Der Toast Hawaii ist auch in Herne weiter dabei

Auch im „Haus Galland“ gibt’s den Toast Hawaii. Hier wurde
Auch im „Haus Galland“ gibt’s den Toast Hawaii. Hier wurde
Foto: FUNKE Foto Services
Der Hawaii-Toast, der mit seinem Namen exotische Sehnsüchte weckt, feiert seinen 60. Geburtstag. Und noch immer steht er auf vielen Speisekarten.

Herne..  Die meisten Dinge im Leben, es ist einfach so, sind reine Geschmackssache. Kaum ein Snack aber (manche nennen es gar Gericht) spaltet Freunde von Gaumenfreuden so sehr wie den Toast Hawaii: Was der eine als leckere Mahlzeit bezeichnet, empfindet der nächste als kulinarische Folter. Fakt aber ist: Gehalten hat sich die Rezeptur Kochschinken, Ananasscheibe und Käse auf Toast seit sage und schreibe 60 Jahren – und feiert somit Geburtstag.

Und ungebrochen scheint die Popularität. „Wir haben den Toast Hawaii noch immer auf unserer Karte“, sagt Markus Galland, Chef der Gastronomie am Ruhmbach. Allein die Cocktailkirsche, die laut Original-Rezept das Essen optisch aufwerten soll, habe man dann doch durch Preiselbeeren ersetzt. Ansonsten aber werde das Essen noch immer gerne geordert, etwa bei Kegelrunden, erzählt der Gastronom – „vor allem von älteren Damen.“

Und auch Vladimir Duka, Geschäftsinhaber des Mont-Cenis an der Bahnhofsstraße weiß: Es seien vor allem ältere Gäste, die das Gericht für 5,50 Euro zu schätzen wüssten. Das möge nicht zuletzt daran liegen, dass sich die betagtere Generation noch gut an die Geburtsstunde des Toasts erinnern könne, das übrigens den Namen des 50. US-Bundesstaates trägt.

Über den Erfinder der belegten Weißbrotscheibe herrscht keine Einigkeit (siehe Kasten). Wer auch immer dafür zuständig war – aktuell finden sich im Internet, etwa unter www.chefkoch.de, zahlreiche Einträge mit unzähligen Varianaten zu einem Essen, das seinerzeit exotische Sehnsüchte auf Deutschlands Esstische transportierte.

Toast-Kombination wurde auf die Pizza übertragen

Dass die Kombination Kochschinken und Dosen-Ananas – jedenfalls in Deutschland – noch heute hervorragend funktioniert, lässt sich beim Blick auf jede Pizza-Karte wohl nicht leugnen. Selbst renommierte italienische Gastronomen bieten sie an: die Pizza Hawaii, belegt mit – richtig: Schinken, Ananas und Käse.

Doch zurück zum gleichnamigen Toast. Dieses könnte laut Matthias Hoffmann, Koch der Palastkantine in Wanne-Eickel, ruhig gänzlich neu interpretiert werden. Wie? „Als Ruhrpott-Version, etwa mit heimischen In­gre­di­enzien“. Äpfel oder Birnen aus regionaler Ernte sollten dabei die Dosen-Ananas ersetzen, garniert „mit einem guten Käse aus der Mülheimer Region.“ Übrigens: Ein Toast mit dem Namen „Wanne-Hawaii“ könnte sich der Profi durchaus auf seiner Speisekarte vorstellen.