Der „Joker“ gibt sein Stelldichein in Herne

Gab im Karneval den „Joker“: Ex-Vizekanzler Franz Müntefering.Foto: Michelle Müntefering
Gab im Karneval den „Joker“: Ex-Vizekanzler Franz Müntefering.Foto: Michelle Müntefering
Was wir bereits wissen
Ein Politiker gibt den „Joker“, ein Theatermann den FDP-OB-Kandidaten und ein Dezernent die Dezernentin: das Politgeflüster zum Wochenende.

Der Joker

In dieser Woche war bekanntlich der Höhepunkt der fünften Jahreszeit. Da wollen wir es nicht versäumen, den Politiker mit der besten Verkleidung zu präsentieren: Es ist – ta-ta – Ex-Vizekanzler Franz Müntefering (SPD), der als „Joker“ daher kam. So gesehen bei der Prunk-Sitzung der HeKaGe. Ausgesucht hat das Kostüm des „Batman“-Bösewichts übrigens Michelle Müntefering, die Herner SPD-Bundestagsabgeordnete. Sie ging passend zum Kostüm des Gatten als – genau: Catwoman.

Der FDP-OB-Kandidat

Die FDP in Essen setzt für die OB-Wahl auf ein bekanntes Gesicht: Mondpalast-Prinzipal Christian Stratmann. Er soll erneut die politische Bühne als Spitzenkandidat betreten und sich den Wählern „als bürgerliche Alternative“ präsentieren, wie es der Essener FDP-Parteichef Ralf Witzel formulierte (freilich ohne zu präzisieren, als Alternative zu wem). Es soll ja Stimmen geben, die Stratmann gerne in Herne als OB-Kandidaten gesehen hätten. Zu spät.

Die Schuldezernentin

Der grassierende Grippevirus macht auch vor dem Verwaltungsvorstand nicht halt. Erst fielen die Dezernenten Johannes Chudziak und Hans Werner Klee aus, dann mussten neben Chudziak auch Gudrun Thierhoff passen. Der offenbar gegen Viren (und bisweilen auch Presseanfragen) resistente Planungsdezernent Karlheinz Friedrichs mutierte zur Allzweckwaffe der Verwaltung: Im Finanzausschuss ersetzte er Kämmerer Klee, im Hauptausschuss ergriff er das Wort mit der Ankündigung „ich bin die Schuldezernentin“.

Der Streit

Der Ton zwischen den Ex-Partnern SPD und Grüne wird immer rauer. Am Dienstag gerieten die Fraktionsspitzen Frank Dudda (SPD) und Dorothea Schulte (Grüne) im Hauptausschuss aneinander. Anlass: der Streit um die Fläche An der Linde, die bekanntlich nach einem 180-Grad-Schwenk der SPD doch nicht zum Landschaftsschutzgebiet umgewidmet worden ist. Am Donnerstag warf Roberto Gentilini (SPD) im Planungsausschuss Rolf Ahrens (Grüne) „Schizophrenie“ vor. Anlass: Ahrens hatte die Neuplanung der Stadt für die Entwicklung der Fläche Jürgens Hof/Langforthstraße in Frage gestellt. Die Grünen sollten die Planung „nicht wieder kaputtreden“, kritisierte Gentilini. Mit „kaputtreden“ ist gemeint: Die Grünen hatten Anfang 2014 öffentlich kritisiert, dass die Stadt bei der ursprünglichen Planung den aktenkundigen Altlastenverdacht außen vor gelassen hatte. Das Versäumnis führte bekanntlich zum Scheitern des ambitionierten Vorhabens und zum Kurswechsel bei der Entwicklung der Fläche.