Kinderarmut
Dem Mangel begegnen
24.08.2010 | 19:24 Uhr 2010-08-24T19:24:00+0200
Herne.Privat statt Staat: Die Stiftung „help and hope“ hat mit 28 Partnern aus Unternehmen den „Kidstreff“ an der Bismarckstraße eingerichtet.
Mit Daumen und Zeigefinger formt Kai-Uwe Lindloff eine Null. Null Euro, heißt das, hat die Herrichtung der Parterrewohnung an der Bismarckstraße 105 gekostet, die als „Kidstreff“ ab Montag 30 Schulkindern ein Anlaufpunkt sein will. 300 tipptopp renovierte Quadratmeter, mit grünen und lila Sitzsäcken und Stühlen, mit farbigen Wänden, einer üppig ausgestatteten Küche und einem Garten hinter dem Haus zum Nulltarif – ein Modell, das Lindloff als Vorstandsvorsitzender der Stiftung „help and hope“ gerne erklärt. 28 Partner aus der Wirtschaft haben unter seiner Federführung das Projekt in wenigen Monaten gestemmt.
Die Stiftung verspricht Kindern in Notlagen genau die „Hilfe und Hoffnung“, die Kommunen sich immer weniger leisten können, wie der Herner Bürgermeister Ingo Bontempi (CDU) beim Pressetermin in der neuen Einrichtung einräumte. „Bei unseren knappen Ressourcen ist kein Spielraum mehr für solche Dinge.“ Gemeint ist ein Ort, an dem sechs- bis zwölfjährige Kinder von Montag bis Freitag ein warmes Essen erwartet, wo man ihnen bei den Hausaufgaben hilft und Platz ist zum Spielen. Nach Vorbild der Berliner „Arche“, deren Vorsitzender Kai-Uwe Lindloff war, hat in Herne bereits die „Oase - Mittagstisch und mehr“ zwei Anlaufstellen eingerichtet, in Horsthausen und in Unser Fritz. In Baukau verfolgt jetzt der Kidstreff eine ähnliche Idee: „dem Mangel zu begegnen“, der nicht ausschließlich ein materieller sein muss. Mit der Janosch-Schule schräg gegenüber sei man schon im Kontakt, sagt Lindloff.
Geleitet wird das offene Angebot von Michael Pfister, der bei der Heilsarmee drei Jahre lang Erfahrung in der Kinderbetreuung gesammelt hat. Der gelerne Krankenpfleger leitete die „Koppenberger Kids“, bis diese sich im April auflösen mussten, u.a. weil bauliche Auflagen nicht zu finanzieren waren. Auf diesem Hintergrund sprach Pfister die Stiftung „help and hope“ an. Lindloff und eine Mitarbeiterin reisten mit Spielzeug an, retten konnten sie die kostenlose Schülerbetreuung nicht.
So übernimmt Michael Pfister jetzt den Kidstreff. Mit 20 Kindern hat er in den ersten beiden Ferienwochen schon ein Ausflugsprogramm absolviert. Um ihn herum will Lindloff ein fünfköpfiges Team aufbauen, mit pädagogisch ausgebildeten Kräften wie Erziehern und Sozialpädagogen. Die Personalkosten - im ersten Jahr 100 000, später bis zu 250 000 Euro im Jahr - will die Stiftung ebenso tragen wie die Mietkosten. Wobei auch hier das Zauberwort „Social Sponsoring“ heißt. „Wir könnten für das Mittagessen einen Partner gewinnen“, spielt Lindloff ein Beispiel durch. Bei zwei Euro pro Tag und Kopf fielen für ihn 14 000 Euro an.
Ähnlich „portioniert“ gelang auch die Ausstattung des Treffs. Herner Handwerker renovierten ohne Rechnung, weitere Partner engagierten sich, allen voran Zurbrüggen, der Möbelhandel aus Unna, der sich 2011 auch in Herne ansiedeln will. Das gab für Mitinhaber Christian Zurbrüggen den Ausschlag, das gesamte Mobiliar von der Küchenzeile bis zur Vase im Regal im Wert von 22 000 Euro zu spendieren. „Herne passt in unser Konzept“, sagt er, und das lautet: „Wir unterstützen ein Projekt, wenn es mit Kindern zu tun hat und wenn es regional gebunden ist“. Dass auch ein wegen seiner Arbeitsbedingungen umstrittener Discounter wie KiK zu den 30 Stiftungspartnern gehört, was „help and hope“ bisweilen vorgehalten wird, stört Zurbrüggen wenig. „Privatinitiative ist gefragt. Das System, Firmen einzubinden, finde ich gut.“
Um sich bei Helfern und Sponsoren zu bedanken und den „Kidstreff“ zu übergeben, veranstaltet die Stiftung „help and hope“ am Samstag ab 15 Uhr ein Fest an der Bismarckstraße 105. Sänger Achim Petry und Clown Püppi sind mit von der Partie. Die Kinder dürfen sich u.a. auf einen Tanzkurs freuen.
RTL II zeigt am Dienstag, 7. September, Stiftungs-Schirmherrin Verona Pooth als „Engel im Einsatz“ in Herne (20.15 Uhr). Die Stiftung wurde 2005 von Unternehmern ins Leben gerufen, versteht sich aber als unabhängig. Über 30 Partner fördern verschiedene Projekte für Kinder und Jugendliche.
17:33
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11:10
Siehe WAZ Forum Herne.
10:18
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10:04
@12 sicher nicht...;-)
Und zweitens...also ist das ok, dass es Firmen gibt, die Produkte aus Kinderarbeit verkaufen, weil es andere ja auch machen....? Das empfinde ich mittlerweile als typsch deutsch, sein eigenes Verhalten mit dem von anderen zu rechtfertigen die werfen Müll auf die Straße, dann mach ich das auch.
Bravo
08:43
@17 Dann müssten die Genossinnne und Genossen doch was tun fürs Geld, dass geht nicht.
Außerdem würde dann jeder bemerken, dass außer dümmlichen Sprüchewn nichts von der Linken zu erwarten ist..
08:10
Warum macht Die Linke in Herne, nicht einen unpolitischen Treff für Kinder auf. Geld genug bekommt ihr doch vom Steuerzahler.
07:53
#15
es gibt keine demokratischen Religionsgemeinschaften.
01:00
Der Leiter der Einrichtuig soll drei Jahre Erfahrung gesammelt haben in der Kinderbetreuung bei der Heilsarmee.
Ist das der Aufgabe entsprechende eine Qualifikation: Erfahruing sammeln?
Bei der Heilsarmee: Diese besteht aus einem General als oberstes Leitung, besitzt einen int. Hauptquartier in London. Eine Armee mit ca. 1,7 Mill. Mitgliedern, davon aber 1,1 Mill. Soldaten?
Eine evangelikale Armee, die die Ökumene kategorisch ablehnt.
Um langdfristig in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sein zu dürfen, gehört unter anderem die Annerkung als Träger der Kinder- und Jugendarbeit.
Christliche Unterorganisationen erhalten die Annerkung perse. Müssen keinen Einzelnachweis erbringen!
Jetzt dämmert es mir, warum KiK und Heilsarmee zusammenpassen:
Die Stiftung verspricht Kindern in Notlagen genau die Hilfe und Hoffnung, die Kommunen sich immer weniger leisten können!
Hehre, salbungsvolle Worte aus dem Munde eines Bürgermeisters unserer Stadt. Eines Mitglied einer seit Jahren im Bund regierenden Partei.
Schöne neue Arbeitswelt: Ein Bürgermeister übernimmt PR Aufgaben, satt zu verhindern, das Unternehmen wie KiK oder undemokratische Religionsgemeinschaften wie die Heilsarmee jeder öffentliche Kontrolle entziogene Verantwortung für die Zukunft unser Kinder bekommen
Applaus!
21:31
@10 Was macht denn Die Linke für die Hernerinnen und Herner, au0er abkassieren Herr Kleiboehmer, Als Ratsgruppengeschäftsführer und Mitarbeiter von Herrn Klute leben sie auf unser aller Kosten doch ganz prima. Frau Beuermann lebt mit dem Doppelmandat auch sehr gut, Von den Ihrer Parteispitze, siehe Herrn Ernst ganz zu schwiegen.
Ansosnten bleibe ich dabei, es gibt in Herne jede Menge Vollidioten, man muss nur die Kommentare im Forum lesen.
20:18
Die Stiftung mag ja an und für sich eine gute Sache sein, oder zumindest die genannten Absichten, aber: in und an dem entsprechenden Haus in der Bismarckstr.sehe ich laiufend neue Erwachsenen-Gesichter bekleidet mit dem Stiftungsshirt. Müssen die alle bezahlt werden. Ich sehe sehr viele unterschiedliche neue Autos jedweder Kategorie mit dem Stiftungslogo. Kosten die der Stiftung Geld? Wenn ja, wird das ja augenscheinlich nicht überwiegend für die Kinder ausgegeben. Mich machte bei den bisherigen Veranstaltungen und bis jetzt auch bei den laufenden Aktivitäten einiges stutzig. Es kommt mir vor wie eine kommerzielle Werbeveranstaltung, die sich alibimäßig guter Taten bedient. Weiterhin: die Räume liegen direkt an einer engen Einfahrt zu einem Garagenhof für 4 Mehrfamilienhäuser mit extrem vielem Autoverkehr. Die Kinder müssen, um in den Garten hinter den Garagen zu kommen, über die Einfahrt und den Garagenhof. In den Häusern wohnen überwiegend ältere Personen. Ob die Räumlichkeiten unter diesen Gesichtspunkten gut gewählt sind?