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Demonstration bleibt ohne Erfolg

22.01.2015 | 20:26 Uhr
Demonstration bleibt ohne Erfolg
Demonstration gegen dei Schließung der Astrid-Lindgren-Schule.Foto: Ralph Bodemer / FUNKE Foto Services

Herne.   Der Schulausschuss gibt grünes Licht für das Auslaufen der Astrid-Lindgren- und der Paul-Klee-Förderschule – und verweist auf die Vorschriften im Schulrecht .

Geduldig ausharren mussten gestern Schüler, Eltern und Lehrer der Astrid-Lindgren-Schule, bis die Schulausschussvorsitzende Birgit Klemczak (SPD) endlich den Tagesordnungspunkt „Situation der Förderschulen in Herne aufrief.“ Am Ende wohl umsonst: Denn das Gremium beschloss mit einigen Enthaltungen und der Gegenstimme der Linkspartei das Auslaufen ihrer Schule und das ebenfalls nur noch befristete Fortbestehen der Paul-Klee-Schule.

„Unsere Schule soll bleiben!“, hatte zuvor eine kleine Demonstration gefordert, zu der sogar pflichtgemäß Polizeischutz angereist war. „Wir sind doch alle wie eine Familie hier“, sagte Lukas (12) aus der Klasse 7 im Gespräch mit dieser Zeitung ,und sein Klassenkamerad Jan (13) pflichtete ihm bei. Sogar „Graf Hotte“, der Mann mit dem Zylinder, eilte in die Sitzung in der Aula der Realschule Crange: „Das ist ein Unding, man weiß ja noch gar nicht, wie es mit der Inklusion klappt. Da sollte man die Astrid-Lindgren-Schule nicht übereilt dicht machen.“

Mit eindringlichen Worten appellierte die Schulpflegschaftsvorsitzende Nicole Gördes, deren Söhne Robin (9) und Niklas (7) die Schule besuchen, an den Ausschuss, die Schließungspläne noch einmal zu überdenken: „Die Lehrer schaffen es dort, auch aus schwierigen Kindern Höchstleistungen herauszukitzeln. Robin stottert, er traut sich nur in einer kleinen Klasse zu reden.“

Schuldezernentin Gudrun Thierhoff gab aber unmissverständlich zu verstehen, dass beide Förderschulen ein Auslaufmodell seien, allein schon, weil die Vereinten Nationen forderten, „dass sich Gesellschaft und Schule zum gemeinsamen Lernen hin weiterentwickeln.“ Unterstützt wurde die Dezernentin vom Leiter des Fachbereichs Schule und Weiterbildung, Klaus-Peter Hartmann. Die Astrid-Lindgren-Schule als Teilstandort mit mindestens 72 Schülern, wie von Rektorin Helga Domer angedacht, seine „keine genehmigungsfähige Variante.“ Heißt konkret: Die Bezirksregierung würde hier nicht mitspielen.

Hartmann zeigte sich aber zuversichtlich, dass es die derzeitigen Schüler nicht so hart treffen werde, wie sie es befürchten: Die Schule laufe in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren aus. Die übrig gebliebenen Schüler wechselten dann an die Paul-Klee-Schule und würden mit Fahrzeugen von zuhause dorthin gebracht .

Thomas Spengler(SPD) machte darauf aufmerksam, dass Kinder auch zur Regelschule wechseln könnten. Er könne aber die Ängste der Eltern verstehen. Auch Jörg Höhfeld (Grüne) zeigt Verständnis für besorgte Eltern, machte aber deutlich: „Wenn wir uns dem Beschluss jetzt verweigern, macht die Bezirksregierung die Schulen dicht, und wir wollen sie doch so lange wie möglich erhalten.“ Michael Musbach (CDU) formulierte es so: „Uns sind die Hände gebunden.“

Martin Tochtrop

Kommentare
24.01.2015
14:53
Demonstration bleibt ohne Erfolg
von domus.kakerlakis | #4

Besser müsse es heißen: der Schulausschuss versteckt sich hinter den Vorschriften im Schulrecht.
Die Stadt Herne betreibt damit nichts anderes als...
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Demonstration bleibt ohne Erfolg
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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-herne-und-wanne-eickel/demonstration-bleibt-ohne-erfolg-id10265046.html
2015-01-22 20:26
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