Die 4a der Herner Hiberniaschule brütet was aus

Melanie Nolte vom Kleintierzüchterverein (r.) führt in der  der Klasse 4a der Hiberniaschule ein Projekt durch: In drei Wochen sollen bis zu 30 Küken aus den Lachshuhneinern schlüpfen.
Melanie Nolte vom Kleintierzüchterverein (r.) führt in der der Klasse 4a der Hiberniaschule ein Projekt durch: In drei Wochen sollen bis zu 30 Küken aus den Lachshuhneinern schlüpfen.
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Züchterin Melani Nolte hat in der 4a der Hiberniaschule ein Kükenprojekt gestartet: Mit Hilfe der Schüler sollen bis zu 30 Lachshuhnküken schlüpfen.

Herne..  Knapp 30 Kinder und dazu noch 30 Küken – für viele eine anstrengende Vorstellung, für Carola Kraus nicht: „Ich finde das Brut-Projekt sehr spannend“, sagt die 52-Jährige Klassenlehrerin der 4a der Hiberniaschule. Eine Brutmaschine sowie 100 Lachshuhneier brachte Melani Nolte vom Kleintierzüchterverein in dieser Woche in ihre Klasse. „Natürlich werden nicht 100 Küken schlüpfen“, sagt Lachshuhn-Expertin Melani Nolte. Sie gehe davon aus, dass um die 40 Eier befruchtet sind. Wenn daraus dann 25 bis 30 Küken schlüpften, wäre das eine gute Quote.

„Ich freue mich besonders darauf zu sehen, wie die Küken schlüpfen“, sagt Paul (9). Die Aufregung und Vorfreude der Kinder ist spürbar. Ständig schnellen die Hände hoch, viele Fragen werden gestellt und von Melani Nolte auch beantwortet.

Ganze drei Wochen wird es dauern, bis sich die Küken durch die Eischale kämpfen, bis dahin muss auf einiges beachtet werden: Eine ausreichende Lüftung zum Beispiel, damit genug Sauerstoff vorhanden ist. „Ein Huhn braucht in Relation zur Körpergröße mehr Sauerstoff, also Luft als eine Kuh“, erklärt die 48-Jährige den aufgeregten Schülern. Sofort melden sich viele der Kinder freiwillig für den „Lüftungsdienst“. Sie achten ab sofort darauf, dass zu jeder Pause die Fenster weit geöffnet werden. Auch fürs Füttern, Stall säubern und Wasser erneuern wird es Dienste geben. „So lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen“, meint Carola Kraus.

Melani Nolte gibt den Schülern Anweisungen: Wichtig sei auch, dass die Tür des Brüters geschlossen bliebe, außerdem dürfe man auch die schmutzigsten Eier nicht abwaschen, da dann durch die zerstörte Ei-Schutzhaut Bakterien drängen. „Dadurch könnte das Küken sterben.“ Wertvolle Tipps für den Umgang mit den Küken gibt Expertin Nolte ebenfalls gerne: „Wenn sie geschlüpft sind, werden sie schnell zahm, wenn ihr sehr leise seid und mit einem Finger auf die Hand tippt, in der Futter liegt“. Damit imitiere man den Schnabel des Muttertieres, was die Küken anlocke.

Die achtjährige Laura kann es kaum abwarten: „Ich möchte mit den Küken knuddeln, weil die so süß sind.“ Amy (10) erzählt, dass sie seit Samstag versuche, „ein Ei auszubrüten“, es liege in einer Heubox. Jetzt wisse sie aber, dass dies nicht funktionieren könne: „Ich habe das Ei ganz doll gedreht, aber das darf man ja nicht.“ Außerdem sei es auch nicht warm genug in der Box. Das haben Amy und die anderen nämlich schon gelernt: Damit sich die Küken entwickeln können, muss es in der Brutmaschine 37,6 Grad warm sein.

„Hier an der Waldorfschule praktizieren wir einen ganzheitlichen Unterricht“, sagt Carola Kraus. Daher sei der praktische Anteil, so wie bei diesem Projekt, größer als an vielen anderen Schulen. „Wenn alles gut läuft, ist das Projekt bis zu den Osterferien abgeschlossen.“ Dann werden die Küken auf den Hof von Melani Nolte umziehen.