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Arbeitsgericht

Der Ex-Manager will Geld sehen

15.02.2012 | 17:34 Uhr
Der Ex-Manager will Geld sehen
Ingo Finkenstein ist am 11.10.2010 in der Redaktion Herne. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool

Herne.   Er kündigte die ganz große Nummer an: Jetzt sitzen sich Ingo Finkenstein und Westfalia Herne vor Gericht gegenüber. Der Hattinger will Geld sehen.

Ingo Finkenstein versprach Westfalia Herne den Aufstieg in die dritte Bundesliga. Jetzt stehen sich der Manager und Verein vor dem Arbeitsgericht gegenüber. Finkenstein will seine Kündigung vom Oktober 2011 nicht akzeptieren. Der sportlich und finanziell angeschlagene Fünftliga-Vorletzte kann sich Finkenstein nicht mehr leisten.

Finkenstein, der als Westfalia-Manager stets die Öffentlichkeit gesucht hatte, fordert rückwirkend vier Monatsgehälter über 1600 Euro und Weiterzahlung seines Gehaltes bis Ende Juni 2012. Er will zudem für die vergangenen Monate Schadensersatz über 200 Euro haben.

Eine Einigung war bereits gescheitert, als die Parteien gestern zum Endspiel vor Richterin Marlies Rohkämper-Malinowski aufeinandertrafen. Der Verein hatte im Vorfeld – jenseits der eigenen finanziellen Sorgen – ganze 17 Begründungen für die fristlose Kündigung aufgetischt. Finkenstein soll unter anderem VIP-Karten und Schlüsselanhänger unterschlagen haben – Vorwürfe, die nicht bewiesen sind. Die restlichen Gründe fasste die Richterin unter Schlechtleistung zusammen. Sie gab zu bedenken: „Ohne Abmahnung reicht das nicht.“ Fraglich blieben auch der korrekte Kündigungszeitpunkt und ob die Unterzeichner überhaupt zur Unterschrift berechtigt waren.

Wer eigentlich? Vor Gericht saß zunächst Horst Haneke neben Westfalia-Anwalt Heinrich Kill. Haneke, einst großer Finkenstein-Verteidiger, nahm in der Krise seinen Hut als Vereinsboss. Der neue Vorsitzende Sascha Loch ließ sich nicht blicken. Warum nicht? Das konnte auch Anwalt Kill nicht so richtig erklären. „In diesem Verein, da ist und bleibt Chaos“, entfuhr es spontan einem Prozessbeobachter.

Finkenstein hatte bei seinem Amtsantritt im Herbst 2010 für Aufsehen gesorgt. Zum Einstand präsentierte er die Idee, den Namen des Stadions für eine Spielzeit zu verlosen. Die Aktion ging schief, der Gewinner gab sein Los zurück, der Verein verkaufte den Namen an einen Sponsor. Finkenstein – inzwischen arbeitslos – rühmt sich, den Verein „bundesweit in die Medien“ gebracht zu haben. Er habe Westfalia lächerlich gemacht, ätzten seine Kritiker.

Richterin Marlies Rohkämper-Malinowski drängte auf ein gerechtes Unentschieden, einen Vergleich der Parteien. Doch die waren sich nicht so ganz grün. Ob denn der Verein das nötige Geld habe, um das ausstehende Gehalt zu bezahlen, wollte Finkenstein-Anwalt Markus Buchberger wissen. „Weiß ich nicht“, sagte Westfalia-Anwalt Heinrich Kill. Angeblich häuft der Verein jeden Monat bis zu 15 000 Euro neue Schulden an. Mehrfach war von drohender Insolvenz die Rede.

Jetzt aber doch eine Verlängerung: Die Anwälte haben noch einmal bis Ende Februar Zeit, zu einem Vergleich zu kommen. Andernfalls spricht das Gericht ein Urteil.

Arne Poll

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Kommentare
16.02.2012
15:45
da kann man eigentlich nur hoffen...
von der_alte_Jobst | #4

...dass die im Beitrag #3 erwähnte Linsensuppe etwas gehaltvoller war als der Beitrag....

16.02.2012
15:32
Der Ex-Manager will Geld sehen
von DerKerle | #3

Tach auch zusammen,
wenn überhaupt krieg ich meine 5 Buchstaben ja nur von ne Couch wenn ich auffer Tastatur vonem Laptop meiner Olga im 2 Fingersuchsystem meinen Senf zum DSC abgeben will. Dat tu ich dann oftmals gleich tubenweise und extrascharf. Aber der DSC is ja quasi n Vorbild oder n Positivbeispiel im Gegensatz zu Westfalia, und dat will jetz echt mal wat heißen. Ich hol wieder zu weit aus, sacht meine Olga grad im Hintergrund. Also zur Sache: 1600 Taler hat der Manager also pro Monat inne Täsch bekommen? Hätt ich an seiner Stelle auch genommen, wenn man es ihm schon anbietet. Manch Facharbeiter wär froh, wenn er annähernd so viel inne Lohntüte vorfinden würde. Wat ich mich so frage, brauch ein FÜNFLIGIST generell nen Manager zu so einem Kurs? Und wie hat grad Westfalia dat zahlen können? Geht dat nich auch ne ordentliche Nummer kleiner? Quasi passend zur Westfalia und ihren Möglichkeiten? Ehrenamt fällt mir da sofort ein. Da gibbet dann die Ehrenamtskarte vonne Stadt Herne quasi als Lohn und son Arbeitsgerichtstermin bleibt dann auch jedem erspart. Man hat inne letzten Zeit immer gelesen, Westfalia wär ja sowat von klamm. Man unkt, die wollten bei den Heimspielen schon aus Kostengründen ein Tor abbauen. Wird ja eh immer nur auf dat ihrige geschossen. Die warn ja quasi, nacher angeblichen Namensverlosung, die zum Verkauf mutierte, ihres Stadions schon mit nem Klingelbeutel von Tür zu Tür. Dat ging einem ja schon sowat von anne Nieren, denen hätt sogar ich glatt die Suppe vom Vortach mitgegeben, Olga kocht immer auf Vorrat, wenn die bei mir angeschellt hätten. Aber bis Wanne sind die dann doch nich gekommen, soviel Anstand hatten die dann doch. Ham quasi die unsichtbare aber vorhandene Grenze zwischen Herne und Wanne respektiert und ich bin nich inne Bredouille gekommen, ob ich den wirklich wat geb. Im Nachhinein bin ich heilfroh. Ich hätt ja quasi dat Gehalt vonem Manager mitfinanziert. Reicht et nich schon, dat ich quasi täglich unseren Bundespräsidenten mitfinanzier? Aber dat is jetz mal n ganz anderes Thema. Also wieder zum Punkt, zu Westfalia: Die Neuen aussem Vorstand hatten ja letztens auch so ihre „Visionen“ vonne Zukunft von Westfalia inner WAZ zum Besten gegeben. Regionalliga war da glaub ich auch, mal wieder, genannt worden. Ich sach nur, wenn wir damals auffer Zeche mit solchen Tagträumen eingefahren wären, wir hätten täglich Grubenunglücke beim Antreffen der harten Realität produziert. Dat Wirtschaftswunder wär glatt ausgefallen. Olga ruft grad zum Essen. Linsensuppe, lecker. Hat auch noch gleich n Schlusswort auf ihren wulstigen Lippen parat: „Eher wird der nächste Papst evangelisch als dat Westfalia n ordentlich geführten Verein wird, den man ernst nehmen kann.“ So isse meine Olga. Wat ich in langen Litaneien nich auffen Pudels Kern kriech, bringt sie in einem Satz auffem Punkt.

16.02.2012
14:39
Der Ex-Manager will Geld sehen
von ergrue | #2

Ja, ich höre es auch. Ganz leise noch, aber der Sensenmann naht.

15.02.2012
21:08
seid mal ganz still....
von der_alte_Jobst | #1

....hört ihr es? Das Glöcklein läutet schon wieder....

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