Denkmalschutz des Hertie-Hauses bleibt ein Thema

Aus Sicherheitsgründen ist das Hertie-Haus eingezäunt.
Aus Sicherheitsgründen ist das Hertie-Haus eingezäunt.
Foto: Bodemer
Was wir bereits wissen
Von 17 Interessenten können sich die meisten eine denkmalgerechte Sanierung vorstellen. Im Mai wird die Fassade geprüft.

Herne..  Seit das marode Hertie-Haus an der Bahnhofstraße der Stadt gehört, haben 17 potenzielle Investoren Informationsmaterial angefordert und teilweise das leerstehende Kaufhaus auch schon besichtigt. Das berichtete Achim Wixforth, der Leiter des städtischen Planungsamtes, jetzt dem Kulturausschuss. Der überwiegende Teil habe dabei durchaus Interesse am Denkmalschutz geäußert, sagte Wixforth auf eine entsprechende Anfrage der Piraten/AL. Das Gebäude ist bekanntlich seit Januar im Besitz der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), die es nach sechs Jahren Leerstand veräußern will. Ob der Denkmalschutz dabei erhalten bleibt, ist die Frage. Der Landeskonservator hatte nach einer Begehung im April 2014 grundsätzlich seine Einverständnis zum Abriss erklärt, allerdings mit der Bedingung, dass die Fassade und die sie stützende Konstruktion erhalten werden.

Noch im Mai soll nun ein Ingenieurbüro den technischen Zustand der Fassade prüfen - mit einem Hubsteiger, Fliese für Fliese. „Wenn die Fassade intakt wäre und die Fliesen halten würden, wäre der Denkmalwert da“, sagte Wixforth im Konjunktiv. Vorsichtshalber hat die Stadt Herne jetzt eine Absperrung errichten lassen, denn als neue Eigentümerin hat sie die Verkehrssicherungspflicht. Wie wahrscheinlich es ist, dass Fliesen herunterkommen und wie man das verhindert, eventuell mit einem Netz, soll ermittelt werden.

Das Ergebnis wäre für potenzielle Investoren insofern interessant, als dass der Fassadenzustand Rückschlüsse auf den finanziellen Aufwand zulässt, den die Interessenten bei Berücksichtigung des Denkmalschutzes betreiben müssten. „Wir tun alles Denkbare, damit das Denkmal erhalten bleibt“, versicherte Wixforth. „Der Denkmalschutz ist nicht das größte Hindernis für eine Vermarktung.“ Sei die Fassade allerdings nicht zu retten, steht für Wixforth der Denkmalwert in Frage.

Mit Bescheid vom 6. April 1995 sind das konstruktive Gerüst und die Außenhaut, also Fassade und Dach, des damaligen Karstadt-Hauses an der Bahnhofstraße in die Liste der Herner Baudenkmäler eingetragen worden. Das Gebäude gilt als typisch für seine Entstehungszeit, die späten 50er Jahre.

Objekt nicht inseriert

Die Interessenten hätten allein über die Berichterstattung vom Erwerb durch die SEG erfahren, so Stadtsprecher Christoph Hüsken. Es sei noch nicht über gängige Plattformen inseriert worden. Die potenziellen Investoren sollen laut Wixforth bis August/September Nutzungskonzepte und ein Kaufpreisangebot.vorlegen.