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Dem Himmel ein Stück näher

11.07.2008 | 12:51 Uhr

Zwei meterhohe Bögen aus Stahl, der eine sanft geneigt, der andere im rechten Winkel aufrecht stehend, und beide miteinander verwoben, dazu, in einiger Entfernung, ein Obeslisk, ebenfalls aus Stahl.

Die Halde Hoheward mit der Himmelsastronomie, Sonnenuhr und Obelisk. Im Bild: der Obelisk und die Himmelsastronomie. Foto: WAZ, Wolfgang Quickels

Das Horizontobservatorium auf dem Plateau der Halde Hoheward gleich hinter der Stadtgrenze zu Crange und Baukau zieht neugierige Blicke auf sich. Eine neue Attraktion, die im Herbst für die Besucher eröffnet wird. Jetzt aber schon zieht sie Besucher an. So zum Beispiel auch Albrecht Häffner (59) und Anne Schoonhoven-Häffner (52). Das Ehepaar ist aus Bochum über die Erzbahntrasse zur Halde geradelt, um die neuen Stahlbögen und den Obelisken, der ein wenig entfernt vom Observatorium steht, zu betrachten.

Dies war jedoch nicht der einzige Grund für den Besuch der Halde, die beiden wollten auch schon für den Urlaub trainieren und da bietet sich die Halde mit ihren Rad- und Wanderwegen ja regelrecht an. Die Idee und das Konzept für das Horizontobservatorium stammen vom Initiativkreis Horizontastronomie im Ruhrgebiet. In der Mitte des Observatoriums befindet sich ein abgesenkter Bereich, von ihm aus betrachtet, bilden die beiden Bögen einen künstlichen Horizont, der in alle Richtungen ragt. Der Auf- und Untergang der Sonne an wichtigen Kalendertagen wie der Wintersonnenwende oder der Sommersonnenwende können mit Hilfe von Peilmarken betrachtet werden.

Die beiden Bögen dienen tagsüber durch ihre Teilung des Himmels in Nord- und Südhalbkugel sowie Ost- und Westhälfte als Sonnenkalender. Eine leuchtende Skala hilft nachts, sich am Sternenhimmel zu orientieren. Somit werden Sonnen-, Mond- und Sternenlauf gezeigt.

Die Ebene hat einen Durchmesser von etwa 80 Metern, die Radien der beiden überspannenden Bögen betragen 43 und 45 Meter. Betrachtet man den Horizont aus der richtigen Perspektive, so ragen nur noch wenige Schornsteine einzelner Fabriken in den Himmel, der Rest des Ruhrgebiets verschwindet aus der Sicht des Betrachters.

Die besondere Akustik des Bauwerkes verstärkt das Gefühl, dass man an einem zentralen Punkt steht. Entfernt man sich jedoch etwas von der Mitte, so schwindet auch dieses Gefühl. Durch eine in den Boden eingelassene Rinne ist die Betrachtung des Landschaftshorizonts möglich. Hier ist zum Beispiel der Gasometer in Oberhausen zu sehen. Wäre die Erde flach wie eine Scheibe, würde dies mit der Oberkante genau am künstlichen Horizont stehen. Die Deckelhöhe des Gasometers in Oberhausen beträgt, genau wie die Höhenlage des Horizontobservatoriums, 152 Meter über dem Nullpunkt. Betrachtet man den Gasometer aber genau, fällt auf, dass er ein wenig tiefer liegt. Dies kommt daher, dass die Erde nun mal rund ist.

Außerdem befindet sich auf der Hoheward-Halde eine Sonnenuhr, die auf dem südlichen Plateau des Geländes zu finden ist. Das Ehepaar Häffner hat hier schon nachgeschaut, ob jemand an der Uhr gedreht hat. Der Zeiger besteht aus einem 8,50 Meter hohem Obelisken aus Edelstahl. Bei gutem Wetter fällt der Schatten des Obelisken auf die kr eisrunde, völlig ebene Fläche aus Pflastersteinen, auf der dann die wahre Ortszeit und das Datum abzulesen sind. Die Fläche besteht aus hellen Pflastersteinen und hat einen Durchmesser von 60 Metern. Im Boden sind Erläuterungen zum Ablesen der Sonnenuhr eingearbeitet. Wer nicht die Wanderwege oder sein Mountainbike nutzen möchte, findet auf der Cranger Straße einen Treppenaufgang mit 529 Stufen. Darüber erreicht man auch einen der elf Aussichtsbalkone, der sich auf der sechs Kilometer langen Balkonpromenade rund um die Halde befindet.

Der beobachtende Drachenkopf an der Cranger Straße. Foto: WAZ, Wolfgang Quickels

Am Fuße der Halde ist eine besondere Brücke zu finden, welche die Blicke der Autofahrer von der Cranger Straße auf sich zieht. Die Drachenbrücke macht ihrem Namen alle Ehre, denn sie hat die Form eines Drachen und verbindet die ehemalige Zeche Recklinghausen II mit der Halde Hoheward. Passanten spazieren vom Schweif über das Skelett bis hin zum Hals des Drachens. Die Rippen des Drachenskelettes dienen den Passanten als Geländer, und der Drachenkopf ist so ausgerichtet, dass er die Passanten scheinbar beobachtet. Nebenbei gewährt die Drachenbrücke Fußgängern und Radfahrern einen sicheren Übergang über die Straße zum Grün des Reviers. Auch in der Nacht ist sie dank ihrer Beleuchtung ein Blickfang.

Die Hingucker ziehen auch Besucher aus umliegenden Städten an.

Marvin Habeck

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Kommentare
11.07.2008
19:11
Dem Himmel ein Stück näher
von Bob, dernavigator | #2

Ein klarer Fall für Erich von Däniken. Ufo Landeplätze
im Revier. Sie kommen aber nur, wenn sie eine Umweltplakette vorweisen können.

11.07.2008
17:46
Dem Himmel ein Stück näher
von Achim | #1

Industrie? Kultur! Landschaft.

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