Der Teufel im Detail
27.08.2009 | 14:05 Uhr 2009-08-27T14:05:00+0200
Noch bis Ende nächsten Monats haben die katholischen Gemeinden in Herne, Wanne-Eickel und Castrop-Rauxel Zeit, über die künftige Struktur des Emschertaldekanats zu diskutieren.
Dann will Dechant Heribert Zerkowski in Paderborn entsprechend der zeitlichen und inhaltlichen Vorgaben einen abgestimmten Plan vorlegen.
Bekanntlich plant das Erzbistum Paderborn bis 2017 die Zahl der Pastoralverbünde zu halbieren - weniger aus finanziellen als aus personellen und demografischen Gründen. Das für Herne vor Ort entwickelte Konzept sieht dabei ein zweistufiges Verfahren vor: ab 2012 schließen sich die Pastoralverbünde Herne-Ost und Herne-Nord zusammen, ebenso Herne-Mitte und Herne-Süd. In Wanne-Eickel verschmelzen ab 2012 Crange und Wanne, Eickel und Holsterhausen bleiben zunächst unverändert bestehen. Sowohl in Herne als auch in Wanne-Eickel soll es ab 2017 nur noch je eine Großpfarrei geben, wobei die einzelnen Gemeinden aber erhalten bleiben.
Drängende Fragen
Während in einigen Pastoralverbünden die Diskussionen darüber schon recht weit gediehen sind, hinken andere noch hinterher. Doch Bedenken und Fragen gibt es überall, der Teufel, das ist auch bei der Kirche nicht anders, steckt oft im Detail. „Wie sieht demnächst die personelle Situation aus?”, sei eine der drängendsten Fragen, berichtet Heribert Zerkowski, die Frage nach der finanziellen Selbstständigkeit der einzelnen Gemeinden eine weitere: Was geschieht zum Besipiel mit Zuwendungen aus Stiftungen und Testamenten? Bleibt das Geld in der Gemeinde oder fließt es in das Gesamtbudget der Großpfarrei?
St. Dionysius
In Herne, so Zerkowski, stehe schon ziemlich sicher fest, dass die St. Bonifatius-Gemeinde Sitz der neuen Großpfarrei werde. „Die Großpfarrei heißt dann aber nicht Bonifatius”, betont Zerkowski. „Das bleibt der Name der Gemeinde.” Ein Name für die „Holding”, die im wesentlichen Verwaltungsaufgaben und die Personalplanung übernehme, sei aber auch schon konkret: „St. Dionysius, in Anlehnung an die alte Hauptkirche von Herne”, erklärt der Dechant.
Wanne-Eickel diskutiert
So weit wie in Herne sind die Wanne-Eickeler Pastoralverbünde noch lange nicht. Noch immer wird dort diskutiert, ob nun St. Marien in Eickel, St. Joseph in Wanne-Süd oder St. Laurentius in Wanne Sitz der Großpfarrei werden soll. Für alle drei Standorte gebe es Pro und Contra, wobei weniger die geografische Lage den Ausschlag gebe. Vielmehr spielten dabei Dinge wie das zur Verfügung stehende Raumangebot eine Rolle. Ein Name für die neue Großpfarrei in Wanne-Eickel ist benfalls noch nicht gefunden, wobei Heribert Zerkowski einen Favoriten hat: Johannes Baptist nach einer Kirchengründung in Wanne-Eickel im 14. Jahrhundert.
Wenn am 7. und 8. November in der Diözese Paderborn die Pfarrgemeinderats- und Kirchenvorstandswahlen anstehen, werden die Katholiken in Herne schon einen gewissen Vorgriff auf die künftige Struktur erleben: Alle vier Pastoralverbünde haben sich entschlossen, nur noch einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat zu wählen. In Wanne-Eickel bleibt dagegen diesmal noch alles beim Alten: Jeder wählt für sich allein.
06:25
Um Personalkosten zu sparen könnte Herr Zerkowski doch auf die katholische Leiharbeitsfirma vom Marienhospital zurückgreifen.
20:57
Mal wieder typisch: In Wanne-Eickel wird man sich nicht einig. Es ist halt ein Problem, wenn man grundsätzlich immer gegen Alles ist.