Die Geschichte von Plums Klo
19.11.2009 | 14:36 Uhr 2009-11-19T14:36:00+0100
Herne. Der 19. November ist Welttoilettentag. Anlass genug, um sich mit einem zu unterhalten, der was davon versteht: Heiner Plum aus Dortmund ist im WC-Business, er vermietet mobile Toilettenanlagen. Bei den Standorten ist er gerne wählerisch.
Es gibt ihn wirklich: den Welttoilettentag. Und er ist am 19. November. Dass es ihn gibt, davon wissen noch nicht einmal Menschen, die quasi von Berufswegen Experten des stillen Örtchens sind. Einer von ihnen ist Heiner Plum.
Er lacht, als er vom Welttoilettentag erfährt. Das Klo – ist für ihn wortwörtlich Tagesgeschäft. Heiner Plum vermietet mobile Toilettenanlagen, zur Zeit steht eine auf dem Herner Weihnachtsmarkt, der am Donnerstag eröffnet wird. In Herne, sagt der Dortmunder Unternehmer, „ist angenehmes Arbeiten". Schön möchte er es aber dann doch nicht nennen. Seit acht Jahren ist er im WC-Business, seit sieben bestückt er auch diese Stadt. „Den Weihnachtsmarkt, den Martini-Markt, die Wanner Mondnächte und das Boulevard-Fest, die hab' ich schön öfter gemacht. Jetzt kommt noch der Weihnachtskörl dazu."
Elf Anlagen verschickt er
In der Regel kommt der 44-jährige Unternehmer dann mit jeweils einem Toilettenwagen (über Stufen zu betreten) oder WC-Container (ebenerdig) angefahren. Elf Anlagen verschickt er, zusammen mit seiner Frau und einem festangestellten Fahrer, mit drei Lkw quer durch NRW. Am liebsten ist er bei „Mutter-Vater-Kind-Veranstaltungen" wie die in Herne – da gibt's nicht so viel Stress. „Ich habe fünf Jahre Kölner Karneval gemacht, das reicht", sagt der Dortmunder.
Neben Vandalismus machen Gesetzesänderungen Heiner Plum und seiner Firma „WC-Box" zu schaffen: Wegen der Einführung der Umweltzonen musste er 60 000 Euro in einen neuen Lkw investieren, eine EU-Verordnung zwang ihn zur 6500-Euro-Investition in spezielle Schläuche. „Was nun noch kommen könnte, ist ein Verbot von Handtuchpapier und die Pflicht, berührungslose Wasserhähne zu installieren – wegen der Hygiene." Plum hält's für Quatsch.
Karneval, Kirmes und Schützenfeste sind nicht sein Ding, „Sauf- und Kampfveranstaltungen machen zu viel Dreck und zu viel Ärger", sagt er. Betriebsfeiern sind eher nach seinem Geschmack. Der gelernte Kaufmann kam 2001 durch Zufall in die mobile WC-Branche: Als sich der Veranstalter eines Trödelmarktes über den schlechten Zustand des gemieteten Toilettenwagens beschwerte, entschloss sich Plum, es besser zu machen: mit seinen ersten zwei Containern. „Am Anfang muss man natürlich alles machen, um ins Geschäft zu kommen, mittlerweile habe ich einen festen Kundenstamm und mache nicht auf Masse."
Seine Spezialität: Rollstuhlkabinen
Plums Spezialität sind mit Rollstuhlkabinen ausgestattete Container, aber er übernimmt auch gern Spezialaufträge. Da hebt er dann auch schon mal eine WC-Box in die 12. Etage eines Kölner Edelwohnhauses. „Das macht Spaß", sagt er und erklärt, das seien „so die Bonbons". Für namhafte Firmen hat er schon Klos aufgestellt, für Mercedes Benz, DB, Oetker und BASF – „und so mancher Politiker hat auch schon auf meiner Toilette gesessen".
Plum legt wert auf dreilagiges Toilettenpapier, obwohl „die meisten anderen nur dieses graue Recyclingpapier nehmen, wo man 'nen wunden Popo von kriegt". Der zunehmende Vandalismus macht ihm zu schaffen, mehr als die Notwendigkeit, auch ab und zu mal ein verstopftes Rohr zu reinigen. Was muss, das muss. Aber: „Ein Brötchen kann ich dabei auch nicht essen", sagt er und lacht. Auf Restauranttoiletten holt er sich Anregungen für seine WCs, jedes Jahr im Winter nach der Weihnachtsmarktzeit, wird ein Wagen generalüberholt. Hochsaison ist zwischen dem Tanz in den Mai und Weihnachten – dazwischen bedient Plum Trödelmärkte.
Wenn's nach ihm geht, noch „bis ich 65 bin".
08:57
Eine SUUUUUUPERRRR Geschäftsidee!!!!
Vielleicht sollte die Stadt solche Dinger mal anmieten und bei Friedrich-der-Grosse aufstellen.
Dann müssten dort die armen Brummifahrer für Dachser, welche über Nacht oder das Wochenende dort verbleiben müssen, nicht ihre Notdurft in der umliegenden Nachbarschaft verrichten.
Ebenso einige Fahrer der Busgesellschaft, welche z.B. an der Ilseder Str./Zechenring so eine Chemie-toilette stehen haben, aber trotzdem mal den schnellen Pinkler entweder an den Papiercontainern oder direkt hinter dem Plastikhaus wagen (warum auch immer).