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Pottporus e.V.

Das Zukunftshaus

01.05.2009 | 17:56 Uhr
Das Zukunftshaus

Pottporus sieht sich als Bindeglied zwischen Hoch- und Subkultur, als Heimat der ungezügelten Straßenkunst. Jetzt ist der Verein zum Zukunftshaus ernannt worden. Künstler, Wissenschaftler und Jugendliche wollen dort Visionen entwickeln und daraus zunächst ein Theaterstück machen.

Sie hat lange gekämpft um Anerkennung, eine Bleibe, Respekt. Sie hat auf den Busch geklopft und die Stadt sogar ein bisschen aufgemischt. Sie hat gestritten, Köpfe ausgetauscht und neue Mitstreiter gefunden. Die Pottporus-Gruppe – geboren vor mehr als zwei Jahren im ehemaligen Heinz-Westphal-Haus – lebt. Jetzt wird die selbsternannte Heimat der zügellosen Straßenkunst ein „Zukunftshaus” – eines von zehn in Essen, Bochum, Duisburg und Herne.

Filmemacher, Theaterleute, Musiker und Wissenschaftler wollen in den Häusern gemeinsam mit Jugendlichen Ideen von Zukunft entwerfen. Diese sollen über das Kulturhauptstadtjahr hinaus wirken und Themen künstlerisch behandeln, die bedeutend sind für die Perspektiven junger Menschen: Arbeit, Bildung, Kultur, Herkunft, Heimat.

Die Verbindung der Häuser soll Zug um Zug hergestellt werden. Scharnier ist das Projekt „Next Generation”, das unter Federführung der Kulturlandschafts-Schwergewichte Schauspiel Essen und Schauspielhaus Bochum sowie in Kooperation mit der Ruhr 2010 GmbH und der Bundeszentrale für politische Bildung umgesetzt wird.

Das Pottporus-Team geht mit Tänzern und Kreativen an den Start, wirbt im Herbst dieses Jahres interessierte Jugendliche an, um zehn Monate lang mit ihnen zu arbeiten. Auch in den anderen neun Zukunftshäusern der Region werden Jugendliche unter der Gesamtregie von Nuran David Calis Geschichten entwickeln, um diese am Ende mit denen ihrer Mitstreiter zusammenzuführen. So entsteht zwischen Januar und Oktober 2010 ein Stück, das im Herbst 2010 beim Melez-Festival in Bochum uraufgeführt werden soll. Anschließend soll die Arbeit weitergehen – neue Kooperationen, neue Projekte.

Zekai Fenerci, Vorsitzender des Vereins Pottporus. Foto: WAZ, Wolfgang Quickels

„Für uns ist diese Berufung eine Anerkennung. Sie zeigt, dass unsere künstlerische Arbeit sehr geschätzt wird”, sagt der Pottporus-Vorsitzende Zekai Fenerci. Einmal mehr werde deutlich, dass Pottporus ein Diamant sei, den man auch künftig unterstützen und respektieren sollte. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist sehr positiv, manchmal aber nicht 100-prozentig zufriedenstellend. Wir müssen viele Leute immer wieder überzeugen”, so Fenerci. Er hofft, irgendwann in einer umgebauten Realschule Crange (wir berichteten) einen Ort zu finden, wo er mit Pottporus und dem ebenfalls von ihm geführten Renegade Theatre Stücke produzieren kann. „Wir brauchen diese Möglichkeit, um uns weiter zu entwickeln.”

Kai Wiedermann

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