Der Traum von „Los Vegas“ im Kleinen Theater

Neues Theaterstück: Regisseur Andreas Zigann, rechts, und die Schauspieler Vanessa und Stefan Urban proben im Kleinen Theater Herne.
Neues Theaterstück: Regisseur Andreas Zigann, rechts, und die Schauspieler Vanessa und Stefan Urban proben im Kleinen Theater Herne.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Ruhrpottler Chantal und Manni wären gerne Bonnie und Clyde, doch ihre Überfälle scheitern vermehrt. Premiere am 10. April im Kleinen Theater.

Wir befinden uns im Jahr 2015. Bonnie und Clyde sind zurück - diesmal als Chantal und Manni. Auf eine etwas andere Art und Weise als die amerikanischen Kriminellen aus den 1930er-Jahren versuchen auch die Ruhrpottler, an das große Geld zu kommen. Nach einem missglückten Banküberfall brechen sie ins Lager eines Schuhgeschäfts ein, um einen neuen Plan zu schmieden. Von „Los Vegas“ träumt Chantal. Genervt klärt ihr Partner sie auf: „Du meinst Las Vegas. Oder Los Angeles. Mann, Chantal!“, donnert er.

Seit Januar probt das Kleine Theater Herne unermüdlich für die Premiere von „Zwei wie Bonnie und Clyde“ am 10. April. Die Boulevard-Komödie unter der Regie von Andreas Zigann ist besetzt durch Vanessa und Stephan Urban. Nach der Arbeit, gegen 19.30 Uhr, kommen sie ehrenamtlich mit dem Theater-Team aus Regie, Technik und Service an der Neustraße zusammen. In dieser Woche steht das Stück schon. Nur Feinheiten wie Übergänge, Textsicherheit oder Organisatorisches werden noch ausgebessert.

Kommen die Gags an?

Dass das Stück mit nur zwei Schauspielern besetzt ist, stellt sich als Herausforderung für alle Beteiligten heraus. „Wenn man einen ganzen Abend mit nur zwei Personen füllt ist es schwierig abuzuwägen, wieviele Gags beim Publikum in welchen Abständen gut ankommen“, so Regisseur und Leiter des Theaters, Andreas Zigann. Für das Urban-Paar bedeute dies vor allem mehr Präsenz und mehr Text. So kann sich das Publikum auf verschiedene Extras freuen. Eine Video-Installation wertet das Stück auf und bringt durch weitere Schauplätze Abwechslung hinein, ein Radiogerät hält die „Verbrecher“ stets auf dem neuesten Stand. Zigann kündigt Auftritte an Stellen an, wo man sie nicht erwarten würde: „Alle Möglichkeiten, das Theater zu betreten, werden genutzt.“ Man darf gespannt sein.

Seit 2006 sind Vanessa Urban und ihr Ehemann Stephan Urban am Kleinen Theater dabei. Trotz Zeitdruck will Vanessa ihr Hobby nicht missen: „Man ist so konzentriert bei den Proben und hat so viel Spaß, dass man den Alltag für ein paar Stunden vergisst.“ Außerdem sei die Arbeit im Kleinen Theater ein generationsübergreifendes Projekt, das durch die Liebe zum Theater verbinde.

In Sachen Spaß werden auch die Zuschauer nicht zu kurz kommen. Kurz gesagt: Chantal und Manni werden dem Klischee gerecht. Dilettantisch und beschränkt intelligent, dafür umso liebenswerter, lassen sie mit ihrem „Spahrkassen“-Überfall kein Auge trocken.