Decke von Friseursalon stürzt herab
15.02.2012 | 17:33 Uhr 2012-02-15T17:33:00+0100
Wanne. Ein Wasserschaden hat in einem Haus an der Hauptstraße eine Zwischendecke zum Einsturz gebracht. Menschen kamen in dem bis auf zwei Ladenlokale leer stehenden Mehrfamilienhaus nicht zu Schaden.
Mittwochfrüh in der Wanner Fußgängerzone. Kurz vor sechs ist die Welt für die Verkäuferinnen der Bäckerei Gatenbröcker an der Hauptstraße 230 noch in Ordnung. Das ändert sich nur wenig später: Ein kräftiger Rumms, ein Riesenschrecken und eine buchstäblich erschütternde Erkenntnis: Die abgehängte Zwischendecke des benachbarten Friseursalons „Schana“ ist eingestürzt – Folge eines Wasserschadens im Dachgeschoss des vierstöckigen Hauses.
Knapp sechs Stunden später steht Friseur Waly Amyn mit seiner Frau in den Trümmern und kann es nicht fassen: „Wie soll es denn jetzt weiter gehen?“, fragt der 37-Jährige. Noch immer tröpfelt es von oben auf Stühle, Spiegel und die Einrichtung des Salons. „Das ist alles hinüber. Da ist nicht mehr viel zu retten“, sagt Waly Amyn.
Anfang Januar, also erst vor knapp sieben Wochen, hat er den Laden vom Vorbesitzer zur Miete übernommen. Zwei Mitarbeiter beschäftigte Amyn, der zuvor in Essen-Steele ein Friseur-Geschäft hatte. Ob seine oder die Versicherung des Hauseigentümers den Schaden übernehmen wird – Waly Amyn weiß es noch nicht.
Weitgehend geklärt ist dagegen die Ursache des Wasserschadens. Irgendwann in der Nacht, so rekonstruiert die Feuerwehr, muss es im Dachgeschoss des bis auf die Ladenlokale leer stehenden Mehrfamilienhauses zu einem Frostschaden gekommen sein. Das Wasser lief anschließend durch alle Etagen und sammelte sich schließlich im Keller. Die Gipsplatten der Zwischendecke des Friseursalons brachen schließlich unter der Last zusammen.
„Für das Haus besteht aber keine Einsturzgefahr“, sagt Andreas Wolter von der Herner Feuerwehr, nachdem die städtische Bauordnung den Schaden vorsorglich begutachtet hat. Aber: Alle Zwischendecken des Hauses seien in Gefahr.
Während Amyn Waly in seinem Salon telefoniert, herrscht in der benachbarten Bäckerei rege Betriebsamkeit. Handwerker prüfen die Klimaanlage, Verkäuferinnen werfen Roggenbrötchen, Batida-Krapfen und all die anderen Backwaren in blaue Mülltüten. Auch hier ist das Wasser durch die Decke gesickert. „Die Einrichtung hat offenbar keinen größeren Schaden genommen“, sagt ein Gatenbröcker-Mitarbeiter. Das Wasser habe sich vor allem auf der anderen Seite des Hauses seinen Weg nach unten gebahnt.
Nach Angaben der Feuerwehr hat der Besitzer des Hauses vor Ort eine „umgehende Statikprüfung und Instandsetzung“ zugesagt. Für die WAZ ist er nicht zu erreichen.
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