auch ab.
Außerdem sollten die Kinder wenigstens Vater und Mutter haben, die dürften sich kümmern. Falls nicht, dann sollte man Kritik an denen üben.

22.05.2009
20:01
Die Katzenmama von Bickern
von lieberzweimaldenker | #2

In der Reihenfolge der Aufzählung sieht man schon welchen Stellenwert die Kinder genießen. Und vielen Dank, daß eine Hernerin ihr Helfersyndrom lieber in Marl als in Herne ausübt.
Es wäre wohl nicht schlecht, wenn das Herner Ordnungsamt mal einen Besuch macht und das Wohlergehen von Tier und Mensch unter die Lupe nimmt.

21.05.2009
21:42
Die Katzenmama von Bickern
von Muellmarie | #1

Hut ab vor solch einer Frau. Wenn mehr Menschen so denken würden, dann wäre die Welt ein freundlicherer Ort und das nicht nur für die vierbeinigen Bewohner.

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