Der Ehrenamtliche ist auch der Chef

Seit 2007 ist Paul Klimmek in der Radstation beschäftigt. Die Tätigkeit ist ehrenamtlich, er bekommt eine monatliche Aufwandsentschädigung. „Durch zwei schwere Arbeitsunfälle bin ich in meinem Beruf untauglich geworden“, sagt der gelernte Betonbrückenbauer. Nach diesen Vorfällen sei er sieben Monate arbeitssuchend gewesen. „Ich habe immer wieder beim Arbeitsamt gedrängt, etwas machen zu wollen“, sagt der heute 62-Jährige. Er sei einfach kein Typ dafür, nur zu Hause rumzusitzen; „Das könnte ich gar nicht. Ich muss immer etwas zu tun haben“, sagt er. Schließlich sei er an einem Gymnasium dafür zuständig gewesen, Fahrräder instand zu halten. Nach dreieinhalb Jahren gelang dann der Wechsel in die Radstation. Zunächst mit einem Festvertrag für zwei Jahre, schließlich ehrenamtlich, da sich kein Kostenträger fand. „Ich habe schon immer viel die Fahrräder von meinen Kindern repariert, also lag mir diese Arbeit schon“, sagt der Vater von neun Kindern. Übrigens: Aufgrund der Verletzungen nach seinen Arbeitsunfällen darf Klimmek selbst kein Fahrrad mehr fahren.