Deutsche Bahn bremst Projekt Schloß Grimberg
11.02.2011 | 18:03 Uhr 2011-02-11T18:03:00+0100
Herne.Die Anbindung des neuen Logistikparks „Schloß Grimberg“ ist ins Stocken geraten. Das bestätigt Baudezernent Jan Terhoeven der WAZ. Schuld für die Verzögerung beim derzeit wichtigsten Bauprojekt in Herne sei die Deutsche Bahn.
Die Deutsche Bahn bremst laut Baudezernent Jan Terhoeven das Projekt Schloß Brimberg. „Sie lässt uns hängen“, schimpft der Beigeordnete. Er nennt die Lage „fürchterlich“. Terhoeven will nun an den Bahn-Vorstand herantreten, um Druck auszuüben.
Zum Hintergrund: Rund 400 neue Arbeitsplätze sollen im Logistikpark „Schloß Grimberg“ – einer Brache zwischen Unser-Fritz-Straße, Rhein-Herne-Kanal und Stadtgrenze Gelsenkirchen – entstehen. Dafür aber braucht es eine Straßen-Anbindung von der A 42-Anschlussstelle Gelsenkirchen-Bismarck bis zu dem 22 Hektar großen Filetgrundstück, auf der sich Firmen ansiedeln sollen. Die aufwendigen Bauarbeiten für die Anbindung - allem voran an der Autobahn-Anschlussstelle - sind seit Monaten im vollen Gange. Allein: Die notwendige Unterführung der dortigen Bahntrasse, der Bau einer Brücke also, lässt auf sich warten.
Verwaltung vertröstet
Und hier kommt die Bahn ins Spiel. Sie vertröste die Verwaltung „von Monat zu Monat“, schimpft Baudezernent Terhoeven, dem die Hutschnur platzt. Erst hieß es von der Bahn, die Stadt könne die Brücke errichten lassen, berichtet der Dezernent, als diese mitten in den Planungen war, hieß es, die Bahn wolle sie selber bauen. Dagegen habe er auch nichts. Was ihn jedoch wurmt: Seit der Ankündigung der Bahn sei nichts geschehen – trotz mehrfacher Gespräche, dann Mahnungen: „Das Unternehmen schiebt alles auf die lange Bank.“
Das ehemalige Schloss Grimberg wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für den Bau des Hafens Grimberg abgerissen. Jahrzehntelang blieben anschließend weite Teile des Geländes an der Stadtgrenze Gelsenkirchen/Wanne Eickel ungenutzt. In vielen Bereichen legten Nachbarn Gärten an.
Der Baustoff-Hersteller Wanit errichtete in den 1950er Jahren eine Produktionsstätte auf dem Gelände. In den 1980er Jahren ging es mit dem Unternehmen bergab, Ende des Jahrzehnts folgte das Aus. Anschließend lagen Gelände und Gebäude brach.
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) übernahm das Gelände, riss die Hallen ab, sanierte die Böden und erschloss es -- fertig ist der Logistikpark Schloss Grimberg. Nun will die WFG die Flächen an Logistik-Unternehmen verkaufen.
Das Ende vom Lied: Die Fertigstellung der Anbindung, geplant für 2012, wird wohl ein gutes Jahr später kommen also 2013 – frühestens. Die Folge: Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), der Besitzer des Logistikparks, kann erst später in die Vermarktung einsteigen, dadurch bleiben bitter benötigte Jobs vorerst fern. „Der Strukturwandel in Herne wird ausgebremst“, kommentiert ein ebenfalls angesäuerter WFG-Chef Joachim Grollmann, der das Potenzial des geplanten Logistikparks hoch einschätzt: „So eine Fläche gibt es im Ruhrgebiet nicht oft“, sagte er im Sommer 2010.
Verzögerung kostet die Stadt Geld
Nicht zuletzt verliert die Stadt kräftig Geld durch die Verzögerung: Grollmann spricht von Zinsverlusten in Höhe eines „niedrigen sechsstelligen Betrags“.
Wie es weiter geht? Baudezernent Terhoeven zuckt mit den Schultern. Er hofft, durch Kontakte an den Bahnvorstand heranzukommen, um den Brücken-Bau zu beschleunigen. „Wir brauchen einen verbindlichen Zeitplan“, fordert er. Der Beigeordnete hofft, dass die Ausschreibung für die Brücke schnell folgen kann.
Von der Deutschen Bahn war bislang keine Stellungnahme zu erhalten.
21:05
Grimberg oder Brimberg ?
...Qualitätsjournalismus
19:18
Grimberg...Grimberg...da wo jetzt für viel Geld gebuddelt wird (wo kommt das Geld eigentlich her?) hat doch mehr oder weniger erfolg.... ein Tochterunternehmen eines Münchener Unternehmens (Doba Gewerbepark, Tochterunternehmen der Dibag, oder nicht?) einen Gewerbepark entwickeln wollen.
Der Doba/Dibag Gewerbepark in Gelsenkirchen im Stadtbezirk Schalke mußte auch Jahre (oder war es weit über einem Jahrzehnt?) auf eine Autobahnanbindung hoffen. Das Brachgelände mit direkter Anbindung an der neu geschaffenen Ausfahrt an der A42 will aber wohl keiner besiedeln.
Selbige Firma hat doch auch an der Herner Straße in Bochum eine Gewerbeansiedlung entwickelt.
Sind die in Grimberg nun gänzlich draußen oder erhalten die indirekt eine Förderung über die Stadt?
13:42
In der Zeit, in der zurzeit in Deutschland eine Strasse/Brücke gebaut wird, werden in anderen Ländern ganze Städte errichte.
Istanbul wächst bspw. um 500000 Einwohner pro Jahr. Selbst zur Kaiserzeit waren wir schneller.
Sind die Planer zu schlecht und ist die Planung so komplex geworden, dass es nur noch Stillstand gibt?
12:15
Mal ganz blauäugig gefragt:
Hat Herr Terhoeven schriftliche Vereinbarungen mit der Bahn gemacht oder lief das so im von Mann-zu-Mann Gespräch, also unverbindlich?
Wenn es Vereinbarungen gibt, müsste da ja auch ein Zeitplan vorgegeben gewesen sein. Je nachdem, was weiter vereinbart wurde, könnte die Bahn ja auch zu so einer Art Konzessionsstrafe verdonnert werden, wenn sie Zeitangaben nicht einhält.
Das wäre für die Stadtkasse bestimmt gut.
23:36
Ich assoziiere da nur ...Bretterbude... und ...huch...kostet doch ne Millionen mehr....
Da fragt man sich, ob der eine oder andere Bürger nicht eher bei dem Handeln den Schaum vorm Mund bekommt - und der ist nicht vom Bier!
Aber bald Geschichte ohne in selbige nachhaltig eingegangen zu sein.