Der Kampf ums Nils geht weiter

Die Piratenpartei sammelte mit OB-Kandidat Thomas Reinke (Mi.) Unterschriften für den Erhalt der Szene-Kneipe Nils.
Die Piratenpartei sammelte mit OB-Kandidat Thomas Reinke (Mi.) Unterschriften für den Erhalt der Szene-Kneipe Nils.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Die Hoffnung auf den Erhalt der Herner Szene-Kneipe Nils erhält neue Nahrung. Und: Im Cafehaus soll es auch in Zukunft einen Gastronomiebetrieb geben.

Herne..  Im Sport-1-Bundesliga-Talk „Doppelpass“ zahlt man für diese Weisheit drei Euro ins Phrasenschwein, doch für die Situation der vor dem Aus stehenden Herner Lokalität „Nils“ passt sie wie der Schaum aufs frisch gezapfte Pils: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Gut zwei Wochen vor der drohenden Schließung der Gaststätte nimmt die Diskussion nun noch einmal an Fahrt auf.

Mehr als 400 Unterschriften haben die Piraten am Mittwochabend für den Erhalt des „Nils“ gesammelt – zunächst vor dem Lokal und anschließend am Rande eines Comedy-Abends im Kuz. „Es ist super gelaufen. Die Resonanz war überwältigend“, sagt Piraten-Chef Andreas Prennig zur WAZ. Die Unterschriftensammlung werde bis Monatsende fortgesetzt. Das Formular der Unterschriftenliste steht au der Homepage www.piraten-herne.de.

Die Piraten seien „verhalten optimistisch“, dass die Welle der Solidarität noch etwas bewirken wird. Wie berichtet, konnte Willemsen mit Hauseigentümer Mark Sponheuer bisher keine Einigung über eine Verlängerung des Pachtvertrags erzielen. Die Piraten führen dies auf die „hohen Auflagen“ des Eigentümers zurück.

Trotz des zum 31. Mai auslaufenden Vertrags will Jens Willemsen nicht aufgeben. „Ich habe die Hoffnung, dass es auf den letzten Metern noch klappt“, sagt der Gastronom. Einen neuen Gesprächstermin mit dem Hausbesitzer gebe es aber zurzeit nicht. Vielleicht wird sich Mark Sponheuer in Kürze mit jemand anders an den Tisch setzen: SPD-OB-Kandidat Frank Dudda will mit dem Bäckermeister sprechen. „Jens Willemsen hat mich gebeten, als Vermittler aufzutreten“, sagt der Sozialdemokrat auf WAZ-Anfrage. Der Gastronom und die Piraten hatten den Sozialdemokraten am Mittwoch zufällig bei der Aktion am Kuz getroffen.

Soweit er die „Eckdaten“ kenne, so Frank Dudda, seien beide Seiten gar nicht so weit auseinander. Eine Vermittlung könnte deshalb Sinn machen. Auf seinen Vorstoß habe er von Mark Sponheuer bisher noch keine Antwort erhalten. Auf WAZ-Anfrage war der Bäckermeister gestern nicht zu erreichen.

Im Cafehaus wird es dagegen weiter einen Gastronomiebetrieb geben. Das teilte gestern Verpächter Peter Kamp auf Anfrage der WAZ-Redaktion mit. Details könne er allerdings frühestens im Juni mitteilen, so Kamp.

Zuvor hatte Abdullah Karaduman angekündigt, sich zum Ende dieses Monats als Pächter des Cafehauses zurückzuziehen, obwohl er gerne weitergemacht hätte. Karaduman hatte gegenüber der WAZ die Höhe der Pacht als Grund für seinen Abschied genannt. Diese sei – gerade im Vergleich zu anderen Herner Gastronomiebetrieben – sehr hoch.