Der OB und die Krümel-Affäre

Hat etwa das Krümelmonster aus der „Sesamstraße“ im vergangenen Jahr vor dem städtischen Arbeitnehmerempfang im Rathaus gewütet?
Hat etwa das Krümelmonster aus der „Sesamstraße“ im vergangenen Jahr vor dem städtischen Arbeitnehmerempfang im Rathaus gewütet?
Foto: NDR/Sesame Workshop
Was wir bereits wissen
Krümel spielen in der aktuellen Auseinandersetzung zwischen Oberbürgermeister Horst Schiereck und DGB eine ganz besondere Rolle.

Die Diskussion um die Absage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für den Arbeitnehmerempfang der Stadt am 28. April hat viele Facetten.

Bisweilen nimmt die Debatte Züge einer Realsatire an, was nicht zuletzt „Verdienst“ von Horst Schiereck ist. Der Oberbürgermeister arbeitet nämlich offenbar daran, den Vorgang auch zu einer Krümel-Affäre umzudeuten.

Den Anlass lieferte DGB-Chef Eric Lobach mit dem Hinweis, dass 2014 beim Arbeitnehmerempfang in Räumen des Rathauses Krümel einer anderen Veranstaltung auf den Tischen gelegen hätten. Dieser Hinweis – einer von vielen Kritikpunkten des DGB – veranlasste den empörten OB zu einem denkwürdigen Satz, der in die Geschichte Hernes eingehen dürfte: „Ich verwahre mich dagegen, dass ,Krümel auf den Tischen lagen’.“ In der Aussage Lobachs sieht der „befremdete“ Oberbürgermeister eine Diskreditierung der städtischen Reinigungskräfte, von denen ja viele bei Verdi organisiert seien. „Hier fehlt mir die Solidarität unter Gewerkschaftskollegen“, so Schiereck. Fragt sich nur: Was würde wohl Krümelmonster zu dieser Affäre sagen?

Sozialdemokrat outet sich

In Sitzungen der Ausschüsse und des Rates erfährt der Besucher immer wieder Privates von den Stadtverordneten – und sei es bisweilen auch nur durch verräterische Klingeltöne, wie bei SPD-Mann und Schalke-Fan Volker Bleck. Im Planungsausschuss „outete“ sich in dieser Woche der SPD-Stadtverordnete Ulrich Syberg, und zwar: durch einen Fehler. In der Diskussion um die Bebauung eines Grundstücks der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde am Ententeich sprach er vom „Kirchenkreis“. Den gebe es nur bei den Evangelen, klärten ihn Fraktionskollegen auf. Das könne er nicht wissen, weil er „vor 50 Jahren“ aus der Kirche ausgetreten sei, konterte Syberg. Bei einem anderen Tagesordnungspunkt – Neugestaltung der A 43 – lieferte Syberg übrigens das zweitbeste Zitat der Woche (Schiereck ist nicht zu toppen). Nämlich: „Das Geschenk (die Umgestaltung der Autobahn; die Red.) nehmen wir für die Region gerne an. Wir können es ja nicht verhindern.“