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Weihnachtskörl

Der eiskalte Freizeitspaß

16.12.2009 | 12:48 Uhr
Der eiskalte Freizeitspaß

Herne. Die Temperaturen mögen zwar im Keller sein, doch beim Weihnachtskörl vor dem Rathaus ist die Stimmung auf dem Höhepunkt. "Die Eiseskälte ist ideal für uns", meint Georg Gabriel vom Stadtmarketing. Auch die Kühlanlage freut sich: Sie läuft nur auf Sparflamme.

Es kommt nicht häufig vor, dass Georg Gabriel seine langen Unterhosen aus dem Schrank kramt, doch wenn es draußen so kalt ist wie daheim in der Tiefkühltruhe, dann sind solche Maßnahmen angebracht. Mütze, Schal, Handschuhe: Gut verpackt empfängt uns der Mitarbeiter vom Stadtmarketing am Eingang des „Weihnachtskörls”, um einen kleinen Blick hinter die Kulissen der neuen Herner Weihnachtsattraktion zu werfen. „Einer von uns ist ja den ganzen Tag vor Ort”, erklärt er. „Da muss man zusehen, dass man nicht erfriert.”

"Die Kälte ist ideal für uns"

Dabei: Die Temperaturen mögen zwar im Keller sein. Doch die Stimmung beim „Körl” (Ruhrpott-Slang für das schottische Wort „Curling”) ist seit einigen Tagen auf dem Höhepunkt. „Die Kälte ist ideal für uns”, sagt Gabriel. Nicht nur das Eis erfreut sich bei diesem Wetter bester Verfassung, auch die Kühlanlage läuft nur auf Sparflamme und verbraucht somit wenig Strom. Zum Vergleich: Wenn es draußen zehn Grad warm wäre, müsste die Anlage wesentlich mehr Kühlflüssigkeit ins Eis pumpen. Mit 2000 kWh beliefe sich die Leistung dann auf den Tagesverbrauch eines herkömmlichen Singlehaushaltes. „Doch bei diesem Wetter haben wir die Kühlanlage natürlich weit herunter geschraubt.” Und noch einen Vorteil hat die Eiseskälte: „Wenn es schön kalt ist, trinken die Leute gern einen Glühwein”, meint Georg Gabriel.

Suche nach Dellen und Rissen

Eine echte Curlingbahn in Herne: Das gab's noch nie. Auch Bahnmeister Mathias Hallerbach, der gemeinsam mit seinem Bruder Sebastian das Eis in Schuss hält, freut sich über den neuen Freizeitspaß. Mit einem Schrubber und einem Eimer Leitungswasser untersucht er fachmännisch die 25x5 Meter große Eisfläche nach Dellen und größeren Rissen. „Das bessern wir dann mit etwas Wasser aus”, erklärt der 19-jährige Abiturient. Der heftige Regen während des Aufbaus zu Beginn des Monats führte übrigens dazu, dass die 10 cm hohe Eisschicht etwas dicker ist als geplant. „Da mussten wir die Bande am Rand etwas erhöhen”, meint Georg Gabriel. „Sonst wären die Steine beim Schieben womöglich über die Fläche hinaus gepurzelt.” Und da jeder Stein locker 25 Kilo wiegt, hätte das zu manch blauem Zeh am Rand der Eisbahn führen können. Doch jetzt ist Spielen und Zuschauen absolut ungefährlich.

Steine aus Schottland

Übrigens: Die 16 Spielsteine, die beim Curling möglichst präzise über die Fläche geschoben werden müssen, stammen nicht aus irgendeinem Baumarkt. Der spezielle Granit, aus dem die Steine gefertigt werden, wird nur an einer einzigen Stelle auf der Erde abgebaut: auf Aisla Craig, einer kleinen Insel vor der Südküste Schottlands. Und entsprechend wertvoll sind die schweren Dinger dann auch – pro Stein etwa 300 Euro. „Hier liegen knapp 5000 Euro auf dem Eis”, meint Gabriel. Ein Glück hat die Stadt all dies nur geliehen: von einem Unternehmen aus Marl, das auch die Eisbahn an der Essener Zeche Zollverein installiert hat.

Damit sich nach Feierabend niemand auf dem Eis verirrt, hat die Stadt einen Wachdienst engagiert, der hier Patrouille läuft. „Nachts stehen die Wachleute dann hier mit dem Schlauch in der Hand, um die Eisfläche zu bewässern”, erzählt Georg Gabriel. Eine Eisfläche zu hegen und zu pflegen, ist halt ein 24-Stunden-Job. Und so manche lange Unterhose wird da in diesem Jahr gewiss noch zum Einsatz kommen . . .

Sven Westernströer

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Kommentare
04.01.2010
14:20
Der eiskalte Freizeitspaß
von svenoys | #17

Was bleibt, ist ein flaues Gefühl auf das, was im Dezember 2010 kommen mag...

20.12.2009
14:39
Der eiskalte Freizeitspaß
von eisig | #16

Waldstraße schon gesperrt? Damit unsere Kinder da sie nicht Eislaufen können wegen fehlender Schlittschuhbahn auf dem Rathausplatz, wenigstens in Herne Schlitten fahren können.

18.12.2009
18:53
Der eiskalte Freizeitspaß
von weihnachtsmanngewerkschaft | #15

Lasst Supamän ran, der hat schließlich schon größeren Städten geholfen.

18.12.2009
08:02
Der eiskalte Freizeitspaß
von karlinchen | #14

Super Idee, nur wenige gehen hin.

18.12.2009
07:13
Der eiskalte Freizeitspaß
von Supamän | #13

@igor6:
sorry, habe ein r vergessen und ein e gegen ein i vertauscht. Zwei Fehler in einem Wort:-) Sollte priviligierter heißen = bevorzugt, bevorteilt

17.12.2009
22:47
Der eiskalte Freizeitspaß
von igor6 | #12

Ich war bisher zweimal dort und fand es gar nicht so schlecht! Eine originelle Idee, In der Tat hätte man sich vorher informieren können, worum es dabei geht. So z.B. schon seit dem Sommer bei steinmeister.de (mit Plan). Ich denke, für Auswärtige war die Veranstaltung auch nicht gedacht.

Was peviligierter bedeuten soll, weiß ich nicht, aber es hätte jeder die Bahn mieten können. Leider waren alle Termin bereits nach zwei Tagen vergeben.

Die Speisen sind gut und entsprechen ungefähr dem Angebot der Kulinarischen Symphonie.

Tatsächlich wird hier bei derwesten.de viel über Herne gemeckert. Egal welcher Vorschlag gemacht wird, es ist alles grundsätzlich Mist. Das geht bis zu Aussagen wie ich kauf nur noch außerhalb. Und dann wird wieder gemeckert, dass in Herne nichts passieren würde. Wie auch, ohne Geld? Die IG City, die den Weihnachtsmarkt auf der Bahnhofstraße organisiert, besteht nur aus 30 Mitgliedern. Da kann man keine großen Sprünge machen. Im Übrigen steht Herne unter Haushaltsicherung, was die finanziellen Möglichkeiten weiter einschränkt.

Zum Artikel: Herne hatte schon früher eine Curlingbahn. Und zwar in der Eishalle. Und beim HEV gab es eine eigene Abteilung, bis aus Kostengründen auf das Eis verzichtet wurde und die Fläche in den 80ern als Rollschuhbahn herhalten musste. Vielleicht ist der Autor auch einfach nur zu jung...

17.12.2009
12:31
Der eiskalte Freizeitspaß
von HernerWeihnachtself | #11

Ich war bereits an zwei Abenden dort und leer war es sicherlich nicht.

Dass der Platz nicht so voll werden kann wie in Bochum sollte sicherlich allen klar sein, war aber sicherlich nicht als Zielvorgabe vorgesehen.

Was ich vermisse, sind die typischen Weichnachtsbuden und etwas Weihnachtlicher hätte es sein können, aber unterm Strich hat es mir gefallen.

Qualitativ deutlich bessere Gerichte und nicht so ein billiger (leider aber nicht günstig!) Fastfood wie sonst auf dem Weihnachtsmarkt, war für mich schon ein deutlicher Pluspunkt darstellt.

17.12.2009
09:57
Der eiskalte Freizeitspaß
von holthausener | #10

Wir waren am Freitagabend auf dem Platz.
Es waren viele Menschen dort.
Viel, immer im Verhältnis zu der eingefassten Platzgröße zu bewerten.
Der Magen knurrte.
Ein Lachsbrötchen für nur 3,50 Euro.
Der Magen knurrte immer noch.
Nach 15 Minuten sind wir wieder weg.
Das Rathaus haben wir auch gesehen.
Oh happy day.........!

17.12.2009
06:43
Der eiskalte Freizeitspaß
von hernerbesen | #9

Die Veranstaltung ist sehr gut. Nur sollten mehr Ordner angestellt werden, die die herumlungernden Unterschichtler vom Platz verscheuchen, die stören nämlich gewaltig!

16.12.2009
20:37
Der eiskalte Freizeitspaß
von wixbubi | #8

Also, Samstag Abend war es recht voll, der Beitrag ist jedoch sehr schlecht geschrieben....

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